In der Bezirksliga West hat sich der SV Hargassner Weng im Heimspiel gegen den FC Stern Bau Münzkirchen mit einem 3:3 begnügen müssen. Das späte Remis durch Emir Sabic rettete den Gastgebern zwar noch einen Punkt, zufrieden war Trainer Richard Tusori damit aber nicht. Für ihn war klar: Weng hat sich für eine über weite Strecken gute Leistung nicht entsprechend belohnt und „zwei Punkte verloren“.
Der Verlauf gab dieser Einschätzung durchaus Futter. Der Aufsteiger ging in der 36. Minute durch Marco Hochholzer mit 1:0 in Führung, doch Weng antwortete noch vor der Pause stark. Erst glich Emir Sabic in der 40. Minute zum 1:1 aus, nur zwei Minuten später drehte Richard Tusori die Partie auf 2:1. Damit hatte sich Weng nach dem Rückstand rasch zurückgearbeitet und nahm den Vorsprung mit in die Halbzeit. Gerade dieser Abschnitt passte zu dem, was der Trainer nach dem Schlusspfiff hervorhob. „Wir haben uns die ganze Woche gut vorbereitet. Wir haben gewusst, wo die Stärken und wo die Schwachpunkte von Münzkirchen liegen. Die Spieler haben das angenommen und das sehr gut umgesetzt“, sagte Tusori. Dass seine Mannschaft den Plan grundsätzlich auf den Platz brachte, war für ihn also keine Floskel, sondern ein zentrales Argument in der Bewertung dieses Abends.
Nach Seitenwechsel kam dann genau jene Phase, die Tusori als Knackpunkt nannte. „Die ersten fünfzehn, achtzehn Minuten in der zweiten Halbzeit waren zu hektisch, da war zu viel Nervosität drin“, sagte der Weng-Coach. In dieser Phase nutzte Münzkirchen zwei Fehler der Gastgeber konsequent aus. Hochholzer stellte in der 50. Minute auf 2:2, fünf Minuten später brachte Manuel Feldbauer die Gäste mit 3:2 nach vorne. Aus Wengs Sicht war das besonders bitter, weil die Partie damit trotz eigener guter erster Halbzeit plötzlich wieder gedreht war. Tusori sprach deshalb auch von „kindischen Fehlern“, die seine Mannschaft teuer bezahlt habe. Gleichzeitig stellte er klar, dass er sein Team über den größeren Teil des Spiels vorne gesehen habe. „Von meiner Sicht haben wir, ausgenommen diese fünfzehn, achtzehn Minuten in der zweiten Halbzeit, die bessere Mannschaft gehabt“, sagte er.
Weng musste dem Rückstand danach wieder hinterherlaufen und investierte laut dem Trainer noch einmal alles. „Wir haben viel Kraft und viel Laufbereitschaft gezeigt und uns viele Chancen erarbeitet“, sagte Tusori. Dass es lange trotzdem bei der Führung der Gäste blieb, lag für ihn vor allem am gegnerischen Torhüter. „Der gegnerische Torwart war gewaltig. Er war der Beste beim Gegner und hat einen sehr guten Tag gehabt“, meinte der Weng-Trainer, der auch davon sprach, dass mehrere ganz klare Möglichkeiten liegen geblieben seien. Belohnt wurde Weng immerhin noch in der 90. Minute, als Sabic mit seinem zweiten Treffer des Tages das 3:3 fixierte. Der späte Ausgleich änderte für Tusori aber nichts an der grundsätzlichen Einordnung. Für ihn war es kein Punktgewinn, sondern ein Spiel, in dem mehr drin war als dieses Remis.
Genau dort setzte Tusori auch in seiner Analyse an. „Wir sind mit und ohne Ball auf dem richtigen Weg“, sagte der Trainer und betonte, dass seine Mannschaft Woche für Woche an dem arbeite, was sie gemeinsam erreichen wolle. Gleichzeitig formulierte er den Verbesserungsbedarf sehr klar: „Wir müssen unsere individuellen Fehler und auch die Fehler der Mannschaft sofort reduzieren und weniger Tore bekommen. Da ist noch Luft nach oben.“ Den Gegner beschrieb er als „sehr kompakte, körperlich starke Mannschaft“ und als guten Aufsteiger, Diskussionen um das Schiedsrichterteam wollte er keine aufmachen. „Die drei Schiedsrichter haben ihre Aufgabe richtig gut gemacht“, sagte Tusori. Zum Schluss wurde er noch persönlich und wünschte Spielern beider Teams gute Besserung. In der Tabelle hält der SV Weng nach zwei Runden damit bei einem Punkt, und aus Sicht des Trainers bleibt vor allem die Überzeugung, dass die Richtung stimmt, das Ergebnis diesmal aber zu wenig war.