Admiral Frauen Bundesliga

PROFI-Lizenz-Anwärterin und frühere Meistertrainerin Lisa ALZNER ist bereit für neue Herausforderungen!

Die Wege vom Noch-Meister in der ADMIRAL-Frauen-Bundesliga, SKN St.Pölten, und der Co-Trainerin trennten sich Ende des Vorjahres; das Ligaportal sprach mit der Ex- LASK-Meistermacherin:

Ligaportal: Lisa, warum hast Du Deine Tätigkeit beendet, wer gab den Impuls dazu?

Lisa Alzner: Anfangs war es der Plan des Vereins, mich als Co-Trainerin im Team zu halten, dann wurde mir mitgeteilt, dass es für mich doch keinen Platz mehr im Bundesliga-Staff gibt. Die Entscheidung kam auch für mich überraschend“.

Ursprünglich solltest Du mit Headcoach Laurant Fassotte ein gleichberechtigtes Duo bilden?

„Nein, es war der Plan des Vereins, mich wieder in der Co-Trainer-Rolle zu beschäftigen. Mit Laurent habe ich mich auch gut verstanden, aber der Verein hat mir dann eben mitgeteilt, dass sie doch keine Zukunft für mich im Verein sehen“.

Warum denkst Du, verliert der SKN St. Pölten zusehends den „Kontakt“ zur Austria Wien, trotzt Trainer-Rochade in der nö. Landeshauptstadt, steht die „Ablöse“ des Meisterteams unmittelbar bevor?

„Ich glaube, Austria Wien hat in den vergangenen Saisonen gute Arbeit im Aufbau geleistet. Sie sind Jahr für Jahr näher an den SKN herangerückt. Der SKN hatte im Sommer einen enormen Kaderumbruch. Die Trainer-Rochade hat der Verein als notwendig erachtet, um die Ziele – Cup und Meisterschaft- zu wahren. Ich denke, dass die Meisterschaft noch lange ist und im Fußball viel passieren kann, sehe Austria Wien aber als Favorit im Titelrennen“.

Der Anteil der Legionärinnen ist bei St. Pölten besonders groß, fehlt es an der Identifikation mit der Mannschaft im Gegensatz zu den Veilchen?

„Der Kaderumbruch im Sommer war sicher nicht unwesentlich. Beim SKN scheinen momentan sehr wenige österreichische Spielerinnen auf, das ist momentan der Weg dieses Vereins. Dass das einen direkten Einfluss auf die Ergebnisse hat, würde ich jetzt aber nicht per se behaupten, die Herangehensweisen beim SKN ist hier einfach momentan eine andere als beispielsweise bei Austria Wien“.

Die Einsätze der heimischen Talente hält sich beim SKN sehr in Grenzen, wenn ich z.B. an die Oberösterreicherin Isabell Aistleitner denke?

„Wie schon gesagt, beim SKN stehen meines Wissens momentan nur vier oder fünf Österreicherinnen im Kader. Einige davon, wie Carina Brunold oder Jennifer Klein sind klare Stammspielerinnen. Es geht hier nicht um die Nationalität“.

Auch international scheint die Austria St. Pölten den Rang abzulaufen mit ihren Erfolgen im „neuen“ Europacup, auch wenn die Gegnerinnen in der CL sicher

stärker sind?

„Ich meine, ein direkter Vergleich macht hier wenig Sinn. Das Erreichen der Ligaphase in der UEFA Women Champions League (UWCL) ist für österreichische Teams schon ein riesiger Erfolg. Beim SKN haben wir das diesen Herbst wieder geschafft, worauf wir sehr stolz sein konnten. Die Erfolge der Austria im Europacup waren ebenfalls beachtlich. Ich glaube aber, dass es keinen Sinn macht, hier Vergleiche zu ziehen, wer mehr erreicht hat. Ich persönlich finde es toll für den österreichischen Frauenfußball, dass zwei Teams international vertreten waren“.

Wie siehst Du generell die Entwicklung im österreichischen Oberhaus, wird der Nachschub für das A- Nationalteam immer geringer?

„Nein, das Gefühl habe ich nicht“.

Du konntest als Alleinverantwortliche 2024/25 das Double feiern und zuvor schon 3 x die Kombination aus Meister-Titel und Cupsieg bei St. Pölten mitgestalten, was war Dein absoluter Höhepunkt?

„Das Erreichen der Ligaphase der UWCL als Cheftrainerin im vergangenen Herbst war mit Sicherheit ein absolutes Highlight“.

Als UEFA- A- Lizenz -Inhaberin besitzt Du eine Topqualifikation, möchtest Dich aber noch höher qualifizieren?

„Ich starte im Sommer 2026 mit dem UEFA Pro-Diplom“ (Anmerkung: als einzige Frau in der „Zwölfer-Runde“).

Deine Pläne für die nahe Zukunft?

Das Absolvieren des UEFA Pro-Diploms ist ein wichtiger Schritt für mich in den nächsten beiden Jahren, und ich freue mich auf eine neue Herausforderung im Sommer“.

Für Deine Bereitschaft zum Gespräch bedanke ich mich herzlich und wünsche Dir, dass Du Deine Vorhaben realisieren kannst!

Helmut Pichler