Landesliga West

SV Schalchen: „Möglichst schnell raus aus dem Keller“

Der Saisonstart der Landesliga West verlief für den SV HAI Schalchen alles andere als nach Wunsch. Nach einem miserablen Auftakt übernahm im Oktober Klaus Erkner das Trainerteam von Miroslav Bojceski – und leitete eine spürbare Stabilisierung ein. Zur Winterpause steht Schalchen mit 11 Punkten auf Rang 14, mitten im Abstiegskampf, aber mit klar erkennbarem Aufwärtstrend.

„Zum Schluss im Herbst ist es von Spiel zu Spiel besser geworden“, bilanziert Erkner. „In Schwanenstadt haben wir richtig guten Fußball gespielt. Danach haben wir eigentlich nur noch eine Partie gegen Sattledt verloren – und selbst die hätten wir nicht verlieren müssen.“

Schwieriger Start, bessere Schlussphase

Das fehlende Selbstvertrauen aus den ersten Runden habe der Mannschaft lange zugesetzt. „Vorher war es ein Auf und Ab, weil einfach kein Selbstvertrauen da war.“ Mit zunehmender Stabilität in den Abläufen und mehr Klarheit im Spiel sei auch die Punktausbeute gestiegen. Auffällig: Nach der Hinrunde konnte kein Spieler mehr als zwei Tore erzielen. Eine klare Offensiv-Hierarchie fehlte, die Treffer verteilten sich – allerdings auf zu niedrigem Niveau. Genau hier soll im Frühjahr angesetzt werden.

Kader gezielt verstärkt

Im Winter reagierte der Verein konsequent. Mit Haris Mahmutovic (zuletzt Junge Wikinger Ried), Ciprian Rus, Christian Rothböck und Marco Brünner (beide UFC Burgkirchen) sowie Amer Jasic kamen mehrere Spieler mit Qualität und Perspektive. „Das sind Spieler, von denen ich mir viel erwarte. Einige werden ziemlich sicher von Anfang an spielen“, erklärt Erkner. Der Kader sei nicht nur breiter, sondern auch stärker geworden. Kenan Kirim (TSV St. Johann) und Amir Aliu (UFV Thalgau) haben den Verein dagegen verlassen.

Intensive Vorbereitung gegen starke Gegner

Die Wintervorbereitung hatte es in sich. Schalchen testete überwiegend gegen höherklassige Teams aus Salzburg- und Oberösterreich-Liga. Die Ergebnisse waren gemischt – von 0:3 gegen Friedburg/Pöndorf, 1:1 gegen Siezenheim, 2:4 gegen Bürmoos, 5:0 gegen Lambrechten, 1:1 gegen Gschwandt und ein 1:3 gegen Straßwalchen.

„Wir haben fast immer gegen Höherklassige gespielt. Da geht es nicht primär ums Ergebnis, sondern darum, gefordert zu werden“, betont Erkner. „Ich glaube, wir sind bereit für die Meisterschaft.“ Das Trainingslager in Lovran (Kroatien) verlief trotz widriger Wetterbedingungen produktiv. „Es war nicht ideal mit dem vielen Regen, aber insgesamt ein sehr gutes Trainingslager.“

Klare Priorität: Abstand nach unten

Die Zielsetzung formuliert Erkner bewusst pragmatisch: „Ich will möglichst schnell nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben.“ Von höheren Tabellenregionen spricht er nicht. Der Fokus liegt klar darauf, rasch Punkte zu sammeln und Abstand zu den Abstiegsrängen zu schaffen. „Wenn wir einen vernünftigen Start hinlegen, dann kann sich noch einiges entwickeln. Aber zuerst müssen wir da unten raus.“

Auftakt mit Signalwirkung

Zum Frühjahrsstart geht es auswärts nach Kammer – traditionell kein leichtes Pflaster für Schalchen. „Dort haben wir uns immer schwergetan.“ Es folgt das Heimspiel gegen den USV Neuhofen, ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel. „Wenn wir aus diesen beiden Spielen etwas mitnehmen, ist das ein wichtiger erster Schritt.“

Der Glaube an die Wende

Trotz Tabellenplatz 14 ist im Umfeld Optimismus spürbar. Die Mannschaft wirkte im Herbst gegen Ende gefestigter, der Kader ist qualitativ verbessert und die Vorbereitung bewusst anspruchsvoll gewählt. „Man darf nicht vergessen: Der Kader war auch im Herbst nicht schlecht“, sagt Erkner. „Es hatte Gründe, warum es nicht funktioniert hat. Jetzt müssen wir liefern.“