In der Bezirksliga West lieferten sich die Union Ziegelwerk Senftenbach und der USV Raiffeisen Eggelsberg/Moosdorf ein 3:3, das den Spitzenspiel-Charakter voll erfüllte. Wolfgang Felber sah ein offenes Topspiel mit viel Tempo und mehreren Wendungen. Vor allem die Systemumstellung seiner Mannschaft gefiel dem Trainer, auch wenn er einräumte, dass Eggelsberg einige Gegentore besser verteidigen muss, um aus so einer Partie vielleicht noch mehr mitzunehmen.

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Felber hatte von Beginn an den Eindruck eines Spiels, das jederzeit in beide Richtungen kippen konnte. "Es ist relativ flott dahingegangen, hüben wie drüben waren Aktionen dabei", schilderte der Trainer nach dem 3:3. Genau so entwickelte sich auch der Spielstand. Senftenbach ging in der 32. Minute durch Jakob Leherbauer 1:0 in Führung, wobei Felber offen ansprach, dass seine Mannschaft dieses Tor "nicht clever genug verteidigt" habe. Noch wichtiger war aus seiner Sicht dann die Antwort kurz vor der Pause: In der Nachspielzeit traf Andreas Dürager zum 1:1. Damit war Eggelsberg unmittelbar vor dem Seitenwechsel wieder da und nahm das Spiel in einer Phase mit, in der ein Rückstand natürlich besonders unangenehm gewesen wäre.
Wer nach dem Ausgleich auf einen ruhigeren zweiten Durchgang gehofft hatte, lag daneben. Senftenbach setzte gleich wieder ein Zeichen, als Daniel Schmierer in der 49. Minute zum 2:1 traf. Felber sprach dabei von einem "wunderschönen Freistoßtreffer", der den Gastgebern erneut die Führung brachte. Eggelsberg ließ sich davon aber nicht aus dem Tritt bringen. Andreas Dürager stellte in der 54. Minute auf 2:2, ehe Felix Johannes Peer die Gäste in der 72. Minute sogar mit 3:2 nach vorne schoss. Doch auch diese Führung hielt nicht lange, weil Jonas Reisegger nur zwei Minuten später das 3:3 erzielte. Für Felber war genau dieses ständige Hin und Her bezeichnend für den Nachmittag: "Jede Mannschaft hätte die Chance zum Gewinnen gehabt, genauso zum Verlieren."
Ein zentraler Punkt in Felbers Analyse war die Vorbereitung auf Senftenbach. Der Eggelsberg-Trainer erklärte, dass seine Mannschaft unter der Woche "eine kleine Systemumstellung" vorgenommen habe, weil man wisse, wie diszipliniert der Gegner seine Art von Fußball spiele. Genau diese Anpassung habe sich aus seiner Sicht bemerkbar gemacht. "Der Gegner hat gemerkt, dass seine Spielidee nicht mehr genauso funktioniert, weil wir versucht haben, viel zuzustellen", sagte Felber. Entsprechend fiel auch das Lob an seine Mannschaft aus: "Mannschaftstaktisch ist uns das eigentlich gut gelungen." Gleichzeitig sparte er nicht mit Anerkennung für den Gastgeber. Senftenbach sei nicht umsonst ungeschlagen, spiele sehr routiniert zusammen und verfüge über "gewaltig gute Stürmereien". Gerade deshalb ordnete Felber das 3:3 auch als Ergebnis ein, mit dem beide Seiten leben konnten.
Weil der USV Eggelsberg/Moosdorf viele Dinge gut gemacht hat, blieb für den Trainer am Ende vor allem ein überschaubarer Kritikpunkt. Ohne Fehler gehe es im Fußball nicht, sagte Felber, aber natürlich wünsche sich jeder Trainer, dass sich solche Gegentore nicht wiederholen. "Tore, die man verteidigen kann, muss man in Zukunft besser verteidigen", brachte er es klar auf den Punkt. Einen einzelnen Knackpunkt wollte er aus dieser Partie trotzdem nicht herausziehen, weil dafür zu viel auf beiden Seiten passiert sei und weil auch in der Schlussphase noch jede Mannschaft Möglichkeiten auf mehr gehabt habe. Dazu kam nach Felbers Eindruck ein sehr sauberer Rahmen. Schiedsrichter Ebner lobte er ausdrücklich für eine bravouröse Leitung, zugleich sah er auch in der fairen Haltung beider Teams einen Grund dafür, warum dieses Spitzenspiel für die rund 250 Zuschauer so sehenswert war. Für Eggelsberg bedeutete der Punkt, dass die Mannschaft auch nach sieben Runden ungeschlagen blieb. Zum Abschluss verteilte Felber deshalb noch Lob an seine Spieler und an die mitgereisten Anhänger, von denen nach seiner Einschätzung mindestens die Hälfte der Zuschauer ausgemacht habe: "Es war ein toller Samstagnachmittag."