In der Bezirksliga Süd hat der SV St. Wolfgang/Rußbach gegen die Union ETM Eberstalzell mit 0:1 verloren und damit die erste Niederlage der Saison kassiert. Trainer Franz Scherpink sprach von einem intensiven, offenen Spiel, in dem genug Möglichkeiten für mehr da waren. Ausschlaggebend waren aus seiner Sicht die fehlende Kaltschnäuzigkeit im Abschluss, ein unsauberer Aufbau und das Gegentor nach einer Flanke auf die zweite Stange.
Es war von Beginn an kein Spiel, in dem sich eine Mannschaft sofort klar festsetzen konnte. Scherpink sprach von einer "leidenschaftlichen" und "umkämpften" Partie, in der beide Seiten früh zu Möglichkeiten kamen und beide Abwehrreihen gleich ordentlich beschäftigt waren. Der Aufsteiger und Tabellenführer hatte laut seinem Trainer schon in der Anfangsphase Gelegenheiten, um selbst in Führung zu gehen. Er nannte eine große Möglichkeit gleich zu Beginn und außerdem eine Kopfballsituation, in der der eigene Stürmer frei zum Abschluss kam. Statt des möglichen 1:0 für die Gastgeber fiel in der 17. Minute das Tor auf der anderen Seite. Nach einem geklärten Eckball rückte St. Wolfgang nach Scherpinks Einschätzung nicht entschlossen genug auf den ballführenden Spieler heraus. Eberstalzell brachte dann "eine wunderbare Flanke" auf die zweite Stange, wo die Zuordnung nicht passte. Drilon Berisha nutzte das und brachte die Gäste mit 1:0 in Führung. Danach, so der Trainer, bekam Eberstalzell die Partie defensiv besser in den Griff, während seine Mannschaft im Aufbau zunehmend Probleme hatte.
Mit dem Rückstand zur Pause blieb für St. Wolfgang noch alles offen, und Scherpink sagte auch klar, dass er weiterhin an eine Wende geglaubt hatte. In der Halbzeit wurden Wechsel vorgenommen, um "eine Korrektur" ins Spiel zu bringen, doch der erhoffte Umschwung blieb aus. "Es hat sich nicht großartig etwas geändert", meinte der Trainer nüchtern. Die Partie blieb zerfahren, und gerade auf dem Weg nach vorne fehlte seiner Mannschaft die Sauberkeit. "Wir waren im Angriffsdrittel viel zu unsauber", sagte Scherpink, der auch die hohe Fehlpassquote als zentrales Problem ansprach. Weil sich seine Elf zwischen den Linien nicht gut genug bewegte, musste sie aus seiner Sicht zu oft das lange Spiel wählen. Genau daraus entstanden Ballverluste und Umschaltmomente für Eberstalzell, das offensiv immer wieder gefährlich blieb. Trotzdem war der Ausgleich möglich. Vor allem etwa ab Mitte der zweiten Halbzeit kam St. Wolfgang noch einmal zu klareren Möglichkeiten. Scherpink sprach von einem freien Abschluss im Sechzehner und von einem Stanglpass am Fünfer, der noch geblockt wurde. Gerade in dieser Phase, als Eberstalzell im Defensivverbund etwas nachließ, hätte das 1:1 fallen können. "Wir haben die notwendige Kaltschnäuzigkeit im Abschluss vermissen lassen", brachte es der Trainer auf den Punkt. Auch beim letzten Pass und beim direkten Abschluss habe "ein bisschen Spannung" gefehlt.
Dass am Ende Kleinigkeiten den Unterschied machten, war für Scherpink die entscheidende Erkenntnis des Sonntags. "Wie in vielen Spielen in dieser Liga war das erste Tor ein nicht unwesentlicher Faktor", sagte er, ohne die Niederlage nur daran festzumachen. Er hielt fest, dass das Spiel bei besserer Chancenverwertung auch in beide Richtungen hätte kippen können. "Ein X wäre mit Sicherheit gerecht gewesen", meinte er, schob aber ebenso nach, dass die Union Eberstalzell "nicht unverdient" gewonnen habe. Die Gäste seien "sehr leidenschaftlich und einsatzfreudig" aufgetreten, nach dem Trainerwechsel der vergangenen Wochen habe ihnen die Führung zusätzlich Sicherheit gegeben. Diskussionen rund um den Unparteiischen wollte Scherpink gar nicht groß aufmachen. Das Spiel sei intensiv, aber korrekt gewesen, das Schiedsrichtergespann "relativ unauffällig". Viel wichtiger war ihm der Blick auf das Gesamtbild. Als Aufsteiger steht St. Wolfgang nach elf Runden mit 22 Punkten weiter an der Tabellenspitze, auch wenn dabei nun die lange Heimserie seit September 2025 gerissen ist. Entsprechend ruhig fiel sein Schlusswort aus: "Wegen einer Niederlage bricht die Welt nicht zusammen." Die beiden letzten Spiele vor der Winterpause sollen nun dazu dienen, "die Sinne wieder zu schärfen" und die bisher starke Herbstsaison erfolgreich abzurunden.