Spielberichte

„Die Chancenauswertung hat den Unterschied ausgemacht“ – Andreas Milot zum 0:2 des USV St. Ulrich

USV St. Ulrich
BW Linz Amateure

Zum Auftakt der Landesliga Ost musste sich der USV St. Ulrich gegen die FC Blau-Weiß Linz Amateure mit 0:2 geschlagen geben. Nach einem torlosen ersten Durchgang trafen Dusan Zuza in der 57. Minute und Karlo Jurkic in der 89. Minute für die Gäste. Trainer Andreas Milot sah viele Dinge ordentlich umgesetzt, machte nach dem Schlusspfiff aber vor allem die fehlende Chancenauswertung als Knackpunkt aus.

Fußball beim Schuss

Foto von (Augustin-Foto) Jonas Augustin auf Unsplash

St. Ulrich hielt die Partie lange offen

Der Auftakt war für den USV St. Ulrich enger, als es das Ergebnis am Ende vielleicht vermuten lässt. Zur Pause stand es 0:0, und genau in dieser Phase sah Andreas Milot viele Dinge, mit denen er leben konnte. „Wir haben nach einer kurzen Phase von Blau-Weiß das Spiel eigentlich sehr gut im Griff bekommen und in der ersten Halbzeit einige Möglichkeiten vorgefunden“, sagte der Trainer nach der Partie. Er verschwieg dabei aber auch nicht, dass die Linzer Amateure über die gesamten 90 Minuten mehr Ballbesitz hatten und in diesem Punkt die spielbestimmende Mannschaft waren. Trotzdem blieb St. Ulrich im Spiel, verteidigte ordentlich und schaffte es, die Begegnung offenzuhalten. Auch der Start in die zweite Hälfte gefiel dem Trainer. „Wir sind wieder sehr gut aus der Kabine gekommen und haben das Spiel eigentlich immer offen gehalten“, sagte Milot. Genau deshalb war die Ausgangslage nach dem Seitenwechsel für die Heimischen noch absolut intakt.

Ein Standard bringt die Wende, das zweite Tor entscheidet

Die Partie kippte dann in der 57. Minute. Nach einer Standardsituation, genauer nach einem Eckball, konnte der USV den Ball im Zentrum nicht klären, Dusan Zuza nutzte das zum 0:1 für die Blau-Weiß Linz Amateure. Für Milot war das ein besonders ärgerlicher Moment, weil dieser Treffer aus seiner Sicht vermeidbar gewesen wäre. „Wir haben sehr gut verteidigt. Leider ist durch eine Standardsituation das 0:1 entstanden, und das hat Blau-Weiß natürlich in die Karten gespielt“, erklärte er. Trotz des Rückstands war für St. Ulrich aber noch nichts verloren. Die Heimischen versuchten weiter dranzubleiben und fanden laut ihres Trainers auch nach dem Gegentor noch „einige sehr, sehr gute Chancen“ vor. Der endgültige Schlusspunkt fiel erst spät. In der 89. Minute traf Karlo Jurkic zum 0:2. Milot beschrieb die Entstehung so, dass sein Team nach einem eigenen Abstoß nicht in den Ballgewinn kam, die Aktion dann über die linke Seite lief, ein Schuss an die Stange ging und der Abpraller schließlich zum zweiten Gegentor führte. Spätestens damit war die Sache entschieden.

Milot lobt die Umsetzung und hadert mit der Effizienz

Bemerkenswert war an der Analyse des Trainers, dass er die Niederlage nicht mit einem schwachen Auftritt seiner Mannschaft erklärte. Im Gegenteil: Milot hob ausdrücklich hervor, dass der Plan über weite Strecken aufgegangen sei. „Es hat eigentlich sehr viel funktioniert. Alles, was wir uns vorgenommen und was wir die Woche über auf das Spiel klargemacht haben, hat die Mannschaft sehr gut umgesetzt“, sagte der Trainer. Gerade deshalb rückte für ihn ein Punkt so deutlich in den Mittelpunkt. „Wie es im Fußball ist: Die entscheidenden Szenen in der Offensive haben wir nicht genutzt.“ Noch klarer formulierte er es auf die Frage nach dem ausschlaggebenden Moment: „Unsere Chancenauswertung war entscheidend.“ Diese Sicht zog sich durch seine gesamte Einschätzung. St. Ulrich verteidigte laut Milot ordentlich, hielt die Partie lange offen und blieb auch nach dem Rückstand dran. Dass am Ende trotzdem nichts Zählbares heraussprang, lag für ihn in erster Linie daran, dass die guten Möglichkeiten ungenutzt blieben.

Viel Respekt vor einem starken Gegner

Dass die FC Blau-Weiß Linz Amateure am Ende als verdienter Sieger vom Platz gingen, stellte Andreas Milot nicht infrage. Er verwies auf die Qualität des Gegners im Spielaufbau und auf die Stärke einzelner Spieler. „Sie haben sehr gute Einzelspieler. Sie haben im Spielaufbau sehr viel Druck erzeugt, speziell was Spielverlagerungen betrifft“, sagte der Trainer. Nach dem 0:1 habe der Gegner zudem gut reagiert, stark gewechselt und danach eher auf Konter gesetzt. Auch das gehörte für Milot zur Erklärung des Spielverlaufs. Als Unterschied zwischen beiden Teams nannte er die individuelle Klasse und erwähnte dabei auch Mario Kvesa als einen Spieler, der den Unterschied machen kann. Besonders deutlich fiel sein Gesamturteil aus: „Blau-Weiß ist gegenüber dem Frühjahr noch besser geworden. In dieser Besetzung, wie sie gestern in St. Ulrich aufgetreten sind, sind sie sicher ein großer Kandidat auf den Meistertitel.“ Für den USV St. Ulrich bleibt nach dem Fehlstart damit ein zwiespältiger Eindruck: Vieles war ordentlich, belohnt wurde die Leistung gegen einen starken Gegner aber nicht.

Landesliga Ost: St. Ulrich : BW Linz Amateure - 0:2 (0:0)

  • 89
    Karlo Jurkic 0:2
  • 57
    Dusan Zuza 0:1