In der Landesliga Ost geht ASKÖ Donau Linz mit viel Bewegung in den Sommer. Trainer Alexander Steinkellner ordnet den sechsten Platz über die ganze Saison kritisch ein, sieht nach einer starken Rückrunde aber klaren Fortschritt. Neun Abgänge, elf Neue und ein zusätzlicher Tormanntrainer zeigen: Bei den Linzern wird nicht nur nachgebessert, sondern an einem größeren Umbau gearbeitet.

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Steinkellner spricht die Ausgangslage offen an und macht gleich klar, dass der Blick auf die Tabelle nicht schöngeredet wird. „In Summe können wir mit dem sechsten Platz nicht zufrieden sein“, sagt der Trainer. Gleichzeitig verweist er aber auf jene Entwicklung, die sich vor allem in der zweiten Saisonhälfte gezeigt hat. „Wenn wir rein die Rückrunde betrachten, sind wir Dritter. Da haben wir schon Fortschritte gesehen, vor allem im spielerischen Bereich und in der Offensive nach vorne.“ Für ihn ist das kein kleiner Nebenaspekt, sondern ein klarer Hinweis darauf, dass der eingeschlagene Weg Wirkung zeigt. Dass ASKÖ Donau Linz deutlich mehr Tore als in der Hinrunde erzielt hat, passt für Steinkellner genau in dieses Bild. Er betont aber auch, dass damit noch nichts abgeschlossen ist: „Das ist ein fließender Prozess. Jetzt heißt es, an dem eingeschlagenen Weg klar und fokussiert weiterzuarbeiten und sich täglich zu verbessern.“
Ruhig wird der Sommer bei ASKÖ Donau Linz jedenfalls nicht. Steinkellner spricht von einem „sehr großen Umbruch“ und nennt dazu auch die Größenordnung: Neun Spieler verlassen den Verein, elf kommen neu dazu. Dass die Veränderungen so umfassend ausfallen, war in dieser Form nicht zwingend geplant, auch wenn intern schon länger klar war, dass etwas passieren muss. „Wir haben gewusst, dass wir im Sommer etwas machen müssen. Wir wollten ein bisschen jünger und ein bisschen dynamischer werden“, erklärt der Trainer. Dass daraus ein noch größerer Umbau geworden ist, habe auch damit zu tun, dass Spieler gegangen sind, mit denen man eigentlich weiterarbeiten wollte. Daraus macht Steinkellner aber kein Thema. „Das ist ganz normal im Fußball“, sagt er und schiebt sofort nach, dass es dabei keinerlei böses Blut gebe. Entscheidend ist für ihn etwas anderes: „Wir haben uns bewusst für einen Weg entschieden mit Spielern, die wir behalten haben, und mit frischem Blut. Wir haben uns gezielt auf Positionen verstärkt und ganz bewusst Spieler geholt, die Mentalität mitbringen, Entwicklungspotenzial haben und zu unserem Spielsystem passen.“
Wie gezielt dieser Umbau aus Sicht des Trainers angelegt ist, zeigt auch der Blick auf die Neuzugänge. Mit Lorenz Stadler kommt ein neuer Tormann, dazu holt ASKÖ Donau Linz mit Paul Nagelstrasser einen zentralen Mittelfeldspieler und mit Michael Dietl einen neuen Stürmer. Johann Huemer soll auf der Außenbahn für neue Möglichkeiten sorgen, Kilian Wehrl kann im Sturm oder auf dem Flügel eingesetzt werden, Marcel Topf ist als Linksfuß sowohl offensiv als auch defensiv einsetzbar. Dazu kommen mit Philipp Ablinger und Mathias Ablinger zwei Brüder, die laut Steinkellner unterschiedliche Aufgaben für Offensive und Defensive mitbringen. Veljko Rakic beschreibt der Trainer als „jungen, spannenden Spieler“, der trotz seines Alters bereits Erfahrung im Erwachsenenfußball gesammelt hat. Mit Philipp Stangl stößt außerdem ein Routinier dazu. Auch im Trainerteam wird nachjustiert, weil zusätzlich ein weiterer Tormanntrainer dazukommt. Steinkellner macht damit deutlich, dass nicht nur der Kader breiter und passender werden soll, sondern auch das Umfeld. Positiv ist aus Linzer Sicht auch, dass es aktuell keine verletzten oder angeschlagenen Spieler gibt.
Am 6. Juli startet ASKÖ Donau Linz in die Vorbereitung, und genau dort sieht Steinkellner die nächste große Aufgabe. „Wichtig wird sein, dass wir die neuen Spieler rasch ins Team, in die Mannschaft und in den Verein integrieren“, sagt er. Dass das trotz der vielen neuen Gesichter funktionieren kann, daran lässt er keinen Zweifel. „Ich bin überzeugt, dass das keine Probleme bereiten wird.“ Der Anspruch bleibt dabei klar, auch wenn der Trainer bewusst auf markige Sätze verzichtet. „Natürlich ist unser Ziel, dass wir vorne dabei sind. Das ist ganz klar, aber ich würde keine Kampfansage starten“, sagt Steinkellner. Gerade mit Blick auf die vergangenen Jahre, in denen der Aufstieg viermal nicht gelungen ist, will er keine große Bühne für Parolen aufmachen. Viel wichtiger ist ihm die Haltung, mit der seine Mannschaft in die nächsten Monate geht. „Für ASKÖ Donau Linz sind konsequentes Arbeiten und ein konsequenter gemeinsamer Weg das oberste Gebot.“ Genau dieser Satz beschreibt ziemlich treffend, wie der Klub in diesen Sommer geht: mit Bewegung im Kader, mit klaren Vorstellungen und mit dem Versuch, aus einer guten Rückrunde mehr als nur einen kurzen positiven Eindruck zu machen.