In der Meisterschaft 2024/25 hatte die Elf aus dem Innviertel als "neuling" in der Frauenklasse Süd/West auf Anhieb den Titel geholt; ob auch diesmal damit zu rechnen sei, wollte das Ligaportal von Cheftrainerin Iris Knienieder wissen:
Ligaportal: Iris, wie ist es Euch gelungen, wieder einen starken Kader für die neue Meisterschaft aufzustellen?
Iris Knienieder: „Einfach gesagt: nur deshalb, weil der Zusammenhalt der Spielerinnen so unglaublich groß ist und sie sich entschlossen haben, noch einmal zusammenzurücken!“
Wann habt Ihr wieder mit der Vorbereitung begonnen, wie stark war die Beteiligung in der Zeit der Urlaube und Ferien?
„Am 14. Juli haben wir wieder mit dem allgemeinen Training begonnen. Es sind natürlich immer wieder Spielerinnen auf Urlaub, aber es geht sich mit dem Training meistens gut aus!“
Wie ist die Stimmung im Training, unternehmungslustig oder noch „gedämpft“ nach den „Wirren“ der letzten Saison?
„Die Stimmung ist natürlich sowohl bei der Mannschaft als wie auch bei mir nicht ganz so wie im Frühjahr, aber es wird wieder!“
„Wie viele Spielerinnen umfasst Euer Kader, welche Zugänge habt Ihr außer der ÖFB- U 19- Ex-Internationalen Nina Wasserbauer zu verzeichnen?
„In unserem Kader fehlt unser „Kreativ-Kopf“ Susanne Bauer natürlich ganz stark. Markovic Jana erholt sich noch von einer schweren Verletzung nach einem Kreuzbandriss. Eine Spielerin hat uns verlassen, also ist der Kader mehr geschrumpft als gewachsen! Nina (Wasserbauer) wurde genauso wie Paulina Öttl wieder aktiviert. Da muss aber aus beruflichen Gründen erst einmal beobachtet werden, ob und wie sich das stemmen lässt!“
Müsst Ihr weitere Abgänge verkraften?
„Torfrau Anna Melissa Göhler hat uns leider in Richtung Aspach Wildenau verlassen! Ein Abgang, der sehr schmerzlich, aber auch verständlich ist! Wir wünschen ihr von Herzen alles Gute!“
Leitest Du allein die Übungen oder hilft Dir Markus (Kaltenböck) noch weiter aus?
„Markus und ich sind ebenfalls ein Team geblieben. Wir unterstützen uns gegenseitig genauso, wie die Mannschaft das tut!"
Habt Ihr außer dem Test gegen den Zweitligisten SPG Bürmoos/Geretsberg (0:6) weitere Vorbereitungsspiele ausgetragen?
„Gegen den SC Egglfing (nahe Bad Füssing), einen bayrischen Frauenfußball-Verein, absolvierten wir noch ein Vorbereitungs-Spiel, dass wir mit 8:0 für uns entscheiden konnten“.
Etwa in1 Woche startet Ihr m Voest-Alpine-Ladies-Cup daheim gegen die SPG Eidenberg/Geng/Gramastetten: auch an Dich die Frage: siehst Du das als zusätzliches „Aufbauspiel“ oder habt Ihr echte Pokalambitionen?
„Ich will das ganz und gar nicht als „Aufbauspiel“ sehen! die SPG Eidenberg / Gramastetten / Lichtenberg ist eine bissige und mannschaftlich starke Truppe, was das Spiel sicher spannend macht!“
In der 1. Runde der Meisterschaft gastiert Ihr beim ASKÖ Vorchdorf und empfängt dann den Titelanwärter UFC Attergau; ist da schon eine „Standortbestimmung“ möglich?
„Ich kenne die Mannschaften unserer Liga leider gar nicht. Das heißt, die Herbstsaison wird Spiel für Spiel ein „Abtasten“ und wir müssen selber erst sehen, wo wir stehen!“
Wer zählt für Dich zu den „ üblichen Verdächtigen“ für die Spitzenplätze, rechnet Ihr Euch selbst große Chancen nach dem glänzenden Frühjahr in der Landesliga aus?
"Mit dem UFC Attergau rechne ich schon sehr stark! Ich denke aber, dass sich beim ASV Niederthalheim, dem TSV Ottensheim und der SPV Kematen-Piberbach die B Mannschaften extrem gut entwickeln momentan, was für den Frauenfußball das Beste ist, was passieren kann! Wie unsere Chancen stehen, wird sich zeigen!“
Nach der „Papierform“ stellt Ihr schon ein sehr spielstarkes Team oder täusche ich mich da?
„Die sogenannte „Papierform“ sagt für mich bei keiner Mannschaft irgendetwas aus. Es kann passieren, dass wir bei einem Spiel mit 15 Leuten dastehen, aber auch nur mit 11Akteurinnen!“
Was ist Euer Saisonziel und Dein größter sportlicher Wunsch?
„Unser Saisonziel ist im Endeffekt Spaß am Fußball zu haben, unser Spiel zu spielen und uns von dem ganzen Chaos so gut wie möglich zu erholen!
Mein größter sportlicher Wunsch wäre, dass sich noch vieles ändert im Frauenfußball! Auch wenn wir schon viele Schritte geschafft haben, geht leider organisatorisch und wertetechnisch noch einiges ab!“
Für das aufschlussreiche Gespräch bedanke ich mich herzlich und wünsche Euch, dass Ihr mit großem Teamgeist und voller Energie alle „Hürden“ meistern könnt!
Helmut Pichler