Spielberichte

"Wenn wir das 2:0 machen, ist der Sieg eingetütet" – Vöcklabrucker SC lässt Heimsieg spät noch liegen

Vöcklabrucker SC
SV St. Wolfgang

In der Bezirksliga Süd hat der Vöcklabrucker Sportclub gegen den SV St. Wolfgang/Rußbach ein 1:1-Unentschieden hinnehmen müssen. Nach dem 1:0 kurz vor der Pause war für die Gastgeber mehr drin, doch laut Trainer Edis Kenjar blieb die Partie offen, weil mehrere Konter nicht sauber zu Ende gespielt wurden. So kam der Aufsteiger noch spät zum Ausgleich und nahm aus Vöcklabruck einen Punkt mit.

Ball auf blauer Kunstrasenmatte

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Führung vor der Pause, aber noch keine Ruhe

Wer diese Partie nur auf das Ergebnis reduziert, greift zu kurz. Kenjar sprach nach dem Schlusspfiff von einer "sehr guten Partie" und gleichzeitig von einem fairen Spiel, in dem beide Mannschaften zu ihren Möglichkeiten kamen. Vöcklabruck belohnte sich dabei zunächst, als Kristijan Augustinovic in der 37. Minute das 1:0 erzielte. Für den Trainer war dieser Treffer mehr als nur eine Führung auf dem Papier. "Das 1:0 war eine sehr schöne Aktion kurz vor der Halbzeit", sagte er und verwies damit auf einen Spielzug, den seine Mannschaft gut zu Ende brachte. Mit dem 1:0 zur Pause war die Ausgangslage günstig, entschieden war aber noch nichts. Kenjar machte deutlich, dass St. Wolfgang schon in dieser Phase unangenehm blieb und über die gesamte Spielzeit immer wieder gefährlich wirkte.

Zu viele Möglichkeiten auf das 2:0 bleiben liegen

Aus Sicht der Gastgeber lag genau hier der Knackpunkt dieses Nachmittags. Nach dem Seitenwechsel bekam Vöcklabruck laut Kenjar die Räume, auf die man gehofft hatte, und hätte die Begegnung in dieser Phase wohl endgültig auf seine Seite ziehen können. "Bis zur 70., 75. Minute haben wir sehr viele Kontermöglichkeiten gehabt. Wir haben sehr schnell nach vorne gespielt", erklärte er. Gerade deshalb ärgerte ihn die Chancenverwertung so sehr. Kenjar sprach davon, dass seine Mannschaft "drei, vier sehr gute Möglichkeiten" liegen ließ und sogar zwei- bis dreimal alleine vor dem Tor auftauchte, ohne genug daraus zu machen. Besonders in Erinnerung blieben ihm dabei ein Abschluss von Kristijan Augustinovic, der knapp vorbeiging, und eine gute Chance von Abid Mujagic, bei der der Tormann stark hielt. Seine Einordnung war deshalb eindeutig: "Wenn wir da das 2:0 machen, ist der Sieg eingetütet."

Freistoß in der Schlussphase bringt St. Wolfgang zurück

Weil dieses zweite Tor nicht fiel, blieb das Spiel bis in die Schlussminuten offen. Das passte auch zur Einschätzung des Gegners, die Kenjar nach der Partie sehr respektvoll formulierte. St. Wolfgang sei "eine sehr gute Mannschaft", sagte er, "spielerisch, kämpferisch und taktisch sehr gut eingestellt". Dazu komme viel Erfahrung, und genau diese Mischung hielt die Gäste im Spiel. In der 87. Minute fiel dann der späte Ausgleich, als Josip Curic per Freistoß das 1:1 erzielte. Kenjar nannte diesen Treffer einen "sehr bitteren" Moment und sprach von einem schön geschossenen Freistoß aus rund 25 Metern. Gleichzeitig wollte er das Ergebnis nicht schönreden und auch nicht nur auf das Pech schieben. "Unterm Strich war es gerecht, weil wir vorne die Chancen nicht gemacht haben", sagte der Trainer. Auch an der Leitung des Schiedsrichters hatte er nichts auszusetzen und sprach von einer normalen, unauffälligen Leistung in einem insgesamt fairen Spiel.

Ärger über den Punktverlust, aber Vertrauen in die Entwicklung

Trotz des späten Gegentreffers wollte Kenjar den Blick nicht nur auf das Verpasste richten. Er sieht seine Mannschaft in den vergangenen zwei Wochen auf einem positiven Weg und hob hervor, dass sowohl die spielerische Linie als auch die kämpferische Haltung stimmen. "Wir sind sehr positiv, wir sind spielerisch gut im Spiel, wir sind kämpferisch voll da", sagte er. Noch fehle allerdings ein Stück Konstanz, was er auch mit der Personalsituation erklärte. Mehrere Spieler seien erst aus dem Urlaub zurückgekommen und hätten davor zwei oder drei Wochen nicht trainiert. Deshalb sei es schwierig, über 90 Minuten schon bei allen am Limit zu sein. An der Geschlossenheit der Mannschaft zweifelt er aber nicht. "Die Mannschaft ist voll da, voll intakt", betonte Kenjar, und er legte nach: "Die Mannschaft haut sich rein, die Mannschaft ist spielerisch sehr gut, taktisch sehr gut." Das 1:1 gegen St. Wolfgang fühlte sich daher wie zwei verlorene Punkte an, im Gesamtbild sieht man sich in Vöcklabruck aber weiterhin auf dem richtigen Weg.

Bezirksliga Süd: Vöcklabruck : St. Wolfgang - 1:1 (1:0)

  • 87
    Josip Curic 1:1
  • 37
    Kristijan Augustinovic 1:0