In der Bezirksliga Süd hat der Vöcklabrucker Sportclub beim SV Eberschwang trotz Blitzstart mit 1:3 verloren. Nach dem frühen 1:0 durch Abid Mujagic schien für die Gäste zunächst vieles zu passen, doch aus Sicht von Trainer Edis Kenjar kippte die Partie nach rund 20 Minuten komplett. „Wir haben geglaubt, das Spiel ist schon erledigt“, sagte er nach einer für ihn „ganz, ganz schlechten“ Vorstellung.

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Für Vöcklabruck begann die Partie genau so, wie man sich einen Auswärtsauftritt wünscht. Schon in der 2. Minute brachte Abid Mujagic die Gäste mit 1:0 in Führung, und Kenjar sprach danach auch davon, dass sein Team unmittelbar danach noch „ein, zwei Chancen auf das 2:0“ gehabt habe. Genau in dieser Phase hätte sich das Spiel aus Sicht der Gäste in die richtige Richtung entwickeln können. Stattdessen kam ein Bruch hinein, den der Trainer sehr deutlich beschrieb. „Danach haben wir vergessen, dass wir Fußball spielen müssen, kämpfen und laufen müssen“, sagte Kenjar. Für ihn war das der Punkt, an dem seine Mannschaft die Linie verlor und die Partie langsam aus der Hand gab.
Was auf Vöcklabrucker Seite zunächst nach einem ordentlichen Start ausgesehen hatte, wurde noch vor der Pause zu einem klaren Rückschlag. Kenjar sprach sogar von einem „Kompletteinbruch“, nachdem seine Mannschaft dem Gegner mehr und mehr die Kontrolle überlassen hatte. In der 40. Minute glich Horvath Gergö zum 1:1 aus, kurz vor dem Seitenwechsel legte Florian Oberforster nach und stellte auf 2:1 für Eberschwang. Gerade dieses zweite Gegentor blieb dem Trainer besonders hängen. „Das 2:1 war ein wunderschönes Freistoßtor, unhaltbar“, sagte er. Dass Vöcklabruck mit einem 1:2 in die Kabine ging, nannte er folgerichtig, weil sein Team nach gutem Beginn nicht mehr konsequent genug aufgetreten sei und zu viele Fehler gemacht habe.
Nach Wiederbeginn bekam die Partie aus Sicht der Gäste sofort den nächsten Dämpfer. Bereits in der 49. Minute erhöhte Horvath Gergö auf 3:1, und für Kenjar war genau dieses Tor letztlich der Treffer, der das Spiel praktisch entschied. „Das 3:1 war ein individueller Fehler von unserer Abwehr, wo wir uns gegenseitig anschießen und der Stürmer dann alleine vor dem Tormann steht und einschiebt“, schilderte er. Danach sei es „extrem schwierig“ geworden. Noch deutlicher wurde er bei der Beschreibung der Reaktion seiner Mannschaft: „Die Körpersprache war komplett am Boden. Wir haben uns gegenseitig nicht mehr raffen können, dass wir da noch etwas rausholen können.“ Dazu kam aus seiner Sicht, dass von der Bank wenig nachkam, weil Vöcklabruck dreimal verletzungsbedingt wechseln musste und ein Spieler Probleme mit der Luft bekam.
Nach dem Schlusspfiff fand Kenjar klare und harte Worte für den eigenen Auftritt. Vieles habe nicht funktioniert, eigentlich sogar gar nichts, wie er offen sagte. „Laufbereitschaft, Kampf, Einsatz, Einstellung – das hat gefehlt. Wir waren komplett daneben“, meinte der Trainer. Den Unterschied zwischen beiden Mannschaften brachte er in einem Satz auf den Punkt: „Die wollten, wir wollten nicht.“ Eberschwang habe laut Kenjar mehr investiert, sei in die Zweikämpfe gegangen, habe körperlich gespielt und sich in alles hineingeworfen, während der Vöcklabrucker SC nur reagiert habe. Auch deshalb gab es für ihn an der Niederlage nichts zu deuteln. „Wir haben verdient verloren“, sagte er. An Schiedsrichter Glück lag es für ihn jedenfalls nicht, dessen Leistung bezeichnete er als „okay“. Für Vöcklabruck bleibt nach drei Runden damit ein Punktestand von zwei Zählern und vor allem die klare Erkenntnis des Trainers, dass spielerische Qualität in dieser Liga allein nicht reicht: „Wenn man nicht kämpft und nicht läuft, hat man in der Bezirksliga keine Chance.“