Der SV HAKA Traun überwintert in der Landesliga Ost mit 14 Punkten auf Tabellenrang 12. Die Herbstsaison verlief zweigeteilt: Nach einem sehr schwachen Start übernahm Markus Erbschwendtner das Team wieder selbst und führte die Mannschaft in der Folge aus der akuten Abstiegszone. Die Ergebnisse stabilisierten sich, auch wenn weiterhin Luft nach oben blieb.
Rückblickend spricht Erbschwendtner offen über den schwierigen Saisonbeginn. „Wir haben uns sicher unter Wert geschlagen. Die Mannschaft hätte mehr Potenzial abrufen müssen“, so der Trainer und Sportmanager. Besonders enttäuschend sei gewesen, dass erfahrene Spieler ihrer Führungsrolle nicht vollends gerecht wurden. „Gerade von den Gestandenen ist das Leistungsniveau nicht zu hundert Prozent gekommen. Da habe ich mir mehr Verantwortung gewünscht und es wurde nicht immer entsprechend vorangegangen.“
Der Verein reagierte schließlich mit einem Trainerwechsel, auch wenn der Schritt nicht leichtfiel, weil man mit der Trainingsarbeit von Michael Gruber durchaus zufrieden war. „Wir mussten die Reißleine ziehen. Es war klar, dass wir mit diesem Kader eigentlich im gesicherten Mittelfeld agieren müssten“, erklärt Erbschwendtner. Der eingeschlagene Weg mit jungen Spielern sei bewusst gewählt worden und werde auch weiterhin verfolgt, auch wenn das naturgemäß mit Fehlern verbunden sei.
Nach der erneuten Übernahme von Erbschwendtner Mitte September zeigte die Mannschaft ein verbessertes Gesicht. Die Leistungen wurden stabiler, viele Spiele gingen nur knapp verloren oder endeten unentschieden. „Das war dann schon auch eine Art Schadensbegrenzung, aber man hat gesehen, dass mehr möglich ist“, sagt Erbschwendtner. Das Vertrauen in den Kader sei weiterhin voll da. „Wenn wir ein, zwei Spiele mehr auf unsere Seite ziehen, wären wir sofort wieder im gesicherten Mittelfeld gewesen.“
Taktisch habe es keine radikalen Änderungen gegeben. „Ich habe ein, zwei Spieler auf anderen Positionen eingesetzt und kleinere Anpassungen vorgenommen, etwa mit nur einem Sechser statt zwei. Aber grundsätzlich war das keine große Umstellung“, erklärt der Trainer. Entscheidend sei vielmehr die Haltung gewesen. „Wenn du verlierst, aber alles investierst, ist das zu akzeptieren. Aber es gab Partien, in denen die Grundeinstellung einfach nicht gepasst hat – und da muss man reagieren.“
Für die Rückrunde ist das Ziel klar definiert. „Wir wollen uns im Mittelfeld etablieren“, betont Erbschwendtner. Der Abstand nach hinten sei klein, das wird keinesfalls unterschätzt. Gleichzeitig könne man mit einer kleinen Serie auch rasch weiter nach vorne kommen. Der Fokus liege weiterhin auf der Entwicklung junger Spieler. „Wir schaffen es jedes Jahr, dass ein junger Spieler den Sprung zum Stammspieler macht. Das ist ein Weg, den wir konsequent weitergehen.“
Personell sind im Winter keine größeren Veränderungen geplant. „Wir werden keine großen Transfers tätigen“, stellt Erbschwendtner klar. Einzelne Spieler sollen zwar im Training beobachtet werden, grundsätzlich setze man aber auf den bestehenden Kader. Er selbst wird die Mannschaft bis zum Sommer betreuen und das Trainerteam um einen zusätzlichen Co-Trainer ergänzen, mit dem er bereits früher zusammengearbeitet hat.
Die Vorbereitung beginnt am heutigen Abend. Ein klassisches Trainingslager ist nicht vorgesehen. „Wir haben im Stadion sehr gute Bedingungen mit Kunstrasen, Laufbahnen und allen Möglichkeiten. Deshalb setzen wir auf intensive Trainingstage vor Ort, auch ein gezieltes Teambuilding steht auf dem Programm.“