Mit 24 Punkten und Rang drei hat die SPG St. Marienkirchen/Wallern 1b eine bemerkenswert starke Hinrunde in der Bezirksliga Süd gespielt. Nur drei Punkte fehlen auf Tabellenführer FC Hertha Wels Juniors. Auffällig ist dabei die Balance: Mit 20 erzielten und nur 15 erhaltenen Treffern bewegt sich das Team von Trainer Simon Aigner genau im Trend einer Liga, in der generell nur wenige Tore fallen. „Die Liga ist extrem ausgeglichen. Meistens entscheiden ein oder zwei Tore die Spiele“, erklärt Stephan Dieplinger, stellvertretender sportlicher Leiter – und mit fünf Treffern zugleich bester Torschütze der Mannschaft.
Dass die Spielgemeinschaft zur Winterpause ganz oben mitmischt, überrascht intern durchaus ein wenig. Schließlich setzt der Verein bewusst auf eine sehr junge Mannschaft. „Wenn man sich das Durchschnittsalter anschaut, sind wir eigentlich noch extrem jung. Viele sind erst vor einem Jahr aus der Jugend gekommen“, sagt Dieplinger. Teilweise liege das Durchschnittsalter sogar zwischen 18 und 19 Jahren. Gerade deshalb wird der sportliche Erfolg mit einer gewissen Gelassenheit betrachtet. „Der Aufstieg ist kein definiertes Ziel. Wenn er passiert, nehmen wir ihn natürlich mit – aber eigentlich wäre er vielleicht sogar noch ein Jahr zu früh.“
Im Fokus steht vielmehr die Entwicklung der Spieler. „Wir wollen die Jungs weiterentwickeln und ihnen Zeit geben“, betont Dieplinger. Mit einem ohnehin großen Kader – rund 20 Spieler stehen in St. Marienkirchen regelmäßig zur Verfügung, dazu kommen noch fast einmal so viele aus Wallern – setzt der Verein bewusst auf Kontinuität. Der Ansatz: Die Spieler sollen sich Schritt für Schritt im Erwachsenenfußball etablieren. „Wenn man ihnen noch ein Jahr gibt, dann kann nächstes Jahr vielleicht noch mehr drin sein.“
Die Wintervorbereitung verlief weitgehend ruhig. Verletzungen blieben aus. Ein klassisches Trainingslager stand nicht auf dem Programm. Trainiert wurde überwiegend in Wallern auf Kunstrasen. Die Testspiele lieferten ein gemischtes Bild: einer knappen Niederlage gegen Ohlsdorf standen ein Sieg gegen Schlüßlberg sowie Niederlagen gegen Lembach und die SPG Andorf/Sigharting gegenüber. Die Ergebnisse ordnet Dieplinger jedoch relativierend ein. „In den Testspielen wird viel gewechselt und ausprobiert. Gegen Andorf war es zum Beispiel lange 2:2, erst am Schluss haben wir noch ein paar Tore bekommen.“
Zum Frühjahrsstart empfängt die SPG zunächst Schlierbach, ehe es auswärts zu den Mondsee Juniors geht – ein direktes Duell im oberen Tabellendrittel. „Ein guter Start wäre natürlich wichtig“, sagt Dieplinger. „Wenn wir aus den ersten beiden Spielen sechs Punkte holen, kannst du vorne schon richtig angreifen.“ Gleichzeitig bleibt er realistisch. Die Bezirksliga Süd sei heuer besonders eng. „Da kann wirklich jeder jeden schlagen. Der Sechste ist teilweise noch im Abstiegskampf und vorne kann sich auch noch einiges verschieben.“
Mit nur 15 Gegentreffern gehört die SPG zu den defensiv stabileren Teams der Liga. Ein Wert, der sogar noch besser aussehen könnte. „Vier Tore haben wir allein in einem Spiel gegen Allhaming/Weißkirchen Juniors bekommen“, erklärt Dieplinger. Offensiv sei dagegen noch Luft nach oben – was angesichts der jungen Mannschaft wenig überrascht. „Die Qualität im Offensivspiel entwickelt sich mit der Erfahrung. Aber das ist bei vielen Teams ähnlich.“
Obwohl der Aufstieg intern nicht als Pflichtziel gilt, bleibt die Ausgangslage spannend. Mit nur drei Punkten Rückstand auf die Spitze ist die SPG mitten im Rennen. Und vielleicht ist gerade diese Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit und stabiler Defensive der Grund, warum St. Marienkirchen/Wallern 1b im Frühjahr weiterhin eine wichtige Rolle im Titelkampf spielen könnte.