In der Bezirksliga West hat der SV Hargassner Weng gegen die SPG Raiffeisen Utzenaich/Antiesenhofen nach wildem Verlauf 4:2 gewonnen. Trainer Richard Tusori sah zunächst einen starken Start seiner Elf, dann eine hektische Phase samt 1:2-Rückstand und am Ende eine Wende, die für ihn klar mit dem erhöhten Druck nach der Gelb-Roten des Gegners zusammenhing. Weng nutzte die Chancen in der Schlussphase konsequent.

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Der Abend begann für Weng genau so, wie es sich der Trainer vorgestellt hatte. Schon in der 7. Minute brachte Haris Sistek die Gastgeber mit einem Freistoß 1:0 in Führung, und aus Sicht von Richard Tusori war das nur die logische Folge einer starken Anfangsphase. "Wir haben das Spiel sehr richtig angefangen. Bis zur 30. Minute waren wir gut im Spiel und haben uns viele Chancen erarbeitet", sagte der Weng-Coach nach dem Schlusspfiff. Diese Worte passen zum Verlauf vor der Pause, denn Weng lag vorne und hatte die Partie zunächst auf seiner Seite. Gleichzeitig machte Tusori aber auch deutlich, dass sich die Gäste schon im ersten Durchgang nicht einfach abschütteln ließen. Mit dem 1:0 ging es zwar in die Kabinen, entschieden war zu diesem Zeitpunkt aber noch überhaupt nichts.
Nach dem Seitenwechsel bekam die Partie dann genau jene Wendung, die Weng unbedingt vermeiden wollte. In der 50. Minute glich Ivan Peric zum 1:1 aus, nur vier Minuten später legte Paul Chwala das 2:1 für die Gäste nach. Tusori sprach genau über diese Phase sehr offen und sah seine Mannschaft dabei nicht nur unter Druck, sondern auch zu hektisch. "Dann hat der Gegner seine Welle auf uns gedrückt, wir waren zu hektisch", sagte er. Dass Utzenaich/Antiesenhofen in dieser Zeit gefährlich war, führte der Trainer auch auf die Spielweise des Gegners zurück. "Der Gegner hat viele hohe Bälle gespielt und vorne sehr große Spieler gehabt. Das war sehr gefährlich für uns", erklärte Tusori. Vor allem die zwei Offensivspieler vorne seien "wirklich sehr gute Kicker" gewesen, die seiner Mannschaft schwierige Momente bereitet hätten.
Weng blieb trotz des Rückstands aber im Spiel und bekam in der 65. Minute die große Möglichkeit zurückzukommen. Das 2:2 fiel durch ein Eigentor von Simun Banovic, und von da an kippte die Begegnung wieder in Richtung der Hausherren. Für Tusori hatte diese Wende einen ganz klaren Auslöser. "Der Gegner hat eine Gelb-Rote Karte bekommen. Dann waren wir ein Spieler mehr, haben sofort Druck gemacht und diesen Vorteil ausgenutzt", sagte der Trainer. Dazu kamen frische Kräfte von der Bank, die nach seiner Einschätzung noch einmal "neues Blut" und "neuen Druck" ins Spiel brachten. Weng blieb am Drücker und belohnte sich in der 76. Minute mit dem 3:2 durch Lucas Alexander Steinmetz. In der 86. Minute machte David Tamas mit dem 4:2 alles klar. Tusori war überzeugt, dass seine Mannschaft in dieser Phase sogar noch mehr hätte nachlegen können: "Normalerweise müssen wir nach der 70. Minute noch zwei oder drei Tore machen."
Bemerkenswert war nach dem Spiel, dass Tusori trotz des Heimsiegs nicht nur auf die eigene Leistung schaute, sondern auch dem Gegner ausdrücklich Respekt zollte. "Das war eine sehr schwierige Partie. Ich möchte der SPG Utzenaich/Antiesenhofen gratulieren. Sie haben sehr gut gespielt", sagte er. Gerade deshalb hatte der 4:2-Erfolg für ihn besonderes Gewicht. Den entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Teams sah er am Ende vor allem in der Effizienz vor dem Tor. "Wir haben mehrere Chancen gehabt und sie ausgenutzt", so der Coach. Für seine Mannschaft sprach er von einer "Top-Leistung" und bezog dabei ausdrücklich alle Spieler mit ein. Dazu kam die Freude über einen Freitagabend, der auch auf den Rängen gut ankam. "Unsere Fans sind die besten in der Liga", sagte Tusori. Mit dem Heimsieg steht der SV Weng nach acht Runden bei elf Punkten und verschafft sich in der Tabelle wieder etwas Luft.