In der Landesliga West hat sich ATSV Ammer Tank Sattledt am Samstag von UFC Eferding mit 1:1 getrennt. Für Trainer Mario Hieblinger fühlte sich dieser Punkt allerdings nicht wie ein kleiner Erfolg an. Der Sattledter Coach sah seine Mannschaft über weite Strecken im Vorteil und machte vor allem die ausgelassenen Möglichkeiten vor der Pause dafür verantwortlich, dass am Ende nicht mehr als ein Remis herausschaute.

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Aus Sicht von Hieblinger lag die entscheidende Phase ganz klar in der ersten Halbzeit. Sattledt kam nach seiner Einschätzung sehr gut ins Spiel, hatte mehr vom Geschehen und erspielte sich schon früh jene Möglichkeiten, mit denen eine Partie in eine klare Richtung kippen kann. Der Trainer formulierte das nach dem Schlusspfiff deutlich: „Wir waren die bessere Mannschaft. Wir sind sehr gut reingestartet und haben richtig gute Torchancen vorgefunden.“ Noch klarer wurde er bei der Bewertung dieser Phase: „Grundsätzlich müssen wir in der ersten Halbzeit drei, vier zu eins führen.“ Stattdessen gerieten die Gastgeber in Minute 30 durch Roman Eckmayr mit 0:1 in Rückstand. Sattledt blieb aber dran und kam noch vor der Pause zurück. In Minute 42 stellte Semih Gölemez auf 1:1, mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Kabinen.
Dass es nach der Pause nicht mehr für den vollen Ertrag reichte, erklärte Hieblinger mit dem veränderten Spielbild. Seine Mannschaft hatte zwar weiterhin Phasen, in denen sie das Spiel kontrollieren wollte, fand aber nicht mehr dieselbe Anzahl an klaren Abschlüssen wie vor der Pause. „Da muss man einfach das Spiel entscheiden. Da muss man die Torchancen, die man hat, effizient nutzen“, sagte der Trainer rückblickend auf die erste Hälfte. Gerade deshalb ärgerte ihn der weitere Verlauf umso mehr. Nach der Roten Karte gegen Eferdings Leomir Kryeziu in Minute 72 war Sattledt in Überzahl, konnte daraus aber keinen entscheidenden Nutzen ziehen. Hieblinger sagte dazu: „In der zweiten Halbzeit war es trotz der Überzahl schwieriger für uns. Wir haben nicht mehr die ganz klaren Torchancen vorgefunden, oder zumindest nicht mehr in der Anzahl.“ Dass in Minute 89 mit Semih Gölemez auch noch ein Sattledter vom Platz musste, änderte nichts mehr am 1:1. Für den Coach blieb deshalb ein klares Urteil stehen: „Trotzdem haben wir heute leider den Sieg verschenkt.“
In seiner Analyse legte Hieblinger den Finger nicht in viele verschiedene Wunden, sondern sehr klar in eine. Das spielerische Fundament passt aus seiner Sicht, nur vor dem Tor fehlt die letzte Konsequenz. „Wir haben wie in den letzten Wochen ein richtig gutes Aufbauspiel. Wir kommen auch zu sehr guten Torchancen und lassen wenig zu“, sagte er. Genau deshalb schmerzt dieses Remis aus seiner Sicht mehr, als es ein gewöhnliches Unentschieden tun würde. Denn für ihn war auch diesmal genug da, um die Partie auf die eigene Seite zu ziehen. „Trotzdem schaffen wir es nicht, dass wir das Spiel in unsere Richtung lenken. Das ist das, woran wir arbeiten müssen“, so der Sattledter Trainer. Auch psychologisch sei die Lage nicht einfach: „Wenn du da einmal hinten drin bist, ist es schwieriger.“ Ein Thema wollte er nach dem Schlusspfiff jedenfalls nicht aufmachen. Zur Leistung des Unparteiischen meinte Hieblinger knapp: „Die Schiedsrichterleistung war ganz gut, da kann man keinen Vorwurf machen.“ Stattdessen richtet sich der Blick nach vorne. „Am Ende des Tages zählen die drei Punkte. Die haben wir aufgrund unserer Chancenauswertung nicht geholt“, sagte er, schob aber gleich nach: „Ich bin sehr positiv. Wenn wir so weiterspielen und so weiterarbeiten, wird es am Ende des Tages einmal in die Richtung gehen, dass wir in der Tabelle noch den einen oder anderen überholen können.“