Nach ihrer sensationellen Frühjahrssaison sprach das Ligaportal mit Cheftrainerin Iris Knienieder über ihr „Dilemma“ und die weitere Entwicklung der Spielgemeinschaft aus dem Innviertel:
Ligaportal: Iris, ich nehme an, Du hast den Ausgang des gestrigen Relegationsspiels FC Oberes Feistritztal-- SPG SV Zaunergroup Wallern / Krenglbach (1:1) als frühere Trainerin in Krenglbach aufmerksam verfolgt?
Iris Knienieder: „Ich war überrascht, nachdem im Vorjahr meinem Ex-Team ein überzeugender Sieg gegen die Steiermärkerinnen gelang. Sie haben damals sicherlich ihr bestes Spiel der Saison geliefert. Im nächsten Heimspiel gegen Sachsenburg hat die Spielgemeinschaft sicher noch alle Chancen, aber die 14- tägige Pause, der Aufgabe, die Spannung körperlich und mental aufrechtzuhalten und der Druck (deutlich) gewinnen, zu müssen, machen die Aufgabe nicht gerade leicht.“
Zur Förderung des O.Ö. Frauenfußballs ist den „Landsfrauen“ der Aufstieg zu wünschen, für Euer Team wäre der „status quo“ besser?
„Ich würde es ihnen ehrlich gönnen, weil ein rein oberösterreichischer Teilnehmer in der 2. Frauen-Bundesliga so wichtig wäre. Für „unsere“ weitere Entwicklung wäre hingegen ihr Verbleib in der LT1- O.Ö.-Liga mit weitaus weniger Problemen behaftet".
Von einem möglichen Aufstieg der Meisterinnen wäret Ihr als Drittplatzierte der Landesliga ja direkt betroffen?
„Es ist richtig, dass sich bei der Abstimmung im Februar alle Mannschaften für 2 Zehnerligen (LT1-O.Ö.- Liga und Landesliga) aussprachen, aber zu diesem Zeitpunkt war z.B. noch nicht bekannt, dass die LASK -Juniors ausscheiden und in die U 16- Elite-Girls-Liga wechseln. Dadurch „müssen“ jetzt 2 Teams in die oberste Frauenliga Oberösterreichs aufrücken, wenn wir als Dritte auch noch dazu „vergattert“ würden, fände ich das nicht fair“ bzw. können solche Entscheidungen leider auch Vereine bzw. Mannschaften langfristig schädigen!"
Was sind Deine größten Bedenken?
„Unser ohnehin „knapper“ Kader wurde durch den voraussichtlich längeren Ausfall von Spielmacherin Susi Bauer noch weiter geschwächt, wir bräuchten mindestens zusätzlich 3 Spielerinnen, um halbwegs mithalten zu können. Ohne ausreichendes Aufgebot in der LT1-O.Ö.-Liga antreten zu können, ist eine Teilnahme „da oben“ nicht ratsam. Anderseits möchte ich meinen Mädels aber auch nicht den „Zwangsabstieg“ in die Frauenklasse zumuten, dafür sind sie – ohne Überheblichkeit- überqualifiziert. Für uns ist deshalb die Landesliga ideal“.
Was würdest Du Dir am meisten wünschen?
"Dass auch im Frauenfußball, wie bei den Männern, rechtzeitig klare Vorgangsweise festgelegt werden, um auch unvorhergesehene Probleme wie Auflösungen oder Zurückziehungen zu lösen. Jetzt dauert es wieder bis zum 27. Juni, dem Tag des letzten Relegationsspieles, bis (hoffentlich) klar ist, wer aufsteigt. Inzwischen wäre es aber notwendig, im Verein für die neue Saison die Weichen stellen zu können“.
Zu erfreulichem: Seit 11 Spielen seid Ihr ungeschlagen geblieben, da sind für Dich als Head-Coach keine Wünsche offengeblieben?
„Die Mädels haben eine Wahnsinnsleistung erbracht, deshalb möchte ich auch, dass es bei uns geordnet weitergeht. Über so lange Zeit doch so konstant alles spielerisch zu lösen ist für mich eine Meisterleistung und erfüllt Markus (Kaltenböck) und mich mit Stolz!“
Wäre eine neuerliche 9-er Liga eventuell eine Lösung?
„ Wäre zwar nicht ideal, aber immer noch besser als uns, als Drittplatzierte, oder sonst ein Team zu einem Aufstieg zu zwingen“.
Danke Dir vielmals für Deine klare Darlegung, ich wünsche Euch und dem o.ö. Frauenfußball sehr, dass „ im Fall des Falles“ eine halbwegs zufriedenstellende Lösung möglich wird.
Helmut Pichler