Frauen in OÖ

RESET: ASKÖ LSC Linz peilt nach „schöpferischer“ Pause einen Neustart in der Meisterschaft an!

Welches Resümee er aus der letzten Saison zieht und wie es beim Letzten der Landesliga weitergehen soll, wollte das Ligaportal vom „Langzeit-Rekord-Trainer“ Manfred Rigler in Erfahrung bringen:

 

Ligaportal: Manfred, wie "bilanzierst" Du nach der letzten Saison?

„Der Kader wurde aufgrund der zahlreichen Ausfälle zu klein: wir mussten wir 4 Kreuzbandrisse und 1 Handbruch hinnehmen und das bei Schlüssel-Spielerinnen, das war nicht zu verkraften. Dadurch ging so viel Qualität verloren, 5 Stützen dabei zu haben oder vorgeben zu müssen, entscheidet über Mittelfeld der Tabelle oder Abstiegszone. Bei den Spielerinnen konnte ich nicht mehr die beste Einsatzmöglichkeit wählen".

Inwiefern seid Ihr an Eure Grenzen gestoßen?

„Wir mussten nicht nur frühere Stützen aktivieren, die uns mustergültig „ausgeholfen“ haben, sondern auch z.B. Julia Müller ins Tor „zwangsverpflichten“, obwohl sie für uns auf dem Feld genauso wichtig gewesen wäre".

Trotzdem fielen manche Verluste sehr knapp aus?

„Niederlagen mit 1 Tor Differenz, u.a, gegen den Vizemeister TRUCKCENTER Altenfelden oder mit 2 Toren Unterschied trotz guter Leistung kosteten Zähler und waren ein Ergebnis der „Unterbesetzung“. Unsere jungen Talente sind wirklich bemüht, aber die Routine der Gegnerinnen war im „Schnellgang“ aufzuholen, unsere Youngster  brauchen einfach nur Zeit".

Sind Abgänge bei Euch zu verzeichnen?

„Ja, Kapitänin Julia Fink kehrt nach 13 Jahren wieder zu ihren Wurzeln in Perg zurück, sie war eine ganz große Stütze. Ich vermute, es werden noch einige „Arrivierte“ folgen. In erster Linie wollen wir jetzt weiterhin den Nachwuchs forcieren".

Wozu habt Ihr Euch jetzt entschlossen?

„In den beiden letzten Jahren waren wir kadermäßig immer „am Limit“, damit wollten wir uns nicht eine weitere Saison abplagen. Deshalb sind wir zu folgender Entscheidung gekommen: wir werden, je nach Fortschritt, das lässt sich noch nicht so exakt festmachen, 1 oder 2 Jahre im Meisterschaftsbetrieb pausieren und dann wieder mit einem neuen Team in die Frauenklasse einstiegen. Simone (Rienesl, Obfrau des vom SV Franckviertel; Anmerkung) ist meinem Wissen nach ebenfalls interessiert an einer Installierung des Frauenfußballs, gemeinsam werden wir versuchen, ein neues Team aufzubauen“.

Die Pause im „Trockendock“ nützt Ihr wie?

„Neben intensivem Training werden wir versuchen, unseren Mädels in der Mädchen-Hobby-Liga (MHL) Spielpraxis zu verschaffen und darüber hinaus Freundschaftsspiele auszutragen“.

Aus Deiner klaren Planung entnehme ich, Du bleibst auch nach 24 Jahren „an Bord“?

„Leute, die so eine Aufgabe übernehmen, sind eher rar zu finden (schmunzelt). Nun, ich bin seit der Gründung 2002 so wie meine Schwester Renate dabei, in dieser langen Zeit haben wir mit dem LSC in Oberösterreich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt! Meistertitel in allen Frauenligen, Cupsiege, Hallenmeisterschaften usw..   das muss uns erst einmal wer nachmachen“.

Vielen herzlichen Dank für Deine aktuellen Infos, ich wünsche Dir, dass Du mit Deinen Mädels so rasch wie möglich wieder ins Unterhaus einsteigen und dort für Furore sorgen kannst!

Die Historie des ASKÖ LSC Linz im Zeitraffer:

Der Verein wurde im Sommer 2002 von Klaus Lindenberger, einem langjährigen Tormann der österreichischen Nationalmannschaft und des LASK, unter dem Namen Ladies Soccer Club Linz (kurz LSC Linz) gegründet.

In der 2. Liga-Mitte West gewann der LSC 2002/03 als Dritter und bestplatzierte Mannschaft des Landesverbandes Oberösterreich den ersten Landesmeistertitel für den Verein und holte auch den oberösterreichischen Landespokal. In der Saison 2003/04 konnte der LSC Linz erneut den dritten Tabellenplatz belegen.

2006 Aufstieg in Österreichs höchste Frauenspielklasse

In der Saison 2005/06 stiegen die Linzerinnen nach zwei Siegen über den ASV St. Margarethen im Lavanttal (2:0 auswärts, 3:1 daheim) unter Manfred Rigler in die Frauen-Bundesliga auf. Mit dem zu kleinen Kader reichte es in 18 Spielen nur zu 6 Punkten und der Abstieg in die 2. Liga Mitte-West war die Konsequenz. 2007/08 beendete man als Dritter in der Frauenklasse Mitte-West, im Winter 2008 krönten sich die Zweitligisten zum Hallencupsieger. 2008/09 errangen die Rigler-Schützlinge hinter der Union Kleinmünchen als LASK/Zöhrdorf den „Vizemeister“ und holten in Wels den o.ö. Cupsieg mit 5:2 gegen die Seriensiegerinnen des SV Garsten. 2 Halbfinalteilnahmen im o.ö. Pokal in den beiden nächsten Jahren folgten.

Ab 2010/11 sogar 2 Mannschaften am Start

Das A- Team musste sich in der 2. Liga Mitte-West mit dem letzten Platz begnügen, während das neue 1 b-Team in der Frauenklasse OÖ- Ost den Meistertitel feierte.

Als Meister der o.ö. Frauenliga 2012/13 scheiterte der LSC in der Relegation an Feldkirchen (Kärnten) und St.Ruprecht (Steiermark) beim Versuch, wieder in Östereichs Top-Liga zu gelangen. Die 1b-Mannschaft holte wieder das Championat in der Frauenklasse OÖ-Mitte!

Ab 2015/16 nur mehr 1 Team

Es folgten 2 Saisonen als Letzte der OÖ-Liga, dann, obwohl gute Sechste nach der Meisterschaft 2017/18, stiegen die Rot-Weißen freiwillig in die Frauenklasse ab, um als Meister der FK Nord/Ost glänzend zurückzukehren und 2019/20 als 9. der Landesliga abzuschließen. 2022/23 und die nächste Saison endeten jeweils mit Mittelfeldplatz 5, heuer fielen Kapitänin Julia Fink und Co. ans Tabellen-Ende aus den oben geschilderten Gründen zurück.

Wie die Geschichte lehrt, ist ein glänzendes Comeback weit eher zu erwarten als eine Dauerabstinenz einer der erfolgreichsten Mannschaften Oberösterreichs!

Helmut Pichler