Traditionell unter den TOP- 4 der Frauen-LT1--O.Ö.- Liga, findet sich die Spielgemeinschaft aus der drittgrößten Stadt Oberösterreichs aktuell nur auf Platz 7; das Ligaportal befragte dazu Cheftrainer Edis Karaman:
Ligaportal: Edis, war an Eurem schwächeren Abschneiden auch Verletzungspech im Herbst mitbeteiligt?
Edis Karaman: „Sicher haben wir uns die Platzierung ein wenig anders vorgestellt, aber ein Vergleich mit den letzten Jahren scheitert aus verschiedenen Gründen: wir stellen ein sehr junges Team, habe dazu 3 länger, weil schwerer Verletzte (Kreuzbandrisse usw.) und natürlich müssen wir auch versuchen, den Abgang von Spitzenkräften in der Offensive langsam wieder auszugleichen".
Mit Anja Söllner, Kathi Strauchs, Karina Schneiber, Julia Schneider usw….hattet Ihr namhafte „Abgänge“ zu verzeichnen, kann man einen solchen Aderlass überhaupt in absehbarer Zeit verkraften?
„Das ist natürlich eine gewisse Frage der Zeit, aber der Nachwuchs ist mit Feuereifer am Werk, er wird in gewisser Weise auch im Frühjahr „ins kalte Wasser geworfen“, wenn Du so willst, aber sie sind alle sehr lernbegierig und sollen langfristig profitieren."
An wen halten sich die „Jüngsten“, wenn die Langzeitstützen nicht mehr da sind?
„Unsere Kapitänin „Nikki“ Dengg ist ebenso für sie da wie eine Jana Aichmayr, Larissa Nösslinger, Hannah Schausberger usw, usf.….. also Spielerinnen, die schon länger dabei sind, die den Newcomerinnen immer weider mit Tipps zur Seite stehen und eine gewisse Vorbildfunktion ausfüllen.“
Habt Ihr das MHL-Team zurückziehen müssen, um „Nachschub“ für die 1. Mannschaft zu bekommen?
„Wir haben 4,5 Spielerinnen aus diesem Team hochgezogen, die sehr talentiert sind und die wir sukzessive an das Niveau heranführen wollen. Sie finden dazu auch eine fast ideale Situation vor: wir können uns als Team in der Tabelle der LT1- O.Ö.-Liga nicht gravierend nach vorne verbessern und nach hinten sollten wir doch den nötigen Abstand wahren können. Das bedeutet, dass die „Youngsters“ in der 2. Saisonhälfte viel Spielzeit erhalten werden und dabei Spielpraxis erwerben können. Das heißt aber auch wieder nicht, dass wir Spiele von vorneherein „aufgeben“, aber wir machen unsere Fortschritte nicht unbedingt an den Resultaten fest.“
Gab es auch positive Erlebnisse, die Dich überrascht haben?
„Ja, vor allem mit welchem Einsatz die Mädels am Werk sind, trotz der ungewohnten Situation, weiter hinten als in den letzten Saisonen zu rangieren. Bei uns ist Teamspirit sehr gut, und deshalb bin ich auch überzeugt, dass wir gemeinsam aus dieser momentan nicht einfachen Lage wieder herauskommen werden.
Nur ein Bespiel zur Illustration: gestern nahmen 23 Spielerinnen am Hallentraining teil, wir verfügen also über einen breiten Kader, das nährt unsere Zuversicht.
Wie habt Ihr die Winterpause genützt?
„Zunächst einmal sollten die Spielerinnen abschalten und sich mit anderen Aktivitäten beschäftigen. In der Vorwoche haben wir dann auf Kunstrasen wieder begonnen, zu trainieren, in der Halle stehen auch Kraft-Einheiten auf dem Programm."
Du betreust gemeinsam mit Kevin Hochwallner den Kader, wie teilt Ihr Euch die Agenden auf?
„Da gibt es demnächst eine Ergänzung, weil wir einen dritten Trainerkollegen dazubekommen; ich erstelle den Wochenplan mit den Schwerpunkten und dann „dritteln“ wir uns die Aufgaben, und versuchen dabei, Fehler auszumerzen und allen so viel wie möglich beizubringen.“
Gibt es Veränderungen (Zu-Abgänge) in Eurem Kader in der Winterpause?
„Ja, Carina Bühringer wird uns wieder zur Verfügung stehen, ist super, weil sie uns mit ihrer Schnelligkeit sehr helfen kann, dazu wollen wir noch 1-2 Spielerinnen verpflichten, aber ich möchte den Verhandlungen nicht vorgreifen“.
War der BILLA-Hallenzauber in Traun für Euch eine willkommene Abwechslung?
„Auf jeden Fall, es war ein sehr gut organisiertes Turnier mit guten Spielen und unser Team hat sich mit Platz 5 auch sehr gut geschlagen“.
Heute Nachmittag beginnt Ihr Euren Testspielreigen?
„Ja, wir treten auf Kunstrasen in Bad Vigaun gegen die SG Tennengau an, einen Spitzenklub der Salzburger Landesliga , es folgen noch Probespiele gegen Bergheim, die FFAOÖ, St. Stefan, Neustift…..
Eure Pflichtspiele beginnen Mitte März mit den Viertelfinal-Spiel in bei der SPV Kematen-Piberbach/Rohr-Neuhofen, siehst Du es eher als „Bonus-Spiel“ oder als großes Saisonziel?
„Ehrgeizig gehen wir schon in diese Partie gegen die Favoritinnen, wir geben unser Bestes und können sie auch an einem guten Tag schlagen, aber da müsste natürlich alles zusammenpassen.“
Deine Wünsche für das Frühjahr?
„Eine verletzungsfreue Rückrunde, das wäre mein größtes Anliegen. An die übrigen Herausforderungen werden wir selbst mit Optimismus herangehen!“
Vielen Dank, dass Du auch am Spieltag Zeit für die aktuellen Infos gefunden hast, viel Glück und Erfolg bei Euren Vorhaben im Frühjahr!“
Helmut Pichler