In der Bezirksliga West hat sich die TSU Jeging gegen die SPG FC Permatinger Munderfing/Pfaffstätt lange gegen die Niederlage gestemmt, am Ende nahmen die Gäste aber ein 4:2 mit. Nach einem offenen 0:0 zur Pause zog Munderfing/Pfaffstätt binnen weniger Minuten auf 3:0 davon. Co-Trainer Raphael Stockinger sah darin den Kern des Erfolgs, ehe zwei Traumtore der Gastgeber die Partie noch einmal richtig eng machten.

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Wer nur auf das Ergebnis blickt, würde an diesem Samstagnachmittag ein zu klares Bild bekommen. Denn bis zur Pause war die Partie laut Stockinger offen und über weite Strecken ausgeglichen. „Die erste Halbzeit war ziemlich ausgeglichen, mit klaren Chancen auf beiden Seiten. Beide Mannschaften hätten in Führung gehen können“, sagte der Co-Trainer. Er sprach von einem eher mittelfeldbetonten Spiel, in dem sich beide Teams nichts schenkten. Aus Sicht der Gäste sorgten vor allem lange Bälle immer wieder für Probleme in der Jeginger Defensive. Auf der anderen Seite kam aber auch die Heimelf gefährlich durch, vor allem mit schnellen Kombinationen und tiefen Pässen. Mehrmals entstanden daraus Eins-gegen-eins-Situationen mit dem Schlussmann der Gäste. Stockinger hob dabei nicht nur seinen Torwart hervor, sondern auch die Arbeit dahinter: „Unser Torwart war immer zur Stelle. Und wenn er geschlagen war, haben unsere Verteidiger die Arbeit nach hinten sehr ernst genommen und das Gegentor verhindert.“ So blieb es beim 0:0, obwohl beide Mannschaften ihre Möglichkeiten hatten.
Die Phase unmittelbar nach dem Seitenwechsel war dann genau jene Strecke, die das Spiel in die Richtung der Gäste kippen ließ. In der 48. Minute brachte Daniel Greinecker Munderfing/Pfaffstätt mit 1:0 in Führung. Nur fünf Minuten später legte Michael Bauböck das 2:0 nach, ehe Fabian Spatzenegger in der 56. Minute bereits auf 3:0 stellte. Für Stockinger lag genau dort der entscheidende Unterschied. „Der entscheidende Moment waren definitiv die 20 Minuten nach der Halbzeit, wo wir die etwas zu hoch stehenden Jeginger mit langen Bällen überlisten konnten und mit schnellen Angriffen und zielstrebigen Abschlüssen die 3:0-Führung hergestellt haben“, sagte er. Auch bei der Beschreibung der Tore blieb er bei einer klaren Linie. „Unsere Tore hatten alle das gleiche Muster. Wir haben mit langen Bällen gearbeitet und die hoch stehenden Jeginger in Eins-gegen-eins-Situationen gezwungen. Das haben unsere Offensivspieler schlitzohrig ausgenutzt.“ Dazu kam aus seiner Sicht ein Punkt, den er mehrfach betonte: „Besonders gut funktioniert haben die Mentalität, der Zusammenhalt und der Teamspirit.“
Mit dem 0:3 war die Partie allerdings noch lange nicht erledigt. Jeging schlug zurück und brachte noch einmal richtig Spannung hinein. Zunächst verkürzte Robert Hehedosh in der 69. Minute nach einer Freistoßsituation auf 1:3, kurz darauf traf Lukas Lugstein in der 72. Minute zum 2:3. Stockinger sprach in diesem Zusammenhang von „zwei Traumtoren“, die die Gastgeber wieder zurück ins Spiel brachten. „Nach dem 3:0 haben die Jeginger ihre Chancen ausgenützt. Das hat die Partie natürlich wieder angeheizt“, sagte er. Tatsächlich waren die Gastgeber in dieser Phase am Drücker, und laut Stockinger wäre sogar der Ausgleich möglich gewesen. Wieder war der Schlussmann der Gäste ein entscheidender Faktor, weil er den knappen Vorsprung festhielt. Erst in der 83. Minute fiel die Entscheidung, als Daniel Greinecker mit seinem zweiten Treffer des Tages auf 4:2 stellte. Stockinger vergaß bei aller Freude auch den Gegner nicht: „Der Gegner war speziell in der ersten Halbzeit kampfbetont und bissig. Dass sie nach dem 0:3 nicht aufgegeben haben, muss man ihnen zugutehalten.“
Auch in der Einordnung nach dem Schlusspfiff blieb Stockinger bei der Linie, die schon während seiner Spielanalyse erkennbar war. Für ihn entschied nicht ein einzelner Zufall die Partie, sondern die Mischung aus Haltung, Konsequenz und dem richtigen Zugriff nach der Pause. „Der entscheidende Unterschied lag in der Mentalität und in der Einstellung. Speziell in der zweiten Hälfte auch in unseren zielstrebigen und schnellen Gegenstößen aus einem kompakten Defensivblock heraus“, sagte er. Verbesserungspotenzial sieht er trotzdem. „Woran wir noch arbeiten müssen, sind minimale Abstimmungsfehler oder Missverständnisse in der Verteidigung.“ Den beiden Gegentoren wollte er daraus aber keinen großen Vorwurf machen. Auch mit der Leistung des Unparteiischen zeigte er sich einverstanden: „Die Schiedsrichterleistung war gut und hatte keinen Einfluss auf den Spielverlauf.“ Für Munderfing/Pfaffstätt bedeutet der Auswärtssieg nach acht Runden zehn Punkte und Rang sieben, Jeging bleibt vorerst bei sechs Zählern. Vor allem aber nimmt der Sieger die Bestätigung mit, dass er ein enges Spiel mit einer starken Phase nach der Pause auf seine Seite ziehen kann.