In der Landesliga West hat sich der SK UEBEX LED Kammer am Samstagnachmittag mit 2:1 gegen die Union Humer Gunskirchen durchgesetzt. Entscheidend war aus Sicht von Trainer Jürgen Schobesberger vor allem das 1:0 in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Danach legte Kammer nach, musste nach dem schnellen Anschlusstreffer aber bis zum Schlusspfiff sehr kompakt und mit viel Einsatz verteidigen.

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Jürgen Schobesberger hatte den Beginn genau so erwartet, wie sich die Partie zunächst auch entwickelte. „Wir haben gewusst, dass uns mit dem Liga-Neuling eine spielstarke Mannschaft erwartet“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Seine Mannschaft brauchte nach seiner Einschätzung rund 15 Minuten, um in die Begegnung zu finden. In dieser Phase waren die Gäste etwas dominanter und kamen auch zu ein, zwei Möglichkeiten. Danach bekam Kammer mehr Zugriff und verlagerte das Spiel mehr auf die eigene Seite. Kurz vor der Pause folgte dann jener Treffer, der für Schobesberger den ganzen Abend veränderte: Daniel Gruber setzte sich über außen stark durch, brachte den Ball in den Strafraum und Boris Bisercic köpfte in der ersten Minute der Nachspielzeit zum 1:0 ein. „Das 1:0 mit dem Pausenpfiff war der Wendepunkt“, sagte der Kammer-Coach und erklärte auch, warum: „Genau mit dem Pausenpfiff, wo man vielleicht gedanklich schon in der Pause ist, haben wir das 1:0 gemacht.“
Mit der Führung im Rücken wollte Kammer nach dem Seitenwechsel nicht bloß den Vorsprung verwalten. Der Plan in der Kabine war klar formuliert. „Unser Fokus war in der Halbzeit, dass wir auf das zweite Tor gehen“, erklärte Schobesberger. Gleichzeitig sollte die Mannschaft defensiv stabil und kompakt bleiben, und genau das hob der Trainer hinterher auch besonders hervor. Lange blieb es beim knappen Vorsprung, ehe die Gastgeber in der 77. Minute nachlegten. Michael Brandt trieb einen schnellen Angriff über fast ein halbes Feld an, brachte die Flanke zur Mitte, Jan Ehrenleitner nahm den Ball gut mit und verwertete zum 2:0. Ganz ruhig wurde es dadurch aber nicht, denn nur zwei Minuten später verkürzte Denni Kapetanovic für Gunskirchen auf 2:1. Schobesberger sprach in diesem Zusammenhang von einem „kuriosen Tor“ und meinte, es habe aus seiner Sicht etwas strittig ausgesehen, wollte daraus aber kein großes Thema machen.
Die Schlussphase passte dann genau zu jenem Bild, das Schobesberger an seiner Mannschaft diesmal am meisten gefiel. Nach dem Anschlusstreffer stand Kammer zwar unter Druck, hielt aber dagegen und brachte den Vorsprung über die Zeit. „Wir haben bis zum Schluss sehr kompakt verteidigt“, sagte der Trainer und sprach seiner Mannschaft ein „großes Lob“ aus. Vor allem gegen den Ball habe sein Team sehr gut gearbeitet. Schon in den vergangenen beiden Spielen habe man gesehen, dass Kammer kampfbetont und sehr willig auftrete, diesmal sei das wieder klar erkennbar gewesen. Genau darin lag für ihn eine wesentliche Grundlage für den Sieg. Verbesserungspotenzial sieht Schobesberger trotzdem. Seine Mannschaft müsse schauen, „dass wir von Anfang an etwas besser ins Spiel kommen, dass wir nicht immer zehn Minuten brauchen“. Gerade gegen einen Gegner wie Gunskirchen sei das ein Punkt, den man mitnehmen müsse.
Auch über den Gegner verlor der Trainer kein schlechtes Wort. Die Union Gunskirchen sei „eine sehr spielstarke Mannschaft“ mit guten Fußballern, sagte Schobesberger, und gerade deshalb misst er dem eigenen Auftritt einiges bei. Die Gäste hätten zwar ihre guten Phasen gehabt und auch zwei, drei Chancen vorgefunden, im letzten Drittel aber nicht immer die nötige Effizienz gezeigt. Den Unterschied sah er deshalb weniger in großen Qualitätsunterschieden als in den entscheidenden Szenen. „Es gibt gar nicht so große Unterschiede. Wir haben in den Schlüsselmomenten die Tore gemacht“, brachte er es auf den Punkt. Selbst beim diskutierten 2:1 blieb er sachlich: Wegen der vielen Spieler im Strafraum sei die Situation schwer zu beurteilen gewesen, die Leistung von Schiedsrichter Dukic bezeichnete er insgesamt als „sehr gut“. Für den SK Kammer bleibt damit ein Sieg, der aus einer schwierigen Anfangsphase herausgewachsen ist und vor allem von Disziplin, Einsatz und zwei gut herausgespielten Toren lebte.