In der Bezirksliga West hat sich SV Ritterbräu Neumarkt/Pötting gegen SV Hargassner Weng mit 1:0 durchgesetzt, brauchte dafür aber bis tief in die Nachspielzeit. Trainer Andreas Michl sprach nach dem Schlusspfiff von einem glücklichen Sieg, weil seine Mannschaft die Überzahl nach der Roten Karte gegen Samuel Kobler kaum nutzen konnte. Erst Artem Atamas entschied die über weite Strecken völlig offene Partie tief in der Nachspielzeit.
Michl schilderte die 90 Minuten als komplett offene Angelegenheit. „Es war von der ersten bis zur letzten Minute ein ausgeglichenes Spiel“, sagte der Neumarkt-Trainer, und genau so entwickelte sich die Partie auch auf der Anzeigetafel. Bis zur Pause blieb es beim 0:0, obwohl die Gäste ab Minute 37 nur noch zu zehnt waren, nachdem Samuel Kobler die Rote Karte gesehen hatte. Einen klaren Bruch brachte diese Szene aber nicht. Michl sprach von „zwei, drei Chancen für Weng und zwei, drei Chancen für uns“ und beschrieb damit ein Spiel, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Auch in Überzahl fand Neumarkt lange keinen Rhythmus, während Weng kompakt blieb und die Partie eng hielt.
Gerade das störte den Neumarkter Trainer trotz des Sieges am meisten. „Ich hätte gehofft, dass das Spiel nach der roten Karte in unsere Richtung kippt, aber das hat es nicht“, sagte Michl. Statt Kontrolle und klarer Überlegenheit sah er weiter ein Duell auf Augenhöhe. Besonders deutlich wurde er bei der Erklärung dafür: „In den Köpfen war drinnen, sie sind einen Mann weniger und wir müssen das Spiel gewinnen. Dadurch haben wir eigentlich zum Fußballspielen aufgehört.“ Michl meinte sogar, ihm wäre es „wahrscheinlich lieber gewesen“, wenn elf gegen elf weitergespielt worden wäre, weil sich seine Mannschaft dann vielleicht leichter getan hätte. Dem Gegner stellte er dabei ein gutes Zeugnis aus: Weng sei „sehr kompakt“ gewesen, habe gut gestanden und auch in Unterzahl kaum Chancen zugelassen.
Entschieden wurde die Begegnung deshalb erst ganz am Ende. In der fünften Minute der Nachspielzeit traf Artem Atamas zum 1:0 und bescherte Neumarkt damit doch noch den Dreier. Michl nannte den Erfolg offen „glücklich“ und wollte aus seiner eigenen Mannschaft diesmal auch niemanden besonders herausheben: „Wir waren heute nicht gut, vor allem nach der roten Karte.“ Für die kommenden Einheiten sieht er den Ansatz klar im spielerischen Bereich. Gegen Gurten habe seine Mannschaft zuletzt spielerisch und kämpferisch überzeugt, diesmal sei „das Kämpferische in Ordnung gewesen, aber spielerisch war es zu wenig“. Auch die Diskussion um den Ausschluss wollte er nicht groß machen. Für ihn war die Szene „dunkelgelb“, Rot müsse man aber „natürlich geben“, dazu sei die Leistung des Schiedsrichters „absolut in Ordnung“ gewesen. So bleibt unterm Strich ein später Sieg, der Neumarkt mit 15 Punkten in der Spitzengruppe hält, intern aber eher als Warnung dienen dürfte denn als Anlass für große Zufriedenheit.