Zum Saisonauftakt der Bezirksliga West hat der SV Ritterbräu Neumarkt/Pötting gegen den FC Stern Bau Münzkirchen mit 2:0 gewonnen. Nach einem torlosen ersten Durchgang entschied die Heimelf die Partie mit Treffern von Abdelsalam Noureldin und Maximilian Till klar für sich. Neo-Trainer Andreas Michl sah dabei zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten und machte keinen Hehl daraus, wo das Spiel für ihn gekippt war: Erst nach der Pause übernahm seine Mannschaft das Kommando.
Andreas Michl musste nach dem Schlusspfiff nicht lange überlegen, woran es gelegen hatte. „Die zweite Halbzeit war der entscheidende Moment, weil wir da das Kommando übernommen haben“, sagte der neue Trainer. Davor hatte ihm der Auftritt seiner Mannschaft überhaupt nicht gefallen. „Die erste Halbzeit war grottenschlecht, da war der Aufsteiger die bessere Mannschaft“, stellte er offen fest. Die Gäste setzten die Heimelf laut Michl früh unter Druck, außerdem funktionierte ihre Abseitsfalle gut. Dazu kam die körperliche Präsenz bei hohen Bällen. „Der Gegner hat extrem große Leute in seinen Reihen, da ist jeder hohe Ball gefährlich“, sagte Michl. Dass es zur Pause dennoch 0:0 stand, hielt SV Ritterbräu Neumarkt/Pötting im Spiel, in dem sich das Bild später deutlich verändern sollte.
Nach dem Seitenwechsel sah der Trainer dann genau das, was er sich erwartet hatte. SV Ritterbräu Neumarkt/Pötting war aktiver, blieb länger am Drücker und belohnte sich in der 70. Minute. Yosef Malvend zog auf das Tor ab, der Torhüter ließ den Ball nach vorne abprallen, und Abdelsalam Noureldin war aus kurzer Distanz zur Stelle. Für Michl war das nicht nur das 1:0, sondern auch die Bestätigung einer klar besseren Phase. „In der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft und wollten den Sieg mehr“, sagte er. Die Entscheidung fiel dann in der 87. Minute. Petr Pasecky ließ den Ball gut auf Maximilian Till tropfen, Till blieb alleine vor dem Torhüter ruhig und schob zum 2:0 ein. „Das war dann die Entscheidung“, brachte es Michl auf den Punkt.
Warum sich das Spiel nach der Pause so deutlich drehte, erklärte der Trainer ebenfalls recht konkret. „Die erste Halbzeit war nicht das, was ich mir von meiner Mannschaft wünsche oder vorstelle“, sagte er und verwies dabei auch auf die Vorbereitung, in der vieles besser ausgesehen habe. Nach der Pause habe sein Team wesentlich näher an diesem Bild gespielt. „Da haben das Pressing und auch die Spielgenauigkeit besser gepasst“, sagte Michl. Ganz ausblenden wollte er dabei die äußeren Bedingungen nicht. „Die Plätze sind im Moment schwer zu bespielen. Dadurch, dass sie kein Wasser haben, ist es extrem schwer, ein Kurzpassspiel zu spielen.“ Umso wichtiger war für ihn, dass SV Ritterbräu Neumarkt/Pötting die zweite Hälfte laut eigener Einschätzung „sehr gut gemacht“ habe und sich dafür auch belohnte.
Neben seiner Analyse des eigenen Auftritts sprach Andreas Michl nach dem Auftakt auch noch ein klares Lob für den Unparteiischen aus. „Im Großen und Ganzen gab es überhaupt keine Diskussionen. Schiedsrichter Fetahagic war richtig, richtig gut“, sagte der Trainer. Insgesamt wollte er aus dem Thema aber kein großes Feld machen. Viel wichtiger war für ihn die Erkenntnis aus diesen 90 Minuten: Der SV Neumarkt/Pötting bekam das Spiel nicht über einen konstanten Auftritt, sondern über eine klare Steigerung nach der Pause in den Griff. Genau das macht den 2:0-Erfolg zum Start in die neue Saison aus Sicht des Trainers wertvoll. Die drei Punkte stehen, gleichzeitig ist auch klar, woran seine Mannschaft in den kommenden Wochen weiter arbeiten muss.