Frauen in OÖ

EX- TORJÄGERIN Nicole Dengg hat jetzt die Physis der LASK-Frauen im Auge!

In jedem 3. Spiel hatte die „Knipserin“ ihr Visitkarte bei der gegnerischen Torhüterin abgegeben, jetzt wechselte die Sportwissenschafterin in die Coaching-Zone des Linzer Bundesligisten; das Ligaportal führte mit der mittlerweile verheirateten Frau „Sturm“ folgendes Interview:

Ligaportal: Nicole, Sie haben bei den Steyr-Damen als Kapitänin Ihre aktive Laufbahn beendet und beim LASK als "Physio" angeheuert, wie kam es dazu?

Nicole Sturm: „Eigentlich habe ich bereits letztes Jahr im Jänner begonnen, beim LASK neben meiner aktiven Karriere mit verletzten/angeschlagenen Spielerinnen zu arbeiten. Ich bin über meinen früheren Trainer Peter Herrnegger zum LASK gekommen – dieser wusste, dass ich im KH Steyr als Trainingstherapeutin/Sportwissenschafterin arbeite und hat hier ein Potenzial für die weitere Professionalisierung des LASK gesehen“.

Wann wurden Sie von der Leidenschaft „Fußball“ erfasst?

„Meine Leidenschaft für Fußball habe ich in ganz jungen Jahren entdeckt. Ich bin neben einem Fußballplatz aufgewachsen und mein Papa war leidenschaftlicher Kicker, mit ihm habe ich immer im Garten gespielt. Meine aktive Karriere habe ich aber erst mit ca. 16 Jahren gestartet“.

Wenn ich nicht irre, liegen Ihre fußballerischen „Wurzeln“ im Salzburgischen?

„Ja, das ist richtig. Ich bin im Salzburger Lungau aufgewachsen und habe dann in Rif/Salzburg studiert“.

Warum wechselten Sie zur 2020 zur Sportunion Wolfern?

„Aufgrund eines neuen Jobs im KH Steyr bin ich umgezogen und hab mir in der näheren Umgebung einen neuen Verein gesucht, so bin ich schlussendlich bei der Sportunion Wolfern gelandet, welche mittlerweile in einer Spielgemeinschaft mit der SK Vorwärts Steyr spielt“.

War Ihre Lieblingsposition im Spiel immer in der Offensive?

„Definitiv, ich habe liebend gerne am Flügel gespeilt, war immer lauf- und zweikampfstark. Je nach Bedarf habe ich dann aber auch im zentralen Mittelfeld und zum Schluss auch in der Verteidigung gespielt. Ich glaube, ich konnte mich immer relativ schnell auf neue Positionen einstellen und habe immer dort gespielt, wo es nötig war, bzw. wo es der Mannschaft am meisten geholfen hat“.

Mit welchen Erlebnissen im Frauenfußball verbinden Sie die schönsten Erinnerungen?

„Sportlich eine tolle und emotionale Erfahrung war der Meistertitel in der Salzburger Frauenliga mit dem HSV - Wals, aber auch die ersten Jahre mit dem knappen Fight der Union Wolfern mit dem LASK um die Meisterschaft in der LT1- OÖ Frauenliga sind mir besonders in Erinnerung geblieben. Die vielen wunderbaren Freundschaften, welche durch den Fußball entstanden sind, würde ich als am wertvollsten einordnen!“

Umgekehrt: welche Erfahrungen hätten Sie nicht unbedingt machen wollen?

„Vor allem in meiner Anfangszeit im aktiven Frauenfußball habe ich leider die Erfahrungen gemacht, dass wir als Damenmannschaft oft belächelt wurden und teilweise junge Frauen nicht spielen durften, obwohl sie das wollten, weil „Fußball ja kein Frauensport ist“.

 Welche Ausbildung zur Sportwissenschafterin haben Sie wo absolviert?

I"ch habe ein fünfjähriges Masterstudium an der Universität Salzburg/Rif absolviert“.

Worin besteht Ihre Hauptaufgabe beim LASK?

„Meine Hauptaufgabe beim LASK ist die Betreuung und Freigabe von Spielerinnen im Return to Play/Competition Prozess nach kleineren und größeren Verletzungen. Ich arbeite mit den Spielerinnen im Bereich Physis, Kondition in der Kraftkammer aber auch in Einzel-/Kleingruppentrainings am Platz, bevor sie wieder ins Mannschaftstraining einsteigen können“.

Ihre größten Wünsche für die nahe Zukunft?

„Eine weitere Professionalisierung des Frauenfußballs auf allen Ebenen und allen Leistungsniveaus. Ich wünsche mir auch dass für ein größeres Publikum ersichtlich wird, welche tollen Leistungen wir Frauen auf dem Fußballplatz erbringen. Weiters, dass viele junge Mädchen auch ihre Liebe zum Fußball entdecken und mit den Vereinsfußball beginnen. Für meinen Arbeit beim LASK wünsche ich mir eine möglichst ruhige Zeit, (schmunzelt), weil das bedeuten würde, dass möglichst wenig Spielerinnen verletzt sind!“

Herzlichen Dank für das sehr aufschlussreiche Gespräch, Sie bleiben ja dem Frauen-Fußball weiterhin erhalten:  ich wünsche Ihnen für Ihre neue Tätigkeit Alles Gute und großen Erfolg!

Helmut Pichler