Spielberichte

„Mit Ball waren wir nicht so griffig“ – Union Rainbach/I. bezahlt Fehler gegen Gurten 1b

Union Rainbach/I.
Union Gurten 1b

In der Bezirksliga West musste sich die Union CAB Rainbach/I. am Sonntagnachmittag gegen die Union Raiffeisen Gurten 1b mit 1:3 geschlagen geben. Für Neo-Trainer Stefan Unterberger lag der Unterschied weniger in einer klaren Überlegenheit der Gäste als in den eigenen Fehlern. Rainbach hielt lange gut mit, geriet kurz vor der Pause unglücklich in Rückstand, kam nach dem Anschlusstreffer noch einmal heran und wurde am Ende für zu wenig Konsequenz mit Ball und im Verteidigen bestraft.

Ball am Spielfeld bei Sonnenuntergang

Foto von Markus Spiske bei Pexels

Rückschlag kam erst kurz vor der Pause

Lange hatte Unterberger das Gefühl, das seine Mannschaft ordentlich in der Partie war. „Wir sind kurz vor der Halbzeit relativ unglücklich in Rückstand geraten, weil wir einen Schlafmoment gehabt haben“, sagte der Rainbach-Coach nach dem Spiel. Genau dieser Moment brachte die Gastgeber aber aus ihrer Sicht auf die Verliererstraße. In der 43. Minute traf Sebastian Baier zum 0:1 für Gurten 1b, und dieser Treffer passte genau zu jener Szene, die Unterberger schilderte. Er sprach von einem langen Ball nach einer Standardsituation, bei dem es ein Missverständnis zwischen der Kette und dem Tormann gegeben habe. „Dann hat niemand den Ball effektiv attackiert, und der Gurten-Stürmer hat ihn sich am Elfer mitnehmen und unbedrängt einschieben können“, erklärte Unterberger. Aus einem Spiel, in dem Rainbach den Gegner nach seiner Einschätzung „relativ gut im Griff“ hatte, wurde so noch vor dem Seitenwechsel ein Rückstand.

Nach Anschlusstreffer fehlte der Ausgleich

Auch nach der Pause bekam Rainbach das Spiel nicht mehr ganz so in den Griff, wie es notwendig gewesen wäre. Zunächst erhöhte Gurten 1b in der 57. Minute durch Mark Oravecz auf 0:2 und verschaffte sich damit ein Polster, dem die Heimelf lange nachlaufen musste. Unterberger sah darin aber noch nicht die endgültige Entscheidung, weil seine Mannschaft später noch einmal zurückkam. In der 83. Minute verkürzte Rumen Stefanov Kerekov auf 1:2, und plötzlich war wieder alles offen. Genau diese Phase sprach der Trainer als einen der entscheidenden Punkte an. „Nachdem wir das 1:2 gemacht haben, haben wir es nicht geschafft, noch den Ausgleich zu erzielen“, sagte er. Statt den Druck zu erhöhen und die Gäste wirklich ins Wanken zu bringen, kassierte Rainbach in der 89. Minute das 1:3. Wieder war es Sebastian Baier, der zuschlug. „Dann haben wir uns in einer der wenigen Situationen, die Gurten noch gehabt hat, einfach nicht gut angestellt und nicht gut verteidigt“, meinte Unterberger. Damit war die Partie entschieden.

Auf Augenhöhe, aber nicht sauber genug in den Details

Gerade das ärgerte den Rainbach-Trainer besonders, weil er seine Mannschaft über weite Strecken nicht klar unterlegen gesehen hatte. „Drei Tore geschossen“, antwortete Unterberger zunächst knapp auf die Frage, was Gurten besser gemacht habe, und schob dann nach: „Ansonsten habe ich uns schon auf Augenhöhe mit einer guten Mannschaft gesehen.“ Aus seiner Sicht hatte Rainbach mit dem eigenen Matchplan durchaus passend dagegengehalten. „Wir haben mit unserem Plan eigentlich gut dagegengehalten und sind durch individuelle Fehler bestraft worden“, sagte er. Vor allem mit Ball habe seine Mannschaft aber nicht das gebracht, was sie sich vorgenommen hatte. „Mit Ball waren wir nicht so griffig, wie wir uns das vorstellen“, fasste Unterberger zusammen. Damit benannte er den zweiten großen Punkt neben den Fehlern in der Defensive. Vorne fehlte in den entscheidenden Momenten die Durchschlagskraft, hinten die letzte Konsequenz in einzelnen Situationen. Oder, wie es der Trainer selbst auf den Punkt brachte: „Gurten war kaltschnäuziger, wenn es um Tore gegangen ist. Und wir waren nicht kaltschnäuzig genug im Verteidigen.“

Kein Alibi gesucht, sondern klare Hausaufgaben

Bemerkenswert war dabei, dass Unterberger gar nicht erst versuchte, die Niederlage auf Nebenschauplätze zu schieben. Eine Szene in der ersten Halbzeit, in der es kurz so ausgesehen hatte, als wäre die Union Rainbach in Führung gegangen, sprach er zwar an, machte daraus aber bewusst kein großes Thema. Wegen eines Foulspiels zählte der Treffer nicht, und der Trainer wollte diese Entscheidung nicht anzweifeln. „Ich war zu weit weg von der Situation, um das einschätzen zu können. Schiedsrichter Konstantinou wird das richtig entschieden haben“, sagte er und bescheinigte dem Unparteiischen insgesamt „eine gute Leistung“. Für Unterberger war die Sache damit klar: „Am Ende des Tages haben wir drei Tore bekommen und nur eines geschossen.“ Entsprechend richtete er den Blick schnell nach vorne. Vor allem die beiden beschriebenen Gegentore seien Punkte, an denen die Rainbacher arbeiten müsse. „Das sind die Dinge, wo wir Hausaufgaben machen müssen, und für die Zukunft werden wir das besser machen“, sagte der Coach. Nach zwei Runden steht seine Mannschaft damit noch ohne Punkt da, die Analyse des Trainers fiel aber trotzdem nüchtern und klar aus.

Bezirksliga West: Rainbach/I. : Union Gurten 1b - 1:3 (0:1)

  • 89
    Sebastian Baier 1:3
  • 83
    Rumen Stefanov Kerekov 1:2
  • 57
    Mark Oravecz 0:2
  • 43
    Sebastian Baier 0:1