In der Bezirksliga West trennten sich der SV Luksch Riedau und die SPG Palting/Seeham mit 2:2. Es war über weite Strecken ein chancenarmes Duell, in dem Riedau zwar Phasen mit etwas mehr Kontrolle hatte, sich aber nicht entscheidend absetzen konnte. Julian Glasner brachte die Hausherren in Front, Paltings Doppelpacker Amir Hadzic drehte das Spiel kurz nach der Pause, ehe Jannik Wesner den Punkt rettete. Sektionsleiter Udo Niemetz sprach von einem Abend, „an dem uns die letzten Prozent gefehlt haben“.
Beide Teams tasteten sich lange ab, klare Chancen blieben selten. Riedau hatte laut Udo Niemetz „ein bisschen mehr Übergewicht“, nutzte das in Minute 32 auch zur Führung: Julian Glasner stellte auf 1:0. Kurz vor der Pause fiel der Ausgleich (41.) – und genau diese Szene sorgte im Riedauer Lager für Gesprächsstoff. „Der Ausgleichstreffer war unglücklich. Unser Torwart sagt, der Ball war nicht über der Linie. Der Schiedsrichter hat es anders gesehen“, erklärte Niemetz ohne großes Lamentieren. Mit 1:1 ging es in die Kabinen. Nach dem Wiederanpfiff erwischte Palting den besseren Start. Eine Unachtsamkeit in der Riedauer Defensive nutzte erneut Amir Hadzic und drehte die Partie auf 1:2 (56.). Die Gastgeber brauchten einen Moment, fanden dann wieder den Faden und kamen spät zurück: Jannik Wesner glich in der 78. Minute zum 2:2 aus. In der Schlussphase passierte nicht mehr viel, beide Seiten nahmen am Ende den Zähler mit.
In seiner Analyse blieb Riedaus Sektionsleiter klar und ehrlich. „Es war ein Spiel auf Augenhöhe, relativ chancenarm. Wir hatten vielleicht ein bisschen mehr Übergewicht. Das war’s aber auch schon“, fasste Niemetz zusammen. Den Knackpunkt sah er nicht in der eigenen Qualität am Ball, sondern im letzten Biss: „Wir hatten nicht den besten Tag. Bei ein paar hat die Einstellung gefehlt, wir haben nicht hundert Prozent auf den Platz gebracht.“ Lobende Worte fand er für den Gegner: „Palting hat das geschickt gemacht, hinten gut verteidigt und immer wieder Nadelstiche gesetzt – mit ihrem guten Stürmer, der zwei Tore gemacht hat.“ Gemeint war Doppel-Torschütze Amir Hadzic, der mit seinen Treffern vor und nach der Pause den Riedauern das Leben schwer machte. Dass der erste Palting-Treffer umstritten war, erwähnte Niemetz, ohne nachzutreten: „Wie gesagt, unglücklich – aber sonst gab es keine Aufregung.“
Sportlich bringt das Remis den SV Riedau nicht aus der Spur, aber es zeigt, woran gearbeitet werden soll. Mit nun 35 Punkten rangieren die Innviertler im Spitzenfeld, während Palting/Seeham mit 26 Zählern solide unterwegs ist. Gerade deshalb überwog beim Gastgeber das Gefühl, mehr herausholen zu können. „Mit etwas mehr Einstellung und etwas mehr Kampfwillen wäre vielleicht mehr drin gewesen“, sagte Niemetz und gab damit die Überschrift für die Trainingswoche vor. Positiv bleibt, dass die Mannschaft nach dem 1:2 nicht abgekippt ist, sondern durch den späten Treffer von Jannik Wesner zurückkam und den Punkt erzwang. Gleichzeitig war spürbar, dass Riedau an einem durchschnittlichen Tag nicht automatisch davonzieht – dafür war Palting zu kompakt und vorne mit Hadzic zu zielstrebig. Die Marschroute für die kommenden Aufgaben ist klar: die kleinen Unachtsamkeiten abstellen und die „hundert Prozent“ wieder konstant auf den Platz bringen.