In der Landesliga West zieht SK UEBEX LED Kammer nach einer wechselhaften Saison eine nüchterne Bilanz. Trainer Jürgen Schobesberger sieht trotz spürbarer Ausschläge keinen Grund zur Unzufriedenheit, spricht aber offen über Verletzungsprobleme, personelle Veränderungen und den nächsten Schritt im Verein. Vor dem Trainingsstart am 2. Juli richtet sich der Blick daher klar auf die eigene Entwicklung, auf Rückkehrer und auf einen Herbst, der insgesamt solider werden soll.

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Die Rückschau des Trainers fällt bewusst weder euphorisch noch besonders hart aus. Schobesberger sagt: "Punktetechnisch sind wir nicht unzufrieden", schiebt aber gleich nach, woran es aus seiner Sicht über weite Strecken gehakt hat. "Wir haben sehr viele Höhen und Tiefen gehabt", lautet seine klare Einordnung. Gerade die letzten Wochen der Saison spiegeln das gut wider. Auf das 2:0 gegen Union Peuerbach folgte das deutliche 1:6 gegen FC Andorf, danach wieder ein 2:1 gegen Schwanenstadt. Anschließend setzte es ein 1:3 gegen SV Grieskirchen, ehe Kammer mit einem 1:1 gegen ATSV Sattledt aus der Saison ging. Genau diese Schwankungen meint Schobesberger, wenn er davon spricht, dass seine Mannschaft eine Woche sehr gute Leistungen gezeigt habe und eine Woche später wieder qualitativ deutlich darunter geblieben sei. Für ihn war es daher eine "durchwachsene Saison", in der gute Phasen und schwierige Abschnitte eng beieinanderlagen.
Ein wesentlicher Grund für diese wechselnden Auftritte lag für den Trainer in der Personalsituation. "Wir haben sehr viele verletzte Spieler gehabt im Frühling", sagt Schobesberger, und genau das zog sich offenbar über einen längeren Zeitraum. Weil immer wieder Spieler fehlten oder nur eingeschränkt zur Verfügung standen, musste Kammer laut dem Coach auch öfter am System schrauben. Dazu kam, dass man einige Dinge bereits mit Blick auf die neue Saison ausprobieren wollte. Das erklärt, warum sich nicht immer dieselbe Linie durchzog. Umso wichtiger ist für Schobesberger nun, dass sich die Lage im Sommer entspannt. "Wir hoffen, dass zum Trainingsstart am 2. Juli wieder alle Spieler an Bord sind", sagt er. Besonders gespannt blickt man dabei auf Oliver Habring, der nach längerer Pause zurückkommen soll. Auch bei jenen Spielern, die zuletzt muskulär angeschlagen waren, hofft Kammer auf eine vollständige Rückkehr.
Im Kader bleibt es trotz der Hoffnung auf mehr personelle Stabilität nicht ganz ruhig. Schobesberger berichtet, dass insgesamt drei Spieler ihre Karriere beendet haben. Aus dem bisherigen Aufgebot verlieren die Kammerer damit jedenfalls Erfahrung in der Achse, unter anderem mit Markus Gruber in der Innenverteidigung und Daniel Walcher auf der Sechs. Dazu hat auch Jakob Reisz den Verein verlassen und kehrt zu seinem Heimatverein nach Neukirchen an der Vöckla zurück. Auf der anderen Seite wird der Kader gezielt ergänzt. Mit Tobias Breitwimmer kommt aus Sattledt ein Defensivspieler, der sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der Sechserposition eingesetzt werden kann. Benjamin Gerbl aus Neuhofen/I. ist ebenfalls für das Zentrum vor der Abwehr vorgesehen. Dazu holt Kammer mit Michael Weberstorfer einen jungen Spieler für die Außenbahn und mit Mathias Huemer einen weiteren jungen Spieler aus Regau für das Zentrum. Die Richtung ist damit klar: Erfahrung geht verloren, gleichzeitig sollen neue und vor allem junge Spieler mehr Chance bekommen, sich in die Mannschaft zu spielen.
Schobesberger macht im Gespräch keinen Hehl daraus, worauf es ihm in den nächsten Wochen ankommt. Andere Vereine oder Einzelspieler will er nicht in den Mittelpunkt stellen. "Ich beschäftige mich nicht mit anderen Vereinen, wir schauen auf uns", sagt der Trainer, der den Fokus bewusst eng hält. Für ihn geht es darum, "einen soliden Herbst" zu spielen und die Entwicklung im eigenen Verein voranzutreiben. Auch bei der Frage nach herausragenden Spielern bleibt er dieser Linie treu. "Bei uns gibt es keine Einzelspieler, die wir hervorheben wollen. Wir sind einfach eine Mannschaft", betont Schobesberger. Besonders deutlich wird er mit dem Satz: "SK Kammer lebt von der Kollegialität in der Mannschaft, vom Auftreten, von der Präsenz." Genau daraus leitet er auch den Anspruch für die kommenden Monate ab. "Wir wollen wieder als Einheit stark werden." Passend dazu bleibt im Umfeld alles unverändert, im Trainerstab und in der Vereinsführung gibt es laut Schobesberger keine Neuerungen.