In der Bezirksliga Ost hatte der SC St. Valentin beim 2:2-Unentschieden gegen den SK Admira Linz den ersten Saisonsieg vor Augen und den erhofften Dreier doch liegen gelassen. Nach dem 1:1 zur Pause brachte Severin Fuchsberger den Tabellenletzten erneut nach vorne, ehe ein Freistoß in der 87. Minute den Endstand brachte. Harald Leitner sprach deshalb von zwei verlorenen Punkten, ordnete das Remis aber trotzdem als gerechtes Ergebnis ein.

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St. Valentin startete laut Leitner genau so, wie man sich das gegen einen starken Gegner wünscht. „Von der ersten Minute an waren wir am Platz“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff und verwies gleich auf die erste große Möglichkeit. Cihan Koc hatte früh die Chance auf die Führung, brachte den Ball aber nicht im Tor unter. Auf der anderen Seite meldete sich auch Admira immer wieder gefährlich an, wobei Christoph Wagner-Binder mehr als einmal eingreifen musste. In Führung gingen trotzdem die Gäste: Tim Permadinger traf in der 14. Minute zum 0:1. St. Valentin ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen, blieb im Spiel und kam noch vor der Pause zurück. Koc lief allein auf das Tor zu, wurde gefoult und verwandelte den fälligen Elfmeter in der 45. Minute selbst zum 1:1.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie offen. Leitner schilderte die zweite Hälfte als ausgeglichen, mit Druckphasen der Linzer und Kontermöglichkeiten für seine Mannschaft. Genau aus so einer Situation fiel dann auch das 2:1: Nach einem Ballgewinn zog Severin Fuchsberger in der 59. Minute ab und brachte die Gastgeber damit auf Kurs Richtung Heimsieg. Gerade deshalb ärgerte den Trainer der weitere Verlauf besonders. „Wir hätten den Sack zumachen müssen“, sagte er deutlich. Gemeint waren zwei gute Möglichkeiten auf das 3:1, die laut Leitner Lukas Ullmann und Cihan Koc liegen ließen. Vor allem bei den Überzahlsituationen im Umschalten fehlte St. Valentin die letzte Klarheit. „Die Überzahlchancen haben wir nicht clever genug zu Ende gespielt“, so Leitner, der genau darin den größten Unterschied zwischen einem Punkt und drei Punkten sah.
Dass es am Ende nur zu einem Remis reichte, hatte für Leitner einen ganz konkreten Grund. In der 87. Minute bekam Admira noch einen Freistoß zugesprochen, Felix Günther Wakolbinger traf zum 2:2, und bei St. Valentin blieb das Gefühl zurück, eine sehr gute Ausgangslage verspielt zu haben. „Wir müssen den Gegner in solchen Phasen weiter vom Tor weghalten und die Fouls in einem anderen Feld machen“, erklärte Leitner. Dazu kam aus seiner Sicht der Fehler in der Mauer, weil sie „nicht stehen geblieben ist“. Trotzdem wollte er den Auftritt seiner Mannschaft nicht schlechtreden. Er sprach von viel Laufarbeit, Aggressivität in den Zweikämpfen und einer Mannschaft, die Fußball spielen wollte. Auch die Leistung des Schiedsrichters bewertete er als „sehr positiv und in Ordnung“.
Darum überwog nach dem Schlusspfiff nicht nur der Ärger über die verpasste Gelegenheit. Leitner erinnerte an eine „Seuchen-Herbstsaison“ mit Trainerwechsel, vielen verletzten und kranken Spielern, die sein Team über Wochen kaum habe auffangen können. Umso wichtiger war für ihn, dass die Mannschaft gegen den Tabellenvierten wieder ein anderes Gesicht zeigte. „Wenn wir so auftreten, müssen wir uns vor keinem Gegner fürchten“, sagte er und verwies darauf, dass der SC St. Valentin gerade gegen die vorderen Mannschaften immer wieder ordentliche Leistungen gezeigt habe. Der Punkt gegen den SK Admira Linz verändert die Lage im Tabellenkeller noch nicht grundlegend, liefert aber Argumente für die letzte Woche vor der Winterpause. Und selbst wenn der Klassenerhalt schwierig bleibt, formulierte Leitner seinen Blick nach vorne nüchtern: sammeln, stabilisieren und weiter alles versuchen. „Den Punkt widmet die Mannschaft auch unserem Armin Memic, der bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt wurde und somit länger ausfallen wird.“ Leitner bedankt sich zudem auch für die Unterstützung seiner beiden Co-Trainer Marco Oblinger und René Brandl.