Freitagabend in Gurten: hart, intensiv, geprägt von permanenten Duellen. Im Schlagabtausch der Bezirksliga West zwischen Union Raiffeisen Gurten 1b und Union Sanube Diersbach sah Trainer Mario Krämer genau das erwartete Spiel: „Über 90 Minuten ein unglaublich kampfbetontes Match mit enormer Physis. Unsere junge Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von knapp über 20 Jahren wurde in jedem Zweikampf gefordert. Viel lief über erste und zweite Bälle – von der 1. bis zur 90. Minute ein umkämpftes Bezirksligaspiel.“

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Der Auftakt hätte für Gurten 1b kaum rasanter sein können: Nach nicht einmal 10 Sekunden stand es 1:0 – David Nagy blockte einen verunglückten Klärungsversuch und traf zur frühen Führung. Krämer schilderte die kuriose Szene so: „Anstoß Diersbach, Rückpass auf den letzten Mann, der wollte den Ball wegschlagen. Wir blocken den Ball durch David Nagy – und es steht 1:0.“ Danach entwickelte sich das erwartete, körperbetonte Ringen um zweite Bälle mit vielen Ballgewinnen in kurzer Abfolge. Kurz vor der Pause stellte Tobias Mayrhofer mit dem 1:1 den Ausgleich her. Beim Thema Kontrolle sah Krämer über weite Strecken Parität: „Vom Ballbesitz war es wahrscheinlich ziemlich ausgeglichen“, mit Phasen für beide Seiten – die Anfangsviertelstunde gehörte Gurten 1b, danach fand Diersbach besser hinein, ehe die Kräfteverhältnisse in Halbzeit zwei erneut schwankten.
Der Schlüsselmoment lag für den Trainer in den späten Unterzahlsituationen der Gäste. Diersbach schwächte sich zunächst in der 66. Minute mit Gelb-Rot für David Sztankó, in der 86. Minute folgte Nihad Susic mit einem weiteren Ausschluss. Krämer ordnete die Wendung so ein: „Zuerst eine gelb-rote Karte nach rund 60, 65 Minuten, später betraf der zweite Ausschluss den Torhüter – kurz vor Schluss gab es einen klaren Elfmeter.“ Den fälligen Strafstoß verwertete David Nagy wenige Minuten vor dem Ende zum 2:1 – der am Ende nicht unverdiente Heimsieg.
Inhaltlich traf die Partie genau das erwartete Profil. „Diersbach ist sehr strikt in seiner Spielanlage, mit vielen langen Bällen, konsequentem Nachschieben auf den zweiten Ball und einem körperbetonten, nickligen Stil.“ Entsprechend groß war die Bedeutung ruhender Bälle: „Sehr viel hat sich über Standardsituationen definiert.“ Zufrieden war Krämer vor allem mit der Widerstandsfähigkeit – weniger mit der Präzision im letzten Drittel: „Wir haben nach wie vor das Problem, dass wir ins letzte Drittel oft zu ungenau sind und falsche Entscheidungen treffen.“ Für die kommenden Aufgaben nimmt er vor allem Rückenwind mit: „Wir sind gut ins Frühjahr gestartet, haben keinen Druck – wir müssen niemandem etwas beweisen, außer uns selbst“, zudem attestiert er der Truppe „einen richtig guten Teamspirit“: Die Mannschaft „kämpft füreinander, pfeift richtig zusammen“. Ein Sonderlob ging an den Referee: „Es hat ein ganz junger Schiedsrichter gepfiffen mit 19 Jahren, der in so einer zweikampfbetonten Partie alle Hände voll zu tun hatte – und er hat es richtig gut gemacht.“