Spielberichte

Spätes 3:2: Baier erlöst Gurten 1b nach offenem Schlagabtausch

Union Gurten 1b
TSU Jeging

In der Bezirksliga West entschied sich ein offener Fight zwischen Union Raiffeisen Gurten 1b und TSU Jeging erst in der Nachspielzeit – am Ende stand ein 3:2 (2:1). Sebastian Baier schnürte den Doppelpack und traf in Minute 90+5 zum Heimsieg, zuvor hatte Tobias Baier per Kopf eröffnet. Für Jeging glichen Robert Hehedosh und Azem Basinac zwischenzeitlich aus. Trainer Mario Krämer sprach von einem kampfbetonten, aber fairen Schlagabtausch und hob den Charakter seiner jungen Truppe hervor.

Fußball und die Beine von zwei Spielern unterschiedlicher Mannschaften

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Rasanter Auftakt und eiskalte Standards

Von Beginn an bekam das Publikum ein intensives Spiel zu sehen. Mario Krämer schilderte es so: „Es war ab der ersten Minute ein kampfbetontes, aber faires Spiel. Es ging hin und her – man hat gesehen, dass beide Mannschaften gewinnen wollten.“ Seine Elf brauchte ein paar Minuten, kam dann aber immer besser rein. „Nach zehn, fünfzehn Minuten haben wir zu unserem Spiel gefunden“, sagte Krämer. Folgerichtig fiel das 1:0: Nach einer Ecke von links nickte Tobias Baier in der 34. Minute ein – „ein schöner Aufsitzer“, wie der Coach lächelnd anmerkte. Nur wenig später legte Gurten 1b nach, diesmal aus dem Standardbuch: Sebastian Baier schweißte einen Freistoß zum 2:0 ein (44.). Der Pausentee war aber noch nicht gerettet. „Ärgerlich war das 2:1 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit“, so Krämer. „Ein Einwurf, den wir nicht wegverteidigen, und ihr Stürmer schiebt fast aus dem Stand aus 16 Metern ins Eck – das ist einfach seine Qualität.“ Der Treffer von Robert Hehedosh (45+2) brachte Jeging wieder voll ins Spiel.

Jeging gleicht aus – ein offener Fight mit starken Torleuten

Nach der Pause kam der Abstiegskämpfer mit Schwung aus der Kabine und belohnte sich: In der 62. Minute stellte Azem Basinac auf 2:2. Das Spiel blieb nun völlig offen, Chancen gab es hüben wie drüben. Krämer sprach von einem wilden, aber sehenswerten Abschnitt: „Jeging war dann besser im Spiel, es war ein hin und her mit Chancen auf beiden Seiten. Beide Torleute haben überragend gehalten und im Eins-gegen-eins unglaubliche Dinge rausgeholt.“ Angesichts der Möglichkeiten wollte niemand mit angezogener Handbremse spielen. „Nach dem 2:2 hätte das Spiel in alle Richtungen ausgehen können“, meinte der Gurten-Trainer. „ Man merkte beiden Mannschaften an, was auf dem Spiel stand: Jeging stemmte sich mit wuchtigen langen Bällen und entschlossenem Nachschieben gegen die Lage, Gurten suchte konsequent die eigenen Umschaltmomente.

Baier entscheidet in Minute 90+5 – Krämer lobt Charakter, Gegner und Schiri

In der Schlussphase wurde es endgültig zum offenen Schlagabtausch. „In den letzten 20 Minuten wollten beide unbedingt gewinnen. Du hast das Gefühl gehabt, da passiert noch was – aber nicht sagen können in welche Richtung“, beschrieb Krämer die hektischen Minuten. Dann die Entscheidung: In der fünften Nachspielminute lief Sebastian Baier nach einem Konter alleine auf den Torwart zu und blieb eiskalt – 3:2 und Riesenjubel. „Wenn man in der Nachspielzeit das Siegtor macht, ist das der entscheidende Moment“, sagte der Coach. Danach sprach er über die Basis dieses Erfolgs: „Das Unglaubliche an der Mannschaft ist der Charakter. Egal wer fehlt, es gibt keine Suderei, wir probieren einfach unser Bestes. Wir haben heute die Spieler 28, 29 und 30 eingesetzt und mussten wieder über zehn Spieler unserer A-Formation aus den schon bekannten Gründen vorgeben – da ziehe ich den Hut vor dem eingeschworen Haufen!“ Zum Gegner fand Krämer anerkennende Worte: „Man hat gemerkt, dass Jeging um den Abstieg spielt. Sie haben alles probiert, langer Ball, nachschieben, zweiter Ball – vorne haben sie eine Bombenqualität. Das war für uns schwer zu bespielen.“ Auch das Schiedsrichterteam bekam Lob: „Schiedsrichter Ehrlinger Manfred hatte die Partie zu jedem Zeitpunkt im Griff. Das Team hat das souverän gelöst – im Schiedsrichterwesen ist da mittlerweile eine richtig hohe Weiterentwicklung und Qualität drin.“ Mit dem Dreier bleibt Gurten 1b als Tabellenzweiter bei 53 Punkten oben dran, Jeging steckt als 13. mit 23 Zählern weiter im Kampf um den Klassenerhalt. Ein persönlicher Blick des Trainers rundete den Abend ab: „Für mich war’s das letzte Heimspiel. Es ist schade, dass ich den eingeschlagenen Weg mit der Mannschaft nicht weitergehen darf, weil die Union Gurten mein Heimatverein ist. Aber so wurde entschieden, das ist der Fußball."

Bezirksliga West: Union Gurten 1b : TSU Jeging - 3:2 (2:1)

  • 95
    Sebastian Baier 3:2
  • 62
    Azem Basinac 2:2
  • 47
    Robert Hehedosh 2:1
  • 44
    Sebastian Baier 2:0
  • 34
    Tobias Baier 1:0