Nach zwei Runden spiegelt eine Tabelle meist noch nicht das wahre Kräfteverhältnis wider. So wird auch nach den kommenden nächsten Spieltagen in der OÖ.-Liga die Reihung wahrscheinlich eine andere sein. Fest steht aber, dass Aufsteiger Union RAIKA Weißkirchen einen katastrophalen Start absolviert hat und bereits nach 180 Spielminuten auf dem harten Boden der Realität gelandet ist. Auch an Trainer Juan Bohensky sind die beiden Auftakt-Pleiten nicht spurlos vorübergegangen. Er will vom Landesliga-Meistertitel nichts mehr hören und kündigt nun eine härtere Gangart an. Mit den Worten "Jetzt ist Schluss mit Lustig" will er seinen Spielern den Ernst der Lage vor Augen führen.
Die Union Weißkirchen ist bereits mit einem relativ kleinen Kader in die Saison gestartet. Nach zwei Runden ist die Personaldecke durch verschiedene Verletzungen schon äußerst angespannt. "Wir pfeifen schon aus dem letzten Loch" zeigt sich Trainer Bohensky ob der vielen Ausfälle besorgt. Martin Kraus fällt mit einem Kreuzbandriss und Meniskusschaden das ganze Jahr aus, Rene Höpoldseder steht nach dem Bruch von Elle und Speiche mindestens einen Monat nicht zur Verfügung und bei Damir Mesanovic besteht der Verdacht auch einen Bänderriss im Knie. Weiters ist der im Frühjahr verletzte Asmir Ikanovic noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte und auch Neuerwerbung Christoph Halbmair braucht noch zwei Wochen bis er seine langwierige Verletzung auskuriert hat.
Auch der Abgang von Peter Urbanek hat eine Lücke hinterlassen und Routinier Slobodan Komljenovic, der einiges zum Meistertitel beigetragen hat, steht (vorerst) nicht mehr im Kader. "Natürliche tragen die großen personellen Probleme zum derzeit absolut schlechten Abschneiden bei. Die Mannschaft hat aber die Umstellung in die OÖ.-Liga noch nicht verkraftet. Im Vorjahr waren wir zumeist Spiel bestimmend, jetzt müssen wir vermehrt mit einem gezielten Konterspiel zum Erfolg kommen. Auch die Abstimmung und das schnelle Umschalten von der Defensive in die Offensive und umgekehrt, ist derzeit ein großes Manko", meint Juan Bohensky besorgt.
Durch
die Ausfälle ist zuletzt auch der Altersschnitt der Mannschaft auf
knapp 20 Jahren gefallen, was in der momentanen Situation nicht
unbedingt ein Vorteil ist. Bohensky: "Spielerische Ansätze sind
zweifellos vorhanden, so sind wir gegen Micheldorf und Sattledt
zweifellos unter unserem Wert geschlagen worden. Bei einer besseren
Chancenverwertung würde unser Punkte- und Torekonto auch bedeutend
besser aussehen. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass die
Spieler näher zusammenrücken und härter an sich arbeiten müssen. Bis
jetzt haben wir nur drei Mal wöchentlich trainiert, in Zukunft wird es
vier Einheiten geben. Auch Spieler wie Ikanovic, obwohl er noch nicht
ganz fit ist, müssen einfach resoluter in die Zweikämpfe gehen. Nur mit
einem unbändigen Kampfgeist und Einsatzwillen können wir bestehen. In
diesem Punkt werde und muss ich jetzt den Hebel ansetzen".
Das
Spiel gegen Tabellennachbar DSG Union Perg am Wochenende kann bereits
ein Fingerzeig sein, wohin es gehen wird. "Ich bin nach wie vor
überzeugt, dass ich das Schiff wieder in ruhige Gewässer bringen werde.
Keine Sekunde denke ich an einen möglichen Abstiegskampf, weil ich
einfach überzeugt bin, dass meine Mannschaft noch eine gute Rolle
spielen wird. Sie ist zu einigem fähig, es mangelt aber momentan an der
Umsetzung. In meiner langen Trainerkarriere bin ich noch nie
abgestiegen, das wird sich auch in dieser Saison mit Weißkirchen nicht
ändern", meint ein selbstbewusster und kämpferischer Juan
Bohensky.
Quelle: newsarena.at