Nach einem Platz im Spitzenfeld in der Vorsaison verlief die Hinrunde für die Union Ziegelwerk Senftenbach in der Bezirksliga West deutlich wechselhafter. Mit 14 Punkten überwinterte die Mannschaft von Trainer Martin Feichtinger auf Rang elf der Tabelle. Mehr Konstanz soll nun im Frühjahr den Weg aus der unteren Tabellenregion weisen. „Wir wollen gleich gut losstarten und möglichst schnell Abstand zu den hinteren Plätzen bekommen“, erklärt der stellvertretende Sektionsleiter, Jürgen Andessner. Ziel sei es, mit dem Abstiegskampf möglichst früh nichts mehr zu tun zu haben.
Die Ausgangssituation täuscht laut Vereinsführung ein wenig über die tatsächlichen Leistungen hinweg. Senftenbach war in vielen Partien konkurrenzfähig, ließ jedoch entscheidende Punkte liegen. „Bis auf das Spiel gegen Gurten, das wir klar verloren haben, waren wir eigentlich in jedem Spiel dabei und haben bei den Niederlagen nur mit einem Tor Unterschied den kürzeren gezogen“, betont Andessner. Oft habe letztlich die Effizienz gefehlt. „Wir sind auch ein wenig an unseren eigenen Möglichkeiten gescheitert, weil wir die Tore nicht gemacht haben.“ Bester Torschütze der Hinrunde war Jonas Reisegger mit fünf Treffern.
Die Vorbereitung führte die Mannschaft auch in ein Trainingslager nach Slowenien. Dort standen mehrere intensive Trainingseinheiten auf dem Programm – wenn auch das Wetter zwischenzeitlich einen Strich durch die Rechnung machte. „Am Donnerstag konnten wir noch zwei Einheiten auf Naturrasen absolvieren“, berichtet Andessner. „Dann hat das Wetter umgeschlagen und wir konnten am Freitag leider nicht richtig trainieren.“ Stattdessen wich die Mannschaft ins Fitnessstudio aus, ehe am Samstag wieder regulär auf den beheizten Plätzen trainiert werden konnte. Trotz der wetterbedingten Einschränkungen bewertet der Verein das Trainingslager positiv. „Natürlich fährt man ins Trainingslager, um zu trainieren – aber es ist auch ganz wichtig fürs Teambuilding. Man verbringt viel Zeit miteinander und kann Dinge besprechen, die im Alltag oft zu kurz kommen.“
Auch in den Testspielen zeigte Senftenbach ein wechselhaftes Bild. Einem 1:1 gegen Munderfing/Pfaffstätt folgten Niederlagen gegen Hohenzell und Altheim (jeweils 1:3). Zum Abschluss gelang jedoch ein 4:2-Erfolg gegen den UFC Peterskirchen/Tumeltsham/Andrichsfurt. Andessner sieht darin eine typische Vorbereitung. „Die Leistungen waren noch nicht über 90 Minuten konstant. Gegen Peterskirchen haben wir uns zum Beispiel in der ersten halben Stunde sehr schwer getan, danach wurde es deutlich besser.“
Personell gab es im Winter einige Veränderungen. Sanel Salletmayr wechselte zum SK Altheim, wo sich für ihn die Möglichkeit bot, künftig eine Liga höher zu spielen. Michael Angleitner schloss sich aus persönlichen Gründen dem ATSV Schärding an, während Jürgen Duft zum TSV Aurolzmünster wechselte. Ein wichtiger Faktor für das Frühjahr könnte hingegen die Rückkehr von Jakob Standhartinger sein. Der Offensivspieler war im Herbst auf Weltreise und steht nun wieder zur Verfügung. „Man kann ihn fast wie einen Neuzugang sehen“, erklärt Andessner.
Der Rückrundenauftakt hat es für Senftenbach gleich in sich. Zunächst wartet zuhause mit Riedau ein Titelkandidat, ehe es auswärts zum starken Aufsteiger nach Rainbach geht. „Riedau wird sicher bis zum Schluss ganz vorne mitspielen“, sagt Andessner. Rainbach einzuschätzen sei dagegen schwieriger, da der Aufsteiger im Herbst stark performte. Trotz der schwierigen Aufgaben geht Senftenbach selbstbewusst in die Partien. „Wir wissen, dass wir grundsätzlich gegen jeden mithalten können.“ Gerade mit Blick auf die intensive Rückrunde hofft der Verein vor allem auf eine verletzungsfreie Phase. „In der Breite wird es für uns sonst durch die Abgänge etwas schwieriger“, erklärt Andessner. Bleibt die Mannschaft jedoch fit und findet zu mehr Konstanz, könnte Senftenbach im Frühjahr noch einige Plätze gutmachen – und die unruhige Hinrunde schnell vergessen lassen.