Spielberichte

„Wenn man die eigenen Chancen nicht nützt, wird man meistens dafür bestraft“ – SV Schalchen verliert in letzter Sekunde

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SV Grieskirchen
SV Schalchen

In der Landesliga West hat der SV Pöttinger Grieskirchen am Freitagabend einen späten 1:0-Sieg gegen den SV HAI Schalchen geholt. Lange war es ein enges, kräfteraubendes Spiel ohne Tore, ehe Nico Wahlmüller in der Nachspielzeit nach einem Eckball entschied. Sportchef Klaus Erkner sah seine Mannschaft zwar kämpferisch auf Augenhöhe, machte nach dem Abpfiff aber vor allem die ausgelassenen Chancen zum Knackpunkt.

Fußballschuhe auf Ersatzbank, alle mit roten Stutzen

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay


Viel Kampf, wenig Raum und Entscheidung in Minute 93

Die Partie entwickelte sich aus Schalchener Sicht genau so eng, wie es das Endergebnis vermuten lässt. Erkner sagte, dass Grieskirchen in der ersten Halbzeit in einem kräfteraubenden Spiel, auf extrem schlechten Boden, die bessere Mannschaft gewesen sei, ohne dabei zu vielen klaren Möglichkeiten zu kommen. "Der Platz war ein richtiger Acker und keinesfalls Landesligatauglich!" Zur Pause stand es folgerichtig 0:0. Direkt nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild und Schalchen hatte seine stärkste Phase. "Nach der Halbzeitpause waren wir deutlich besser, trauten uns mehr zu und hatten auch ein paar sehr gute Chancen. Die wurden leider nicht genutzt", sagte Erkner. Danach sei die Begegnung bis zum Ende wieder offen und ausgeglichen gewesen. Erkner sprach von einem "intensiven Kampfspiel", das auf beiden Seiten viel Kraft gekostet habe. Dass die Entscheidung dann erst in der dritten Minute der Nachspielzeit fiel, passte zu diesem Abend. Vor dem entscheidenden Eckball hatte Grieskirchen laut Erkner eine große Möglichkeit, bei der Schalchen noch das Glück auf seiner Seite hatte, weil der Ball an die Stange ging. Erst der darauffolgende Corner brachte dann den späten Treffer, als Nico Wahlmüller in Minute 93 per Kopf zum 1:0 für die Gastgeber einnetzte.

Schalchen lässt Chancen liegen und läuft oft hinterher

Für Erkner lag der Knackpunkt deshalb nicht in einer einzelnen längeren Spielphase, sondern in der fehlenden Konsequenz seiner Mannschaft vor dem Tor. "Der Knackpunkt war, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben und Grieskirchen mit der letzten Aktion zu einem glücklichen Sieg gekommen ist", brachte er es klar auf den Punkt. Gleichzeitig verschwieg der Trainer nicht, dass die eigene Mannschaft über weite Strecken zu viel reagieren musste. "Wir waren über weite Teile des Spiels Zweiter. Grieskirchen war häufig einen Schritt schneller. Die hatten viel Ballbesitz, kamen mit den schlimmen Platzverhältnissen besser zurecht und ließen den Ball gut laufen, sofern das überhaupt möglich war. Wir sind viel hinterhergelaufen, was auch entsprechend viel Kraft kostete", sagte Erkner. Gerade in so einem engen Spiel wie diesem wiegt das schwer, weil es insgesamt nur wenige echte Möglichkeiten gibt. Umso mehr ärgerte ihn, dass Schalchen aus der guten Phase nach der Pause kein Kapital schlagen konnte. Dass er seiner Mannschaft den Einsatz trotzdem nicht absprach, machte Erkner ebenfalls deutlich: "Kampfgeist und Moral haben sicher gestimmt. Wir wollten, hatten unsere Chancen, aber auch viel Pech." Genau deshalb fiel seine Einordnung auch nicht rundweg negativ aus. Er sah durchaus eine Mannschaft, die dagegenhielt, aber eben eine, der im Moment die spielerische Konstanz abgeht.

Viele Standards für Grieskirchen, Lob für Spielleiter und bekanntes Auf und Ab

Interessant war in Erkners Analyse auch der Blick auf den Gegner. Viel Unterschied zwischen beiden Mannschaften wollte er im eigentlichen Spielverlauf nicht gesehen haben, der SV Grieskirchen habe die Begegnung aus seiner Sicht aber bei Ballbesitz und Standards stärker auf seine Seite gezogen. "Beide Teams haben gekämpft, Grieskirchen war vielleicht im Ballbesitz besser als wir. Sonst war nicht viel Unterschied. Es war ein enges Spiel, das auch wir hätten gewinnen können", sagte der Sportchef. Einen klaren Vorteil machte er bei den ruhenden Bällen aus. Gefühlt habe Grieskirchen 20 Eckbälle gehabt, Schalchen nur einen Bruchteil davon. Genau aus so einer Situation fiel am Ende auch die Entscheidung. Dass Erkner trotz der bitteren Niederlage in letzter Sekunde keine Nebenschauplätze aufmachte, passte zu seiner nüchternen Analyse. Schiedsrichter Smolinski nahm er ausdrücklich aus jeder Diskussion heraus: "Der Referee hatte das Spiel sehr gut im Griff. Das war ein hervorragender Spielleiter, gegen den man wirklich nichts sagen kann." Für den SV Schalchen bleibt damit jenes Auf und Ab bestehen, das Erkner selbst ansprach und auch die Tabelle wiederspiegelt: Auf gute Ergebnisse folgen immer wieder Rückschläge, und diesmal tat vor allem weh, dass ein Punkt bis in die letzten Sekunden greifbar war.

Landesliga West: Grieskirchen : SV Schalchen - 1:0 (0:0)

  • 93
    Nico Wahlmüller 1:0