In der Landesliga Ost hat die SPG Hama Trucks Rohrbach-Berg/Altenfelden am Freitagabend gegen die FC Blau-Weiß Linz Amateure einen wilden 4:3-Heimsieg geholt. Nach einem 0:2-Rückstand drehte die Heimelf die Partie, kassierte noch das 3:3 und schlug in der Nachspielzeit doch noch zu. Trainer Christian Eisschiel sprach danach von einem verdienten Dreier, legte den Finger aber auch in die Wunde: "Es geht ums letzte Drittel."

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Der Trainer der Gastgeber hatte zunächst viel von dem gesehen, was er schon seit Wochen an seiner Mannschaft hervorhebt. "Wir haben wieder sehr gut begonnen, hatten gute Kontrolle im Spiel und sofort die ersten guten Chancen", sagte Eisschiel. Rohrbach-Berg/Altenfelden hatte viel Ballbesitz, war früh das aktivere Team und erarbeitete sich Möglichkeiten, ein Schuss von Jonas Prammer landete am Lattenkreuz und es gab weitere gute Möglichkeiten. Fast im Gegenzug mussten die Gastgeber bei einem Konter der Linzer im letzten Moment retten. An der grundsätzlichen Rollenverteilung änderte das laut Eisschiel aber nichts. Seine Mannschaft blieb am Drücker, hatte "gute Kontrolle, viel Ballbesitz und einige Chancen", war aus seiner Sicht besser und muss in dieser Phase in Führung gehen. Dennoch gingen die Gäste in der 32. Minute durch Anes Avdic mit 1:0 in Führung. "Am Bild hat sich dann nichts geändert", sagte der Coach über diese Phase. Seine Elf habe weitergespielt, den Gegner eingeschnürt und sofort auf den Ausgleich gedrängt, doch weil vorne erneut die letzte Konsequenz fehlte, blieb es bis zur Pause beim 0:1.
In der Kabine wurden die Dinge dann klar angesprochen, dass seine Mannschaft bis 30 Meter vor dem Tor laut dem Trainer "teilweise sehr, sehr guten Fußball spiele", es aber bei folgenden Punkten noch Verbesserungspotenzial gab: "die Intensität, die Power, die Durchsetzungskraft und vor allem die Boxbestzung". Eine Minute nach Wiederbeginn legten die Gäste durch Elias Maria Ortner das 0:2 nach, begünstigt durch einen individuellen Fehler. Auch das passte aus seiner Sicht zunächst zum bisherigen Problem, dass gute Phasen nicht in Tore umgemünzt werden. Erst ab etwa der Stunde bekam Rohrbach-Berg/Altenfelden wieder richtig Zugriff und wurde noch einmal deutlich griffiger. Dann schlug die Partie in kurzer Zeit um: Ales Nesicky verkürzte in der 64. Minute auf 1:2, traf fünf Minuten später auch zum 2:2 und Klaus Luger drehte die Begegnung in der 71. Minute auf 3:2. "Das 1:2 war extrem wichtig. Da hat man gemerkt, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht", sagte Eisschiel. Genau dieses Gefühl habe seine Elf in dieser Phase auf den Platz gebracht. Die Gastgeber wurden immer gefährlicher und hatten sich diese Wende laut ihrem Trainer "innerhalb von zehn Minuten völlig verdient" erarbeitet.
Ruhe brachte die Führung aber noch nicht. In der 76. Minute glichen die Blau-Weiß-Amateure durch Mehmet Kurt zum 3:3 aus, und auch da sparte der Trainer nicht mit Klartext. Er sprach von einem "sehr unnötigen" Gegentor weil seine Mannschaft beim Drang auf das 4:2 die Absicherung vernachlässigt habe. Dass es am Ende trotzdem reichte, passte für ihn zum Gesamtbild der letzten Wochen. "Seit Wochen spielen wir sehr guten Fußball, sehr dominant und mit einem guten Positionsspiel. Jeder weiß, was zu tun ist", sagte Eisschiel. Diesmal habe seine Mannschaft nach dem Rückschlag noch einmal zugelegt und sich dafür in der 95. Minute belohnt, als Fabian Lohr zum 4:3 traf. "Wir wollten unbedingt den Dreier", sagte der Trainer, für den dieser Sieg der verdiente Lohn nach guten Leistungen in den vergangenen Wochen war. Gleichzeitig blieb er in der Analyse konsequent. "Es reicht nicht nur, über zwei Drittel hinweg gutes Positionsspiel zu haben. Schlussendlich geht es um Tore." Gegen die laufstarken und griffigen Linzer habe seine Elf vieles richtig gemacht, dazu sei es "eine sehr intensive und auch aggressive, aber sportlich faire Partie" gewesen. Die zentrale Botschaft des Abends blieb für ihn aber eine andere: "Wir müssen die Box viel besser, konsequenter besetzen und an unserem Timing arbeiten." Wenn das gelinge, dann sei seine Mannschaft, so Eisschiel, "schwer zu schlagen."