Admiral Frauen Bundesliga

VIZEWELTMEISTERIN „Rosana“ spielte wie Kleinmünchens-Obfrau Sandra Mayrhofer und Co. für das ehemalige Frauenfußball-„Aushängeschild“ SV Neulengbach!

Eine komplette „Oberösterreich-Auswahl“ mit 14 ÖFB-(Jung) Internationalen trug das Trikot der Wienerwald-Elf; das Ligaportal bat die Ex- U 19-Internationale um ihren Kurzkommentar zur aktuellen Situation:

Von 2020-2024 stand die Ausnahmefußballerin beim ADMIRAL-Bundesligisten unter Vertrag. Zur bevorstehenden Insolvenz meinte Sandra Mayrhofer als Insiderin der heimischen Frauenfußballszene. „Ich finde es extrem schade, denn Neulengbach ist der letzte Traditions-Klub in der Frauen-Bundesliga ohne einem großen Männerverein im Hintergrund. Dass diese Voraussetzung in Zukunft Schwierigkeiten mit sich bringen wird, war abzusehen, aber dass es tatsächlich so weit kommt, ist sehr bedauerlich. Es ist ewig schade um diesen Top-Club, bei dem auch ich eine wirklich hervorragende Zeit erleben durfte.“

Die sportliche Entwicklung im Zeitraffer

1998 war der SV Neulengbach in die Frauen-Bundesliga aufgestiegen und hatte auf Anhieb Rang 5 belegt. Nach den Plätzen 2, 3 und 2 weiteren „Vizemeistertiteln“ holten sich die „Newcomerinnen“ nach der Saison 2002/03 den Meistertitel ohne Punkteverlust und einem Score von 120: 5!!

Pionierinnen aus OÖ in den Anfangsjahren des Jahrtausends

Von 2002- 2007 spielte die Rohrbacherin Susanne Gahleitner für die Serienmeisterinnen, die auch in der Champions-League Fuß zu fassen begannen, und wo an den Europacup-Abenteuern auch Claudia Aumüller aus Nebelberg und auch Susanna Just teilnahmen, 2006/07 folgte Simone Peböck.

Von 2003 bis 2012 feierte die Mannschaft aus dem Wienerwald zehn Meistertitel in Serie und gewann ebenso oft hintereinander den österreichischen Cupbewerb, der Mannschaft gelang also zehn Mal in Serie das Double, 2003 und 2004 wurden von ihnen auch die Spiele um den Supercup gewonnen, Dieser Bewerb wurde nur 4 x ausgetragen, 2001 schaffte Union Kleinmünchen den Sieg, 2002 der USC Landhaus.

Vizeweltmeisterin als Torschützenkönigin in Österreich

Direktor Bruno Mangl, allzu früh verstorbener Obmann und Top-Manager des SV Neulengbach hatte einen Weltstar nach Neulengbach gelotst: Rosana dos Santos Augusto, kurz: „Rosana“, hatte 2004 mit Brasilien in Athen die Silbermedaille gewonnen, und konnte 2005 im Wienerwald begrüßt werden. Mit 26 Toren krönte sie sich schon in ihrer 1. Saison zur besten Torschützin und war bis 2008 für den SV Neulengbach tätig.

2013 erste „Delle“ in der nationalen Erfolgsgeschichte

Im ÖFB- Frauen-Cup ging das Penaltyschießen gegen den ASV Spratzern (später SKN St. Pölten) verloren, 2013/14 gelang der zwölfte Meistertitel ohne Punkteverlust und damit konnte Neulengbach mit dem bisherigen Rekordmeister USC Landhaus gleichziehen.

Internationaler Höhepunkt in der Saison 2013/14

In der Champions-League wurde Zyperns Meister Apollon Limassol mit 2:1 und 1:1 ausgeschaltet, nach zwei 3:0-Siegen im Achtelfinale gegen Konak Belediyesi aus Izmir (Türkei) erreichte der SVN erstmals die Runde der besten 8. Gegen Tyresö FF, den schwedischen Meister, u.a. mit Brasiliens Weltstar Marta, waren die Österreicherinnen beim Hinspiel mit 1:8 machtlos, im Rückspiel vor 1.255 Zuschauern wurde aber die „Null“ gehalten und das torlose Remis als Achtungserfolg gefeiert.

Beachtliches Abschneiden in der „Königklasse“

Nach einer unerheblichen „Abschiedssaison“ 2014/15 bilanzierten die „Eurofighter“ mit 25 Siegen, 6 Remis und 23 Niederlagen sowie einem Torverhältnis auf der Europabühne von 133:139. Bei 12 Teilnahmen erreichte man, wie erwähnt, 1 x das Viertelfinale und immerhin 7 x das Achtelfinale.

Ab 2015 konnte das hohe Niveau nicht mehr gehalten werden

Obmann-Wechsel, Trainerablösen , andere Umstände …. kennzeichneten die nächsten Jahre, in den Kader wurden junge Talente aufgenommen, die aberden Verein als „Sprungbrett“  für internationale Karrieren nützen konnten.

Z.B. spielten aus oberösterreichischer Sicht: ÖFB- Offensiv-Verteidigerin Laura Wienroither 2016/17 für Neulengbach, Katharina Fellhofer (2016-2019),Linda Mittermair (2018-2022), Claudia Wenger (2018- 2021), wie vorhin angeführt: Sandra Mayrhofer, 2020-2024. Lisa Kolb gehörte 2019- 2021 dazu und krönte sich sogar zur Bundesligatorschützenkönigin 2021.

Zu kürzeren Verweildauern kamen: Jana Scharnböck, 2017/18, Viktoria Felber: 2021/22, Anna Schlöglmann, 2.Halbjahr 2024 und Emira Makalic seit Jänner 2026.

Nach dem wahrscheinlich abrupten Ende werden Frauenfußball-Fans das Team aus dem Wienerwald, das zu den „ehernen Säulen“ der Bundesliga zählte, schmerzlich vermissen.

Helmut Pichler