In der Landesliga West hat die SPG Pettenbach/Grünau am Samstagabend gegen die SPG IKUNA Natternbach/St. Willibald nach einer 2:1-Führung nur ein 2:2-Remis mitgenommen. Neo-Trainer Wilhelm Wahlmüller sprach danach von einer etwas enttäuschenden Punkteteilung, weil seine Mannschaft das Spiel gedreht und nach der Pause lange kontrolliert hatte. Gleichzeitig machte er aber auch klar, dass die Gastgeber nicht ihren besten Tag erwischten und sich der kämpferisch starke Aufsteiger den Punkt verdient hat.

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Die Partie hatte gleich in den ersten Minuten einiges zu bieten. Wahlmüller berichtete von einem guten Beginn seiner Mannschaft und verwies schon auf die zweite Minute, in der Antonio Dukic die erste große Möglichkeit auf dem Fuß hatte. Statt einer frühen Führung setzte es aber fast im Gegenzug den Rückschlag. Nach einem Fehler im Spielaufbau schalteten die Gäste schnell um, und Karlo Ivanagic brachte Natternbach/St. Willibald in der dritten Minute mit einem Gewaltschuss 1:0 in Front. „Das hat uns natürlich nicht in die Karten gespielt“, sagte der Trainer. Entscheidend war aus seiner Sicht aber, dass seine Mannschaft die passende Reaktion fand. Bereits in der achten Minute nutzte Antonio Dukic einen Abwehrfehler des Gegners zum 1:1. Danach kam Pettenbach/Grünau allerdings nicht so gut in die Partie, wie es sich der Trainer vorgestellt hatte. Wahlmüller sprach offen davon, dass seine Elf die eigene Leistung nicht wie erhofft auf den Platz brachte. Gleichzeitig musste sie wachsam bleiben, weil Natternbach tief stand, giftig in den Zweikämpfen war und mit schnellen Gegenstößen immer wieder unangenehm wurde. In der 18. Minute mussten die Gastgeber sogar auf der Linie klären, ehe kurz vor der Pause noch einmal Antonio Dukic die große Chance auf das 2:1 hatte, der Ball aber erneut vor der Linie bereinigt wurde.
Mit dem 1:1 zur Pause wollte sich Pettenbach/Grünau nicht zufriedengeben, und das war nach Wiederbeginn sofort zu sehen. Wahlmüller sagte, seine Mannschaft habe sich für die zweite Hälfte viel vorgenommen und gleich nach dem Seitenwechsel viel Druck gemacht. Schon in der 47. Minute bot sich durch David Klausriegler eine Riesenchance auf das 2:1, und wenige Minuten später fiel die Führung dann tatsächlich. Nach einem Eckball stocherte Emmanuel Stinglmayr den Ball in der 53. Minute zum 2:1 über die Linie. „Wir haben uns mit diesem Druck belohnt“, meinte Wahlmüller. In dieser Phase hatten die Gastgeber mehr vom Spiel und brachten die Partie nach Aussage des Trainers über weite Strecken unter Kontrolle. Ganz ruhig wurde es aber trotzdem nie, weil die Gäste bei Ballgewinnen schnell nach vorne spielten und damit immer präsent blieben. Zwar passierte aus dem Spiel heraus nicht allzu viel, abgesehen von einigen Weitschüssen, bei denen der eigene Torhüter eingreifen musste, doch genau in dieser Phase fehlte den Gastgebern das dritte Tor. „Wir hatten zu wenig Durchschlagskraft an dem Tag“, sagte Wahlmüller, und genau das sollte später noch entscheidend werden.
Je länger die zweite Hälfte lief, desto mehr drehte sich aus Sicht der Gastgeber alles um die Frage, ob sie den knappen Vorsprung sauber nach Hause spielen würden. Wahlmüller war im Rückblick deutlich: „Normalerweise hätten wir das 2:1 souveräner über die Bühne bringen sollen.“ Stattdessen brachte ein Standard Natternbach/St. Willibald zurück. Nach einem aus seiner Sicht unnötigen Eckball wurde der Ball an die erste Stange verlängert, und an der zweiten Stange war Manuel Pichler in der 71. Minute zur Stelle und köpfte zum 2:2 ein. Damit war ein Spiel wieder offen, das die Gastgeber eigentlich schon in die richtige Richtung gelenkt hatten. In der Schlussphase gab es dann noch eine Situation, über die man aus Sicht der Heimischen diskutieren konnte. In der 85. Minute sah Wahlmüller nach einem Ballgewinn eine gute Umschaltmöglichkeit seiner Mannschaft, bei der der Unparteiische nach einem Foul früh abpfiff, statt den möglichen Vorteil laufen zu lassen. Der Trainer blieb in seiner Bewertung dennoch sachlich. Abgesehen von dieser Szene habe der Unparteiische die Partie „über weite Strecken sehr souverän“ geleitet. Am Ergebnis änderte sich nichts mehr, es blieb beim 2:2.
So blieb bei der SPG Pettenbach/Grünau am Ende ein Remis zurück, das sich für den neuen Trainer zwar enttäuschend anfühlte, das er aber nicht schönreden wollte. Wahlmüller sprach davon, dass seine Mannschaft vielleicht die besseren Torchancen hatte, insgesamt aber keinen wirklich guten Tag erwischte. „Die Präzision, die Passgenauigkeit hat heute gefehlt“, sagte er und nannte das als einen Hauptgrund dafür, dass nach dem 2:1 nicht genug nachgelegt wurde. Genauso klar hob er aber auch die Leistung des Gegners hervor. Die SPG Natternbach/St. Willibald habe das frühe 1:0 in die Karten gespielt, sei danach tief gestanden, extrem zweikampfstark gewesen und habe „alles in die Waagschale geworfen“. Vor allem in der letzten Linie und bei Standards habe der Gegner sehr konsequent verteidigt. Deshalb fiel Wahlmüllers Fazit differenziert aus: Mit dem Unentschieden müsse man leben, man befinde sich in einem Prozess, in dem man sich in allen Bereichen noch entwickeln müsse.