OÖ-Liga

Trainer-Knall beim SV Bad Ischl: Robert Lenz muss gehen, Nachfolger steht fest

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Das kam überraschend: Nach nur zehn Runden in der LT1 OÖ-Liga gab der SV Zebau Bad Ischl die Trennung von Coach Robert Lenz, der erst im Sommer übernommen hatte, bekannt. Die jüngste 1:2 Heimniederlage gegen den Spitzenreiter Union Mondsee war also das letzte Spiel von Lenz an der Seitenlinie der Kaiserstädter. Seine Bilanz beim SV Bad Ischl: 2 Siege, 2 Remis, 6 Niederlagen. Zuletzt hatte man zwei Mal in Folge den Kürzeren gezogen, was bedingte, dass man auf Tabellenrang 13 festsaß.

trainer robert lenz 2026 06 30 bad ischl

Robert Lenz im Juni bei der Vertragsunterzeichnung mit SV-Zebau-Präsident Josef Zeppetzauer


„Unsere Erwartungshaltung war höher“

Gestern fand in Bad Ischl eine Präsidiumssitzung statt, in welcher das erste Saisondrittel analysiert wurde. „Wir sind da zum Entschluss gekommen, dass wir nicht viel Fortschritt gemacht haben. Tabellarisch und punktuell wollten wir etwas besser sein. Das ist uns nicht gelungen. Ausschlaggebend für die Trennung von Robert Lenz war nicht das Ergebnis gegen Mondsee. Es war eine knappe Niederlage und gegen den Tabellenführer kannst du verlieren. Das ist keine Schande“, informiert der stellvertretende Obmann Jürgen Schaufler. In den kommenden Wochen warten etwa mit der Union Gschwandt, der UVB Vöcklamarkt oder dem SV Garsten Gegner, die in Bad Ischls Reichweite liegen. Folglich erhofft man sich im Verein, dass mit dem neuen Trainer neue Impulse gesetzt werden, um gegen eben jene Kontrahenten anzuschreiben. „Wir haben uns daher für die Trennung entschieden. Robert hat eine gute Arbeit geleistet. Er konnte gut mit den jungen Spielern. Er hatte aber auch Pech, weil wir so viele Ausfälle hatten. Unsere Erwartungshaltung war schlussendlich einfach höher“, fügt der Funktionär an. 

„Entscheidung nicht nachvollziehbar“

Robert Lenz hatte nach dem Engagement beim Ligakonkurrenten aus Pregarten das Traineramt in Bad Ischl mit großen Ambitionen angetreten. Rund drei Monate später kommt das Aus. „Diese Entscheidung vom Präsidenten ist so zu akzeptieren, nachvollziehbar ist sie für mich nicht. Die Leistungen waren größtenteils richtig in Ordnung. Auch die Entwicklung der Mannschaft ist klar erkennbar. Im Vergleich zu den Vorjahren haben wir etwas an Kaderqualität verloren, die Punkteausbeute war circa gleich – wenn nicht sogar besser. Wir hatten von Beginn an überdurchschnittlich viele Ausfälle, darunter absolute Qualitätsspieler wie Filip Halgos und Franjo Dramac“, betont Lenz.

„Kann mir relativ wenig vorwerfen“

Ein zentraler Fokus liegt beim SV Bad Ischl in der Entwicklung und Förderung junger Spieler. „Das war auch mein Auftrag. Es sind jede Woche vier bis fünf junge Spieler, also 17- bis 18-Jährige, in der Startelf gestanden. Dass man dann auch enge Spiele in dieser Liga verliert, ist normal und Teil des Prozesses. Ich kann mir relativ wenig vorwerfen und wünsche den Jungs und dem Verein alles Gute für die Zukunft!“, fügt Lenz an.

Nachfolger steht fest

Der Nachfolger von Robert Lenz ist auch sein Vorgänger: Peter Halada ist ab sofort wieder der starke Mann an der Seitenlinie in Bad Ischl. Er übernahm die Mannschaft in der Rückrunde der Vorsaison als Feuerwehrmann. „Wir waren in einem guten Austausch mit Peter. Er kennt den Verein und die Mannschaft. Wir glauben, dass er der richtige Mann für die Zukunft ist. Unter ihm soll die Heimstärke zurückkehren. Peter hat eine gewaltige Heimbilanz bei uns. Wir sind überzeugt, dass es die bestmögliche Lösung ist“, berichtet Schaufler. Halada leitet ab sofort das Training und wird sein Debüt beim nächsten Derby gegen die Union Gschwandt am kommenden Samstag feiern. Die Zusammenarbeit wurde einmal fix bis Sommer vereinbart. Dann wird man die Situation neu bewerten.

Foto: SV Bad Ischl