In der Landesliga West hat ASKÖ Ohlsdorf ein wildes Derby gegen SK UEBEX LED Kammer mit 3:5 verloren. Die Gäste lagen nach Treffern von Daniel Gruber und Thomas Zilles schon 2:0 vorne und gingen mit einem 3:1 in die Pause. Nach dem Ohlsdorfer Ausgleich zum 3:3 blieb Kammer aber dran. Trainer Roman Untersberger brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: „Wir haben nie aufgegeben.“

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Für Kammer begann die Partie so, wie es sich Roman Untersberger vorgestellt hatte. Der Trainer sprach von einem guten Start, seine Mannschaft habe „sehr viel investiert“ und sich die frühe Führung damit auch verdient. Das spiegelte sich auch auf der Anzeigetafel wider. Daniel Gruber brachte die Gäste in der 20. Minute mit 1:0 in Front, nur acht Minuten später legte Thomas Zilles das 2:0 nach. Ohlsdorf fand danach zwar den Weg zurück, als Zsombor Silimon in Minute 34 nach einem Freistoß in den Strafraum auf 1:2 stellte. Für Kammer war aber wichtig, dass der Faden vor der Pause nicht riss. Untersberger hob dabei vor allem das 3:1 hervor: „Der Pass ging auf den rechten Flügel zu Michael Brandt, er zog in den Strafraum und holte den Elfmeter heraus.“ Thomas Zilles verwandelte in der 45. Minute und stellte den alten Abstand wieder her.
Mit dem 1:3 war das Derby allerdings längst nicht entschieden, das zeigte die zweite Halbzeit deutlich. Ohlsdorf kam zurück und nutzte die Phase ab der 77. Minute, um die Partie noch einmal völlig offen zu machen. Zuerst traf Adnan Hodzic zum 2:3, nur drei Minuten später stellte David Tokic auf 3:3. Genau an diesem Punkt setzte für Untersberger die Erklärung für den Auswärtssieg an. „Der Schlüssel zum Erfolg war, dass wir von Anfang an mannschaftlich geschlossen aufgetreten sind“, sagte der Kammer-Coach. Für ihn war deshalb nicht nur der gute Beginn wichtig, sondern vor allem die Reaktion auf den Ausgleich. Kammer ließ sich vom 3:3 nicht aus dem Matchplan bringen, obwohl Ohlsdorf mit zwei schnellen Toren alles wieder auf null gestellt hatte.
Statt zu wackeln, schlugen die Gäste in der Schlussphase selbst noch zweimal zu. Michael Brandt erzielte in der 83. Minute das 4:3 und brachte Kammer damit wieder auf Siegkurs. In der Nachspielzeit machte Daniel Gruber mit seinem zweiten Treffer an diesem Nachmittag alles klar. Untersberger sprach von „schön rausgespielten Toren“ zum 4:3 und 5:3, und genau diese beiden Treffer passten zu seiner Gesamtbewertung. „Wir haben Widerstände überwunden, Gegentreffer weggesteckt und nie aufgegeben“, sagte er. Dass Kammer nach einer 3:1-Pausenführung noch einmal den Ausgleich kassierte und dennoch den Sieg mitnahm, machte den Erfolg aus Sicht des Trainers besonders aussagekräftig.
Auch die Einordnung des Gegners fiel bei Untersberger respektvoll aus. Ohlsdorf sei „ein sehr spielstarker Gegner“, sagte er, unabhängig davon, wer bei den Gastgebern auf dem Platz stehe. Umso zufriedener war er damit, dass seine Mannschaft den Hausherren „größtenteils die Spielfreude genommen“ habe. Den Derbycharakter der Partie bestätigte er dennoch, denn für ihn war es ein Spiel, das „hin und hergegangen ist“. Diskussionen abseits des Ergebnisses wollte er keine aufmachen. „Die Schiedsrichterleistung war okay, sie hat keinen Einfluss aufs Spiel genommen“, meinte der Trainer. Trotz fünf eigener Tore blieb Untersberger in der Bewertung nüchtern: „Luft nach oben haben wir in allen Bereichen.“ Der Sieg in Ohlsdorf war für ihn deshalb weniger ein Anlass zum Zurücklehnen als die Bestätigung, dass Kammer mit Geschlossenheit und der richtigen Reaktion auf Rückschläge erfolgreich sein kann.