In der Bezirksliga Süd hat sich die Union SRW Schlierbach von einem 0:2-Rückstand zu einem 2:2-Remis gegen den SV St. Wolfgang/Rußbach zurückgearbeitet. Für Trainer Franz Scherpink war vor allem der Anschlusstreffer kurz vor der Pause der Moment, der das Spiel kippte. Seine Mannschaft legte stark los, verlor nach dem 2:1 aber die Kontrolle und musste sich am Ende mit einem Punkt begnügen.

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Der Aufsteiger war von Beginn an voll da und brachte sich früh in eine gute Ausgangslage. Gerald Greiner stellte bereits in der 2. Minute auf 0:1, Josip Curic legte in der 13. Minute das 0:2 nach. Aus Sicht von Scherpink war diese Führung nicht nur verdient, sondern sogar eher noch zu niedrig. "Das Spiel hat zwei verschiedene Halbzeiten gehabt. In der ersten Halbzeit waren wir sehr spielbestimmend und sind verdient 2:0 in Führung gegangen", sagte der Trainer. Dazu kam, dass die Gäste laut ihrem Coach noch weitere große Möglichkeiten hatten. "Wir hätten ohne Weiteres auch 3:0 oder 4:0 führen können", meinte Scherpink, der seiner Mannschaft für diese Phase ein sehr gutes Zeugnis ausstellte. Umso ärgerlicher war aus seiner Sicht, dass Janis Schmid in der 41. Minute noch vor dem Seitenwechsel auf 1:2 verkürzte und damit die bis dahin klare Linie der Partie veränderte.
Genau diesen Treffer hob Scherpink nach dem Spiel besonders hervor. "Der Anschlusstreffer zum 2:1 hat dem Spiel einfach eine andere Richtung gegeben", sagte er. Für ihn war das der Moment, in dem Schlierbach wieder an sich glaubte und St. Wolfgang die Sicherheit verlor. Nach der Pause kippte das Bild dann tatsächlich. Fabian Neubauer erzielte in der 62. Minute den Ausgleich zum 2:2, und auch darüber hinaus hatte Schlierbach laut Scherpink in dieser Phase mehr vom Spiel. "Der Gegner hat mit diesem Treffer wieder Moral gefunden und war dann eine halbe Stunde in der zweiten Halbzeit das bessere Team", erklärte der Trainer. Er sprach von mehreren gefährlichen Situationen im eigenen Strafraum und sagte auch offen, dass sich seine Mannschaft in dieser Phase einen weiteren Gegentreffer hätte einfangen können. Deshalb fiel seine Einordnung trotz der verpassten Führung durchaus nüchtern aus: "Unterm Strich war das aus meiner Sicht ein gerechtes 2:2."
Besonders klar wurde Scherpink bei der Frage, was seiner Mannschaft nach dem 2:1 fehlte. Er lobte noch einmal die erste Halbzeit, in der St. Wolfgang in vielen Belangen überlegen gewesen sei und eine große Zahl an Torchancen herausgespielt habe. Danach habe sein Team aber nicht mehr stabil genug agiert. "Wir haben die Zweikämpfe zu wenig konsequent geführt. Wir haben die Bälle im Offensivbereich nicht mehr so gut halten und festmachen können", sagte er. Dadurch sei Schlierbach immer besser ins Spiel gekommen. Auch im Defensivverhalten sah er Probleme. "Von der Positionierung her waren wir nicht mehr so sauber", meinte Scherpink. Als weiteren Punkt sprach er die Rahmenbedingungen in Schlierbach an. Der kleine Platz und nicht ganz optimale Rasenbedingungen seien nicht einfach, dazu komme ein Gegner, den er als einsatzfreudig, kampfstark, mutig und entschlossen beschrieb. Genau diese Tugenden habe Schlierbach nach dem Rückstand dann deutlich besser auf den Platz gebracht.
Trotzdem hatte Scherpink nicht das Gefühl, dass sein Team den Sieg völlig aus der Hand gegeben hatte. In der Schlussphase stellte der SV St. Wolfgang laut seinem Trainer etwas um und versuchte noch einmal, Druck zu entwickeln. "In den letzten 15 Minuten waren wir wieder näher am Siegtreffer", sagte er. Er verwies dabei auch auf einen Lattentreffer und auf einen gut haltenden Torwart der Gastgeber. Gleichzeitig blieb er aber fair in der Bewertung, weil auch die Union Schlierbach nach der Pause genug gefährliche Situationen hatte. Entscheidend sei am Ende vor allem die Chancenverwertung in der starken ersten Halbzeit gewesen. "Die war mit Sicherheit entscheidend dafür, dass wir nicht als Sieger vom Platz gegangen sind", so Scherpink. Mit dem Saisonstart insgesamt zeigte er sich dennoch zufrieden. St. Wolfgang hält nach vier Runden bei acht Punkten, auch wenn der Trainer nach dem 2:2 klar sagte, worauf es nun ankommt: "Jetzt müssen wir im nächsten Spiel über 90 Minuten stabiler sein und dann unter dem Strich wieder erfolgreich sein."