In der Bezirksliga Ost musste sich die SPV Kematen-Piberbach/Rohr im Spitzenspiel gegen die Sportunion Hofkirchen/Traunkreis mit 0:2 geschlagen geben und verpasste die Chance, den Herbstmeistertitel unter Dach und Fach zu bringen. Trainer Andreas Hintersteiner sah den Tabellenführer vor der Pause im Vorteil, machte aber die ausgelassenen Chancen und den Gegentreffer unmittelbar nach Wiederbeginn als Knackpunkte aus. Danach lief die Partie genau in die Richtung, die dem bärenstarken Aufsteiger lag.
Aus Sicht von Andreas Hintersteiner begann die Partie eigentlich so, wie es sich die Gastgeber vorgestellt hatten. „Wir sind gut ins Spiel gekommen und waren spielbestimmend“, sagte der Trainer nach der Begegnung. Kematen wusste nach seiner Einschätzung genau, was Hofkirchen vorhatte: ein tiefer Block, wenig Räume und das Warten auf Fehler, um dann schnell umzuschalten. Gerade deshalb ärgerte den Tabellenführer die erste Halbzeit besonders, weil in dieser Phase mehr drin gewesen wäre. Hintersteiner sprach von den besseren Möglichkeiten seiner Mannschaft und meinte klar: „Wenn man nach den Chancen und auch nach der Leistung des gegnerischen Tormanns geht, könnten wir zur Pause schon eins oder zwei zu null führen.“ Stattdessen blieb es beim 0:0. Hofkirchen hatte vor der Pause laut Hintersteiner nur eine große Gelegenheit, als Kapitän Clemens Strauch nach einem schnellen Einwurf den Ball über die Latte setzte. Ansonsten sah der Kematen-Coach seine Elf in vielen Bereichen vorne, nur eben nicht dort, wo es am Ende zählt: am Ergebnis.
Was Kematen in der ersten Hälfte nicht gelungen war, passierte nach der Pause auf der anderen Seite beinahe sofort. Nur rund 15 Sekunden nach dem Wiederanpfiff verlor die Heimelf im Mittelfeld den Ball, Hofkirchen spielte schnell in die Tiefe und Igor Kutic traf in Minute 46 zum 0:1. Dieser frühe Rückschlag veränderte die Partie aus Sicht der Gastgeber komplett. „Ab diesem Zeitpunkt haben wir uns richtig schwergetan gegen einen tief stehenden Block und gegen eine Mannschaft, die auf Konter ausgelegt ist“, schilderte Hintersteiner. Genau darin lag dann auch die Stärke der Gäste. Hofkirchen verteidigte kompakt, blieb diszipliniert und kam immer wieder über Umschaltmomente in gefährliche Zonen. Kematen fand dagegen nach Aussage des Trainers „in der zweiten Halbzeit nicht mehr in unser Spiel“ und erspielte sich kaum noch echte Tormöglichkeiten. In Minute 66 fiel dann die Entscheidung: Wieder ging ein Ballverlust im Mittelfeld voraus, wieder schalteten die Gäste schnell um, diesmal kam die Flanke von links und Kutic köpfte zum 0:2 ins lange Eck. Hintersteiner nannte genau diese beiden Situationen die spielentscheidenden Momente: „Die beiden Umschaltmomente waren spielentscheidend.“
Nach dem zweiten Gegentor versuchte die SPV Kematen-Piberbach/Rohr zwar noch einmal, mit Systemumstellungen mehr Druck in die letzte Linie zu bringen, doch der Trainer sprach offen an, dass seine Mannschaft am Samstagnachmittag nicht zwingend genug war. „Uns hat sicher die Effizienz im letzten Drittel gefehlt und in gewissen Phasen auch die Zweikampfstärke und -härte, die die Union Hofkirchen besser gemacht hat als wir“, sagte Hintersteiner. Dass die dritte Saisonniederlage am Ende verdient war, stellte er dabei nicht infrage. Im Gegenteil: „Der Gegner hat das richtig gut gemacht, sehr organisiert, sehr zweikampfstark und mit einem klaren Plan.“ Gerade als Kollektiv hätten sich die Gäste stark präsentiert, dazu eingespielt und schwer zu bespielen. Für Kematen bleibt damit zwar ein Dämpfer im Topspiel, die Ausgangslage an der Tabellenspitze ist aber weiterhin gut: Trotz der Niederlage geht die Mannschaft als Tabellenführer ins letzte Herbstspiel. Hintersteiner wollte den Blick deshalb auch schnell wieder nach vorne richten. „Wir spielen eine sehr gute Herbstsaison und wollen das im letzten Spiel über die Ziellinie retten“, sagte er. Nächste Woche soll in Mitterkirchen noch einmal alles gebündelt werden, um Punkte mitzunehmen und sich am Ende doch noch mit dem Herbstmeistertitel zu belohnen.