Spielberichte

„Bei den Standards hat uns die Überzeugung gefehlt“ – ASKÖ Ohlsdorf lässt gegen Peuerbach Sieg liegen

ASKÖ Ohlsdorf
Union Peuerbach

In der Landesliga West hat sich die ASKÖ Ohlsdorf im Heimspiel gegen die Union Peuerbach mit einem torlosen Remis begnügen müssen. Für Trainer Adiz Cetin fühlte sich das Remis dennoch nicht wie ein gewöhnlicher Punkt an. Weil seine Mannschaft über weite Strecken mehr vom Spiel hatte, viele Standards erarbeitete und sogar ein Tor per Fallrückzieher aberkannt bekam, blieb bei den Gastgebern vor allem der Eindruck, dass hier mehr drin gewesen wäre.

Fünf Bälle in Gelb/Violett auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Ohlsdorf hat das Spiel lange in der Hand

Aus Sicht von Cetin war die Richtung der Partie früh erkennbar. Ohlsdorf war in der ersten Halbzeit klar das aktivere Team, kam zu den besseren Möglichkeiten und setzte Peuerbach vor allem mit einer ganzen Serie an Standards unter Druck. „Da muss mindestens ein Tor fallen“, sagte der Trainer rückblickend und sprach damit genau jene Phase an, in der seine Mannschaft mehrfach aussichtsreich vor das gegnerische Tor kam. Weil diese Druckphase ungenutzt blieb, ging es mit dem 0:0 in die Pause. Nach dem Seitenwechsel legten die Gastgeber laut Cetin noch einmal zu und erhöhten den Druck bis etwa zur 75. Minute, ohne sich für den Aufwand zu belohnen. Auch über Konter kam Ohlsdorf immer wieder in gute Situationen, im Abschluss fehlte aber jedes Mal das entscheidende Stück.

Aberkanntes Traumtor bleibt die große Szene

Ganz vorbei war die Partie damit noch nicht, denn nach dieser starken Phase bekam auch Peuerbach einige Minuten, in denen die Gäste besser zur Geltung kamen. Cetin sprach von Konterchancen der Gäste und betonte, dass der Gegner wie erwartet über Standards, lange Bälle und weite Einwürfe gefährlich war. Genau so habe man Peuerbach auch im Vorfeld eingeschätzt: aggressiv, zweikampfstark und unangenehm zu bespielen. Trotzdem blieb für ihn die entscheidende Szene auf der anderen Seite. Ein Fallrückzieher eines Ohlsdorfer Spielers landete im Tor, doch der Schiedsrichter entschied auf gefährliches Spiel. „Das muss einfach zählen“, meinte Cetin. Für ihn war dieses aberkannte Tor nicht nur ein schönes, sondern auch ein spielentscheidendes Detail, weil seine Mannschaft damit endlich die längst verdiente Führung gehabt hätte.

Hinten stabil, vorne fehlt der letzte Glaube

Bemerkenswert war dabei, dass der Ohlsdorfer Coach die Leistung des Unparteiischen insgesamt ausdrücklich nicht schlechtredete. Die Entscheidung beim Fallrückzieher sei aus seiner Sicht zu hart gewesen, mehr aber auch nicht. „Sonst hat der Schiedsrichter eine sehr gute Partie gemacht, sehr souverän geleitet und viel kommuniziert“, sagte Cetin. Deutlich länger sprach er ohnehin über das, was seiner Mannschaft gefiel. Vor allem die Kompaktheit in der Defensive hob er hervor. Ohlsdorf habe sehr wenige Fehler gemacht, sei geschlossen gestanden und habe kein Gegentor zugelassen. Dazu kam laut Trainer ein klarer Fortschritt in Sachen Physis. „Man merkt einfach, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Cetin. Auch den eigenen Tormann strich er heraus, weil dieser ein, zwei gefährliche Situationen der Gäste stark entschärfte.

Punkt mit Licht und offenem Auftrag

Gerade diese Mischung erklärt, warum das 0:0 in Ohlsdorf zwei Gesichter hatte. Einerseits stand gegen einen unangenehmen Gegner die Null, zudem nahm die Mannschaft damit zumindest einen Punkt mit. Andererseits überwog nach dem Schlusspfiff doch das Gefühl, einen Sieg liegen gelassen zu haben. „Bei den Standards hat uns die Überzeugung gefehlt“, sagte Cetin und legte nach: „Vielleicht haben die letzten ein, zwei Prozent gefehlt, damit wir das Spiel auf unsere Seite ziehen.“ Das war die Kernaussage eines Samstagnachmittags, an dem die ASKÖ Ohlsdorf vieles richtig machte, sich für den Aufwand aber nicht belohnte. Die Richtung stimmt aus Sicht des Trainers trotzdem, nun soll dieser Weg in der kommenden Runde fortgesetzt werden.

 

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