In der Bezirksliga West hat SV Ritterbräu Neumarkt/Pötting ein umkämpftes 2:1 gegen USV Knoblinger Neuhofen i. I. gefeiert. Nach frühem Rückstand drehte die Mannschaft von Trainer Andreas Michl die Partie und ging kurz nach der Pause in Führung. Michl sah den Ausschlag vor allem in der langen starken Phase seiner Elf: "Wir waren über sechzig Minuten die bessere Mannschaft." Am Ende verteidigte Neumarkt den Vorsprung mit Mühe.

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Neumarkt musste zunächst einmal in dieses Spiel hineinfinden. Michl sprach nach dem Schlusspfiff offen davon, dass seine Mannschaft "schlecht ins Spiel gestartet" sei. Vor allem die Gäste überraschten ihn in der Anfangsphase. "Den Gegner habe ich ganz anders erwartet, auch von der Aufstellung her. Dadurch hatten wir die ersten zwanzig Minuten richtige Probleme", erklärte der Trainer. In der 12. Minute brachte Michael Reifeltshammer Neuhofen mit 1:0 in Führung. Michl hielt mit seiner Meinung zu dieser Szene nicht hinter dem Berg und bezeichnete den Strafstoß als "sehr fragwürdig". Gleichzeitig ordnete er die erste Phase aber fair ein: "Neuhofen war am Anfang sehr unangenehm und wirklich richtig gut. Sie waren verdient in Führung, auch wenn der Elfmeter nichts war."
Erst nach rund zwanzig Minuten bekam Neumarkt mehr Zugriff und mehr Ruhe in sein Spiel. Michl sagte, seine Mannschaft habe dann "besser ins Spiel gefunden" und sich in dieser Phase auch gute Möglichkeiten auf den Ausgleich erarbeitet. Noch vor der Pause fiel dieser Treffer dann tatsächlich. Nach einem Eckball, der zunächst nur kurz abgewehrt wurde, blieb Neumarkt in der Szene, brachte den Ball noch einmal in die Mitte und kam in der 41. Minute durch Markus Voraberger zum 1:1. Für den Trainer war das ein "sehr verdienter Ausgleich". Kurz nach dem Seitenwechsel folgte die nächste Schlüsselszene. Wieder gab es einen Elfmeter, diesmal für die Gastgeber. Auch diesen beurteilte Michl ehrlich und ohne Umschweife: "Auch das war eigentlich kein Elfmeter, aber wir haben das Geschenk natürlich angenommen." Petr Pasecky verwandelte in der 49. Minute zum 2:1.
Mit der Führung im Rücken hatte Neumarkt seine beste Zeit in dieser Partie. Michl betonte, er sei "bis zur siebzigsten Minute sehr zufrieden" gewesen, weil seine Mannschaft das Spiel in dieser Phase "immer im Griff" gehabt habe. Genau darin sah er auch den entscheidenden Unterschied: "Neuhofen war die ersten zwanzig und die letzten zehn Minuten besser, wir waren in der Mitte drinnen besser." Dazu kam eine personelle Korrektur auf den Außenbahnen. Über die linke Seite der Gäste sei "extrem viel Tempo" gekommen, schilderte Michl, weshalb er seine beiden Mittelfeldspieler tauschte und Benjamin Hasanovic auf die linke Seite stellte. Diese Anpassung half sichtbar. Danach übernahm Neumarkt laut seinem Trainer "die Kontrolle über das Spiel" und hatte zudem die Möglichkeiten, die Führung weiter auszubauen. Dass das 3:1 ausblieb, hielt Neuhofen allerdings im Rennen.
Weil Neumarkt in seiner starken Phase nicht nachlegte, wurde die Schlussphase noch einmal richtig unangenehm. Michl sagte, das Spiel sei in den letzten zwanzig Minuten "ein bisschen gekippt". Neuhofen kam wieder auf, erspielte sich gute Chancen und drückte auf den Ausgleich. In dieser Phase musste Neumarkts Torhüter mehrmals eingreifen und hielt den knappen Vorsprung fest. Auch nach dem Abpfiff blieb Michl bei seiner nüchternen Linie, vor allem beim Blick auf die strittigen Szenen. "Über beide Elfmeter kann man diskutieren. Beide sind eigentlich nicht zu geben", sagte er und ergänzte zur Leistung der Unparteiischen: "Sonst war die Schiedsrichterin ganz in Ordnung." Unter dem Strich überwog für ihn klar das Positive. "Es waren extrem wichtige drei Punkte für uns", betonte Michl. Mit dem 2:1 hält Neumarkt nach acht Runden bei 21 Punkten und bleibt damit Tabellenführer.