In der Bezirksliga West hat die SPG Palting/Seeham am Samstagnachmittag bei der Druckhaus Adame Union Gilgenberg einen glanzlosen, aber wichtigen 1:0-Sieg eingefahren. Trainer Peter Sailer sprach danach offen von einem „Arbeitssieg“ und traf damit den Kern der Partie genau. Seine Mannschaft tat sich lange schwer, fand offensiv kaum ihren Rhythmus und musste trotz Führung bis in die Schlussphase hinein wachsam bleiben.
Dass es kein Spiel für Fußball-Feinschmecker werden würde, war für Peter Sailer früh zu sehen. „Wir sind sehr schwer in die Partie reingekommen“, sagte der Trainer, der vor allem die ersten dreißig Minuten kritisch einordnete. Gilgenberg stand tief, machte die Räume eng und ließ den Gästen nur wenig Platz für saubere Angriffe. Sailer formulierte es deutlich: „Passqualität, Passgenauigkeit, Entschlossenheit und Zielstrebigkeit der letzten Partien waren leider nicht vorhanden.“ So entwickelte sich eine erste Hälfte, in der Palting/Seeham zwar mehr wollte, aber kaum in den eigenen Spielfluss fand. Die Gastgeber konnten sich laut Sailer immer wieder befreien und das 0:0 lange halten, ohne selbst wirklich gefährlich zu werden. Die erste brauchbare Gelegenheit gehörte dann dennoch den Gästen: Nach einem Fehler im Gilgenberger Spielaufbau kam Ajdin Islamovic rechts in den Strafraum, seine Hereingabe konnte Amir Hadzic aber nicht im Tor unterbringen. Mehr blieb vor der Pause aufseiten der SPG nicht hängen, weshalb das torlose Remis zur Halbzeit gut zum Spiel passte. Selbstkritisch muss ich mir auch eingestehen dass die Umstellungen nicht den gewünschten Erfolg brachten. Mit der Rückkehr von Hadzic, Thalmayr auf der rechten Offensivseite und dem vorziehen von Marenkovic auf der linken Seite wollte ich noch mehr Dynamik in die Offensive bringen. Das hat leider nicht den gewünschten Effekt gebracht und darum habe ich das dann auch für die zweite Halbzeit korrigiert.
Nach dem Seitenwechsel wurde Palting/Seeham etwas aktiver, ohne dass die Partie sofort ganz kippte. Der entscheidende Moment kam in der 54. Minute: Nach einem Schuss von Balazs Kovacs reagierte Mario Thalmayr beim Abpraller am schnellsten und brachte die Gäste mit 1:0 in Führung. Für Sailer war das ein wichtiger Treffer, weil „damit etwas der Druck weg war“ und seine Mannschaft danach besser ins Spiel kam. Ganz ruhig wurde der Nachmittag aber nicht, weil Palting/Seeham die Chance auf das 2:0 ausließ. Nach einem Zuspiel von Balazs Kovacs wurde Balint Czako im Strafraum gefoult, den fälligen Elfmeter konnte Amir Hadzic aber nicht verwerten. Sailer sprach später genau diesen Punkt an: „Wir haben leider den Sack nicht zugemacht.“ Dazu kam noch Pech, als Balazs Kovacs mit einem Abschluss nur die Stange traf. So blieb die Partie offen, obwohl die Gäste in dieser Phase eigentlich alles auf ihrer Seite hatten, um früher für klare Verhältnisse zu sorgen.
Gerade weil das zweite Tor ausblieb, blieb es bis zum Schluss eng. Sailer machte daraus nach dem Schlusspfiff kein Geheimnis: „Eins zu null ist immer knapp, es kann immer was passieren.“ Auch wenn Gilgenberg nach seiner Einschätzung über neunzig Minuten „keine wirkliche Torchance“ hatte, war für ihn klar, dass bei einem knappen Vorsprung bis zuletzt Vorsicht nötig ist. In den Schlussminuten versuchten es die Gastgeber noch einmal mit langen Bällen, doch Palting/Seeham brachte den Vorsprung über die Zeit. Insgesamt klang der Trainer mit dem Ergebnis deutlich zufriedener als mit der Leistung. „Es war ein Arbeitssieg“, sagte er mehrmals und fügte an, dass seine Mannschaft an diesem Tag viele ihrer eigentlichen Stärken vermissen ließ. Gleichzeitig nahm er aber auch etwas Positives mit: „Vor einiger Zeit hätten wir solche Partien wahrscheinlich unentschieden gespielt oder sogar verloren.“ Dass der Schiedsrichter die Partie laut Sailer „souverän“ leitete, passte zu einem Nachmittag, der zwar umkämpft, aber nicht hektisch war.
Unter dem Strich zählt für die SPG Palting/Seeham vor allem, dass trotz eines schwächeren Auftritts die drei Punkte im Gepäck mit nach Hause gingen. In der Tabelle steht die SPG damit bei 16 Punkten auf Rang vier und hält den Anschluss an die Spitzengruppe. Genau daraus will Sailer nun aber keinen Freibrief machen. Sein Blick ging nach dem Abpfiff sofort nach vorne: „Wir müssen diese Partie abhaken als Arbeitssieg und wieder versuchen, an die guten Partien der letzten Runden gegen Senftenbach und Eggelsberg anzuschließen.“ Schon das kommende Heimspiel gegen Diersbach sieht er als nächste Gelegenheit, wieder mehr von dem zu zeigen, was seine Mannschaft in den Wochen davor stark gemacht hat. Der Sieg in Gilgenberg war also keiner für das Erinnerungsalbum, für den Saisonverlauf könnte er für Palting/Seeham trotzdem noch wertvoll werden.