In der Landesliga West hat sich die Union Peuerbach im Heimspiel gegen die SPG Esternberg/St. Roman mit 4:2 durchgesetzt und dabei vor allem die Zeit rund um die Pause für sich genutzt. Neo-Trainer Harun Sulimani sah zunächst eine enge, taktische Partie, ehe das 1:0 kurz vor dem Seitenwechsel seiner Mannschaft genau jenen Schub gab, der danach für klare Verhältnisse sorgte.
Wer am Ende nur das 4:2 liest, bekommt von der ersten Halbzeit nur einen unvollständigen Eindruck. Sulimani beschrieb den Beginn als abwartend und eng, und genau so entwickelte sich das Spiel auch. "Es war zu Beginn ein sehr ausgeglichenes, taktisch geprägtes Spiel mit ganz wenigen Torraumszenen", sagte der Peuerbach-Trainer. Esternberg machte es seinem Team schwer und hatte nach seiner Einschätzung sogar die große Möglichkeit auf das 0:1. Peuerbach brauchte daher Geduld und musste darauf warten, dass sich endlich eine klare Szene ergab. Die kam dann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Sulimani schilderte den Treffer zum 1:0 sehr genau: Der Angriff lief durchs Zentrum, ein Peuerbacher Spieler zog das Dribbling an und spielte auf die Seite hinaus. Jan Schrank ging nach innen, sein Schuss wurde noch abgeblockt, doch Eldin Sehic reagierte schnell und traf aus rund elf Metern per Fallrückzieher zum 1:0. Für den Trainer war nicht nur der Treffer an sich wichtig, sondern vor allem der Zeitpunkt. "Das 1:0 hat uns Selbstvertrauen gegeben. Es war kurz vor der Halbzeit genau zum richtigen Zeitpunkt", sagte Sulimani.
Mit diesem Wirkungstreffer im Rücken kam Peuerbach ganz anders aus der Kabine. Sulimani sprach von einem "relativ guten" Start in die zweite Halbzeit, und die Zahlen geben ihm recht. Innerhalb weniger Minuten legten die Gastgeber nach: Zunächst erhöhte Julian Wimmer in der 54. Minute auf 2:0, nur zwei Minuten später stellte Jan Schrank auf 3:0. Damit war die Partie, die davor lange offen gewesen war, plötzlich klar in Peuerbacher Richtung gekippt. Der Trainer sah genau in dieser Phase den größten Unterschied zwischen beiden Teams. "In der zweiten Halbzeit sind wir relativ gut gestartet und haben relativ schnell das zweite und das dritte Tor erzielt", sagte er. Auch ein vergebener Elfmeter beim Stand von 3:0 brachte seine Mannschaft nicht aus dem Tritt. Peuerbach blieb am Drücker und schob in der 74. Minute durch Mario Gallo sogar noch das 4:0 nach. Sulimani hob dabei nicht nur die Effektivität hervor, sondern auch die Art und Weise, wie sein Team in dieser Phase nach vorne spielte. "Da waren wir sehr zielstrebig im letzten Drittel, und die Tore waren alle sehr gut herausgespielt", erklärte er. Gerade diese Viertelstunde nach der Pause war aus seiner Sicht der Abschnitt, in dem sein Team das Spiel entschieden hat.
Dass Peuerbach diese starke Phase überhaupt aufbauen konnte, führte der Trainer vor allem auf die Arbeit gegen den Ball zurück. "Wichtig war, dass wir stabil stehen. Das haben wir über das ganze Spiel relativ gut gemacht", sagte Sulimani. Ganz ohne Einschränkung wollte er die Leistung seiner Mannschaft aber nicht bewerten, denn in der ersten Halbzeit gab es nach seiner Einschätzung rund zehn Minuten, in denen Peuerbach Probleme hatte. Das lag auch an der Qualität des Gegners. Sulimani sprach von einer "wirklich sehr guten Mannschaft" mit "hoher individueller Qualität" und betonte, dass Esternberg sein Team gerade vor der Pause nicht leicht ins Spiel kommen ließ. Umso mehr störte ihn, dass der Abend nach dem klaren 4:0 nicht ganz sauber zu Ende gespielt wurde. In der 88. Minute verkürzte Attila Gábor Soós auf 4:1, in der Nachspielzeit stellte Georg Götzendorfer noch auf 4:2. Dazu kam in der 95. Minute die Rote Karte gegen Vladimir Planenov Andonov. Sulimani sprach in diesem Zusammenhang auch die lange Nachspielzeit an und meinte, dass es zum Schluss noch hitziger geworden sei. Am verdienten Heimsieg änderte das aus seiner Sicht aber nichts.
Interessant war nach dem Schlusspfiff vor allem, wie nüchtern Sulimani den Unterschied zwischen beiden Mannschaften erklärte. Von einem Klassenunterschied wollte er trotz des zwischenzeitlichen 4:0 nichts wissen. "Es sind wahrscheinlich Kleinigkeiten, die heute den Unterschied gemacht haben", sagte der neue Trainer. Für ihn gehörten zwei Punkte dazu: erstens, wer in so einem engen Spiel das erste Tor macht, und zweitens jene rund 15 Minuten nach Wiederbeginn, in denen die Union Peuerbach richtig zupackte und die Partie entschied. Genau daraus zieht der Trainer auch den größten Nutzen für die nächsten Aufgaben. Er lobte die Stabilität seiner Mannschaft, machte aber gleichzeitig klar, dass der Sieg kein Grund ist, sich zurückzulehnen. "Da müssen wir weiterhin hart arbeiten. Dann werden wir auch die nächsten Spiele erfolgreich gestalten können", sagte Sulimani. So bleibt unter dem Strich ein Samstagnachmittag, an dem Peuerbach lange Geduld brauchte, sich dann aber mit einer starken Phase entscheidend belohnte.