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"Wir haben uns die drei Tore selber gemacht" – Coach Mehlem erklärt 1:3-Niederlage des SV Gallneukirchen

SC Marchtrenk
SV Gallneukirchen

In der Landesliga Ost musste sich der SV Gallneukirchen am Freitagabend beim SC Marchtrenk mit 1:3 geschlagen geben. Trainer Michael Mehlem sprach danach von einer bitteren Niederlage, weil seine Mannschaft aus seiner Sicht über weite Strecken gut im Spiel war, sich den Abend aber mit eigenen Fehlern schwer machte. Vor allem das Gegentor direkt nach der Pause sah er als jenen Moment, der die Partie endgültig in die falsche Richtung kippen ließ.

Nahaufnahme eines Fußball beim Abstoß durch den Torwart

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Nach frühem Rückstand kommt Gallneukirchen gut zurück

Der Abend begann für den SV Gallneukirchen alles andere als günstig. Schon in der 9. Minute brachte Mario Thumfart den SC Marchtrenk mit 1:0 in Führung. Michael Mehlem ärgerte sich dabei vor allem über die Entstehung. "Wir waren in der ersten Halbzeit spielerisch wirklich gut drauf", sagte der Trainer, schob aber gleich nach, dass seine Mannschaft zu Beginn eine Standardsituation nicht sauber geklärt habe und sich damit selbst in Schwierigkeiten brachte. Der Rückstand nahm dem SV Gallneukirchen jedoch nicht den Mut. Mehlem sah seine Mannschaft danach immer besser im Spiel, sprach von viel Ballbesitz, guten Kombinationen und einem Auftritt, der aus seiner Sicht klar in die richtige Richtung ging. Der Ausgleich durch Tobias Killinger in der 39. Minute passte genau in dieses Bild. Für den Trainer war das 1:1 verdient, weil der SV Gallneukirchen nach dem frühen Rückschlag nicht auseinanderfiel, sondern sich über eine gute erste Halbzeit zurückarbeitete.

Die 46. Minute als klarer Knackpunkt

Umso größer war der Ärger darüber, was unmittelbar nach dem Seitenwechsel passierte. Kaum lief die zweite Halbzeit, stellte Micha Tindl in der 46. Minute auf 2:1 für den SC Marchtrenk. Für Michael Mehlem war genau das der Knackpunkt des Spiels. "Das zweite Tor gleich nach der Halbzeit darf nicht passieren", sagte er deutlich. Gerade weil er seine Mannschaft zur Pause sogar leicht im Vorteil sah, traf dieses Gegentor den SV Gallneukirchen besonders hart. Mehlem sprach davon, dass seine Mannschaft in dieser Situation "ein bisschen geschlafen" habe und nicht griffig genug gewesen sei, um die Szene zu verteidigen. Der Trainer verwies außerdem darauf, dass der SC Marchtrenk grundsätzlich mit vielen langen Bällen arbeitet und über die Seiten Überzahl herstellen will. Dennoch blieb er in seiner Bewertung klar: Nicht die Spielweise des Gegners, sondern die eigene Nachlässigkeit habe den erneuten Rückstand möglich gemacht.

Popovic erhöht, der Anschluss zählt nicht mehr

Nach dem 1:2 brauchte der SV Gallneukirchen laut Mehlem zwar kurz, fand danach aber wieder zurück in die Partie. Doch in der 67. Minute legte der SC Marchtrenk nach. Aleksander Popovic stellte auf 3:1, nach Einschätzung von Mehlem durch einen berechtigten Elfmeter. Der Trainer beschrieb die Szene als unglücklich, weil sich ein Verteidiger den Ball selbst an die Hand geschossen habe. Auch da blieb seine Linie in der Analyse dieselbe. "Wir haben uns die drei Tore selber gemacht", sagte Mehlem, und genau dieser Satz zog sich durch seine gesamte Nachbetrachtung. Der SV Gallneukirchen versuchte danach noch einmal alles und kam laut Trainer auch noch zu einem Treffer zum möglichen 2:3, der allerdings wegen Abseits aberkannt wurde. Dem Schiedsrichter wollte Mehlem die Partie jedenfalls nicht anlasten. Abgesehen von einer aus seiner Sicht nicht gegebenen Ecke für den SV Gallneukirchen sprach er von einer soliden Leistung des Unparteiischen.

Trotz 1:3 sieht Coach Mehlem den SVG auf dem richtigen Weg

So klar die Enttäuschung über das Ergebnis war, so deutlich sprach Michael Mehlem auch über die Dinge, die er positiv mitnimmt. "Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte der Trainer mehrmals und begründete das mit der Art, wie der SV Gallneukirchen viele Phasen des Spiels angelegt habe. Seine Mannschaft setze schon jetzt zum großen Teil um, was im Training erarbeitet werde. Mehlem hob den läuferischen Aufwand hervor, die Bereitschaft, Fußball zu spielen, die Kombinationen und die vorhandene Geschwindigkeit. Gleichzeitig sieht er noch Entwicklungspotenzial bei Ruhe, Cleverness und Kaltschnäuzigkeit, auch weil eine junge Mischung in der Mannschaft steckt. Einen Spieler wollte er nach der Partie ausdrücklich hervorheben: "Elvir Huskic hat eine sehr gute Leistung gebracht." Der Trainer lobte dessen routinierten Auftritt und betonte, wie sehr er der Mannschaft guttut. Trotz der Niederlage richtet sich der Blick daher schon wieder nach vorne. Im nächsten Heimspiel gegen die Union Ansfelden will der SVG laut Mehlem die guten Ansätze bestätigen und dann auch die Punkte holen.

Landesliga Ost: SC Marchtrenk : Gallneukirchen - 3:1 (1:1)

  • 67
    Aleksander Popovic 3:1
  • 46
    Micha Tindl 2:1
  • 39
    Tobias Killinger 1:1
  • 9
    Mario Thumfart 1:0