Frauen in OÖ

"LEGENDE“ Dr. Barth-Granditsch wechselte bei St. Stefan/Waldmark vom Feld an die Seitenlinie!

Nach der Saison 2025/26 schloss sich die frühere Kapitänin, Abwehrstütze und Torschützin der Trainer-Crew des Mühlviertler lT1- O.Ö.- Ligisten an; das

Ligaportal bat die „fußballaffine“ Medizinerin um einen Rück- und Ausblick:

Ligaportal: Daniela, hast Du in der letzten Saison Eure Triumphe in der LL- Meisterschaft und im Voest-Alpine-Ladies-Cup eher aus der Zuschauerinnen Perspektive genossen?

Dr. Barth- Granditsch: „So oft es meine Zeit ermöglichte, war ich natürlich auf der Tribüne, um sie tatkräftigst zu unterstützen und fieberte auch dementsprechend mit. Und das Finale im Voest-Alpine-Ladies-Cup war der absolute Wahnsinn!“

Dein letztes „Pflichtspiel“ als Aktive hast Du am 25. Mai 2024 gegen Peuerbach bestritten, mit welchem Gefühl?

„Es ist immer schwer, mit etwas aufzuhören, das einfach zur absoluten Leidenschaft über Jahrzehnte geworden ist. Und dementsprechend emotional war es dann für mich, dass letzte Mal mit meinen Mädels auf dem Platz stehen zu dürfen“.

Fast 150 Spiele“, 11 Tore für die Union St. Stefan/Waldmark, trotz intensivster beruflicher Anforderungen, ist Fußball für Dich „Lebensthema?“

„Fußball ist für mich seit meiner Kindheit nicht mehr wegzudenken, es war und ist immer präsent und wird mich immer begleiten, ob als Spielerin, Zuseherin

oder Trainerin“.

Welche Ereignisse würdest Du als die sportlich wertvollsten einordnen?

„Das waren sicherlich die Meistertitel und der damit verbundene Aufstieg in die OÖ Liga, aber der emotionalste von allen war der Vize-Meistertitel in der

Landesliga 2023/2024 , denn das war meine letzte offizielle Saison und das Glück, es nochmals mit meinen Mädls gemeinsam zu schaffen.

Was bleibt aus dieser Zeit generell am schönsten in Deiner Erinnerung haften?

„Es ist die tolle Gemeinschaft, die sich über Jahre hinweg hier in St. Stefan entwickelt hat. Und dass wir Ladies bewiesen haben, dass „Alt“ und „Jung“ in

einer Mannschaft hervorragend funktionieren kann“.

Nun bildest Du mit Headcoach Helmut Brandl, Alexander Unger und Günter Wolkerstorfer ein Trainer-Quartett, wie teilt Ihr Euch die Agenden auf?

„Heli und Alex sind die Haupttrainer, Günter kümmert sich um unsere Torfrauen und ich darf als Co-Trainerin überall mitarbeiten, hineinschnuppern und bin in

erster Linie für das Aufwärmprogramm zuständig“.

Kommt dabei Deine medizinische Extra-Kompetenz zum Tragen, wie siehst Du als „Fachfrau“ generell dieses Problemfeld „medizinische Versorgung“, nicht nur im o.ö. Frauen-Unterhaus?

„Mein Vorteil ist sicherlich, dass ich besser einschätzen kann, ob es eine schwerere Verletzung ist oder eine Blessur, und ob medizinische Begutachtung

notwendig wird. Ich denke, dass hier insgesamt noch sehr viel Aufholbedarf besteht, was die medizinische Betreuung/Beratung betrifft, aber nicht nur im Frauenfußball. Es sollte eigentlich schon im Nachwuchs individuell auf verschiedenste Problemfelder eingegangen werden können“.

Wann habt Ihr mit dem Aufbau-Training begonnen, war heuer die Extrem-Hitze ein besonders großer „Übungs-Verderber?“

„Unser Trainingsstart war am 10. Juli und was die Hitze anbelangt, so haben wir natürlich das eine oder andere Training etwas an die Situation angepasst, aber

wir sind in St. Stefan trotzdem noch in der glücklichen Lage, dass es ein paar Grad kühler war als in Stadtnähe!“

Irre ich, wenn ich annehme, Euer „Altersschnitt“ bewegt sich etwa bei 25 Jahren?

„Das wird hinkommen, seitdem ich und Kepplinger Lisi nicht mehr spielen, hat er sich stark gesenkt (schmunzelt)".

Daraus würde sich Eure Konstanz und Reife in den letzten Jahren ableiten lassen, die Euch zu zahlreichen Erfolgen geführt hat?

„Die Mannschaft ist sicherlich in den letzten Jahren noch sehr gereift und profitiert natürlich von den erfahrenen Spielerinnen, die Führung übernehmen

und die Jüngeren gut einbinden“.

Mit der „weißen Weste“ in der Heimbilanz werdet Ihr 2026/27 wahrscheinlich wieder nicht zu den „Lieblingsplätzen“ der Ligakonkurrentinnen (Gäste) zählen, oder liege ich da falsch?

„In der LT1- OÖ Liga sind die Karten wieder neu gemischt, aber wir werden natürlich versuchen, es den Gästen nicht zu leicht zu machen und mit unserem Fanclub im Rücken gehen wir voller Vorfreude in die neue Saison“.

Mit dem SK Sturm Graz habt Ihr im ÖFB- Frauen-Cup ein „Traumlos“ gezogen, steht den Fans am SONNTAG, 6. September, um 16.00 Uhr in der HOGA -Arena ein „Fußballfest“ ins Haus?

„Da geht ein absoluter Traum für mich als Fußballfan in Erfüllung und wir hoffen natürlich auf ein volles Stadion!“

Zum „Aufwärmen“ geht es für Euch im Voest-Alpine-Ladies-Cup am Sonntag, 23.August als Cup-Verteidiger auswärts gegen Aspach/Wildenau, eine lösbare Aufgabe?

„Ich denke schon, aber der Cup schreibt immer eigene Geschichten. Wichtig wird einfach sein, unsere Leistung auf den Platz zu bringen“.

1 Woche später trefft Ihr in der LT1- O.Ö.-Liga auf die „Neulinge“ des TRUCKCENTER Altenfelden, bei „Derby-Alarm“?

„Ein Derby ist immer was ganz Besonderes und sorgt noch zusätzlich für Spannung und Brisanz. Es wird mit Sicherheit ein heißumkämpftes Spiel und wir hoffen natürlich, dass wir als Siegerinnen vom Platz zu gehen“.

Dein persönlich größter Wunsch für Eure sportliche Zukunft?

„Dass wir weiterhin gemeinsame Erfolge feiern können und uns den Teamspirit beibehalten, denn: „Einmal St. Stefan - immer St. Stefan!“

Herzlichen Dank für Dein klares Statement, sowohl in der Retrospektive als auch beim Blick in die (nahe) Zukunft, ich wünsche Dir auch bei Deinem neuen Engagement ganz viel Erfolg!

Helmut Pichler