Keinen einzigen Verlusttreffer ließ die Elf von Cheftrainer Marko Sabelja in den bisherigen 4 Aufbau-Spielen zu; Ligaportal führte mit dem erfahrenen Coach folgendes ausführliche Interview vor den ersten "Pflichtspielen":
Ligaportal: Marko, Dein Team konnte in der Vorsaison erst im Frühjahr erstmals voll punkten, was soll sich heuer diesbezüglich ändern?
Marko Sabelja: „Das gesamte Kalenderjahr 2025 war für uns nicht einfach und wir waren mit der Entwicklung natürlich nicht zufrieden. Mir ist aber immer wichtig, dass wir attraktiven Fußball spielen und unsere Ideen auf dem Platz umsetzen. Solche Prozesse brauchen Zeit – man kann gewisse Dinge nicht von heute auf morgen implementieren. Wir mussten einige Rückschläge hinnehmen, aber genau solche Phasen zeigen die wahre Stärke einer Mannschaft und eines Vereins. Wir sind unserem Weg treu geblieben, haben zusammengehalten und weiter an unseren Prinzipien gearbeitet. Jetzt geht es darum, die Fortschritte auch in Ergebnisse umzuwandeln und von Beginn an konstanter aufzutreten".
Im Frühjahr „platzte“ dann der Knoten, mit 13 Punkten glänzten Deine Mädels als Viertbeste, soll sich diese Serie fortsetzen?
„Im Herbst hatten wir nur 2 Punkte geholt, im Frühjahr dann 13 ! Das zeigt, welche Entwicklung die Mannschaft genommen hat. Trotzdem schauen wir nicht zurück, sondern konzentrieren uns auf das, was vor uns liegt. Wir gehen jedes Spiel einzeln an, bleiben bescheiden und arbeiten weiter hart. Unser klares Ziel ist es, in jedem Spiel gewinnen zu wollen. Ich traue dieser Truppe alles zu, weil sie einen unglaublichen Charakter gezeigt hat und wir als Mannschaft immer weiter zusammengewachsen sind“.
Wann erfolgte der Auftakt zur Vorbereitungsphase, wie zufrieden warst Du mit dem Trainings-Eifer?
„Wir sind am 8. Juli in die Vorbereitung gestartet. Mit dem Trainingseifer bin ich sehr zufrieden, er ist auf einem sehr hohen Niveau. Die Mädels wollen sich weiterentwickeln, lernen und jeden Tag Fortschritte machen. Für mich als Trainer ist das ein Segen, mit einer Mannschaft arbeiten zu dürfen, die so motiviert ist und diesen starken Willen mitbringt“.
Was hat sich in Ihrem Kader verändert?
„In unserem Kader hat sich vor allem durch den Abgang von Sophia Zahrer etwas verändert. Sophia war über viele Jahre eine langjährige Stammspielerin und ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft. Sie ist nun Mutter geworden und steht uns deshalb nicht mehr im Kader zur Verfügung. Wir wünschen ihr für diesen neuen Lebensabschnitt Alles Gute!
Neu dazugekommen sind Anna Emminger und Jana Ortbauer, die beide aus dem Nachwuchsfußball kommen. Sie bringen viel Talent, Lernbereitschaft und
frischen Wind mit. Wir wollen ihnen die Zeit geben, sich in die Mannschaft einzufinden, sich weiterzuentwickeln und ihre nächsten Schritte zu machen“.
Als Team-Managerin ist auch Victoria Kaser voll mit dem Kader beschäftigt, wie teilt Ihr Euch die Arbeit auf?
„Ich hatte mit Vicy schon eine tolle Zusammenarbeit, als sie selbst noch gespielt hat. Sie hat mit ihrem eigenen Beispiel bewiesen, dass nach einer schweren Verletzung nicht Schluss sein muss im Fußball. Diese Erfahrung und ihre Einstellung sind für uns sehr wertvoll. Sie übernimmt viele organisatorische Aufgaben rund um den Kader, kümmert sich um das Scouting und unterstützt mich zusätzlich als Co-Trainerin. Gemeinsam mit Florian Prey als weiterem Co-Trainer bilden wir ein starkes Team im Trainerstab und sorgen dafür, dass wir die Mannschaft bestmöglich betreuen und weiterentwickeln können.
Vicy ist ein wichtiger Grund dafür, dass der Frühling und auch die Vorbereitungsphase so gut für uns gelaufen sind. Unsere Zusammenarbeit ist geprägt von Vertrauen, gegenseitiger Wertschätzung und einer gemeinsamen Vision. Wir ergänzen uns sehr gut und arbeiten als Team eng zusammen, um die bestmöglichen Voraussetzungen für die Mannschaft zu schaffen".
In den 4 Vorbereitungsspielen gegen den SV Engertsham (Bayern), SV Gmunden, Aspach/Wildenau und 1. FC Passau erzielten Eure Schützlinge 20:0- Treffer, die „Tor-Maschinerie“ läuft also schon auf vollen Touren?
„Die Vorbereitungsphase ist für uns sehr gut gelaufen. Die 20 erzielten Tore freuen uns natürlich, aber genauso wichtig ist, dass wir defensiv sehr stabil waren und als Mannschaft gut gearbeitet haben. Trotzdem müssen wir bescheiden bleiben! Entscheidend sind jetzt die Punktespiele, dort müssen wir diese Leistungen bestätigen“.
Am kommenden Sonntag gastiert Ihr in der Matinee im Voest-Alpine-Ladies Cup als Ligahöhere bei der SPG Aschach / Steyr / St. Ulrich / Ternberg: darf ich den Begriff „Pflichtsieg“ verwenden?
„Nein, den Begriff „Pflichtsieg“ würde ich absolut nicht verwenden, weil: in den letzten zwei Jahre haben wir im Cup nicht das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben, und vergangenes Jahr sind wir als höherklassige Mannschaft bereits in der 1. Runde ausgeschieden. Wir wissen also, dass wir nur mit 100 Prozent Einsatz und der richtigen Einstellung weiterkommen können. Wir werden den Gegner keinesfalls unterschätzen und wollen von Beginn an konzentriert auftreten“.
Wie stellt sich für Dich die LT1-O.Ö.-Liga mit den 3 „Neulingen“ dar, ist das noch eine größere Herausforderung als bisher?
„Ich bin dem Verband sehr dankbar, dass er die Regelung mit dem Zwangsabstieg konsequent durchgezogen hat. Die letzten Jahre war die höchste Spielklasse in Oberösterreich nur mit neun Mannschaften besetzt, und das war für die Entwicklung des Frauenfußballs nicht ideal. Einer der Neulinge ist der letztjährige Cupsieger, und ich habe mir auch einige Spiele aus der Landesliga angesehen. Ich glaube, dass alle drei Mannschaften einen frischen Wind in die Liga bringen werden. Dadurch wird die Liga noch ausgeglichener und spannender. Für uns heißt das, dass wir in jedem Spiel gefordert sein werden und immer unsere beste Leistung abrufen müssen“.
Euer Team startet auswärts bei der SPG Nebelberg / Oepping / Peilstein, dann folgen ASV Niederthalheim, TSV Ottensheim, St. Stefan…..also keine Entspannung in Sicht?
„Alle genannten Teams konnten wir in der vergangenen Saison nicht schlagen, deshalb wissen wir genau, was auf uns zukommt. Eine Entspannung gibt es
definitiv nicht – die Urlaubszeit ist vorbei“.
Wie soll die Herbstmeisterschaft wunschgemäß für Dein Team und Dich persönlich verlaufen?
„Wie schon gesagt, wir gehen es Spiel für Spiel an. Unser Ziel ist es, in jeder Partie alles herauszuholen und immer auf Sieg zu spielen. Wenn wir unsere
Leistung abrufen und als Mannschaft weiter zusammenarbeiten, bin ich überzeugt, dass wir eine erfolgreiche Herbstmeisterschaft spielen können“.
Für das „ergiebige“ Gespräch bedanke ich mich vielmals und wünsche Dir uns Euch, dass Ihr die Energie bei der Vorbereitung in Punkte und Siege "umwandeln" könnt!
Helmut Pichler