Krisengipfel in der LT1 OÖ-Liga: Die SU Strasser Steiner St. Martin/M., als Inhaber der roten Laterne in die 14. Runde gegangen, empfing auf heimischem Rasen die nur marginal besser klassierte UVB Oberbank Vöcklamarkt. In einer spektakulären Partie, welche gleich mehrere Wendungen mit sich brachte, setzten sich die Mühlviertler schlussendlich mit 4:3 durch und verlassen das absolute Tabellenende.
Ein besonderer Fokus lag in der vergangenen Trainingswoche der SU St. Martin/M. auf Standards – und das Gelernte wurde gleich in den Minuten 2 und 5 in die Tat umgesetzt. Nachdem Valentin Froschauer aus einem Eckstoß die so wichtige Führung markiert hatte, erhöhte Thomas Pfoser nach einem Freistoß auf 2:0. Beide Standards wirkten einstudiert. In der 26. Minute der nächste herbe Dämpfer für die Gäste: Teo Miskic verletzte sich in einem Zweikampf schwer, brach sich wohl Schien- sowie Wadenbein und musste mit der Rettung abtransportiert werden. Vier Minuten später verkürzte die Schatas-Elf auf 2:1. Verantwortlich hierfür: Gabor Tamas Barta, der nach einem missglückten Freistoß der Hausherren im Umschaltspiel vertikal geschickt wurde und gekonnt einschoss. In der Folge verlor der Gastgeber die Kontrolle über ein insgesamt nun hektisches, zerfahrenes Match. Einmal scheiterte man vor dem Pausenpfiff aber noch am Aluminium.
Lediglich 6 Minuten nach dem Seitenwechsel hatte die UVB Vöcklamarkt abermals Glück, als die Mühlviertler einen Abschluss an den Querbalken setzten. Dann war wieder eine Phase zu beobachten, in welcher die SU St. Martin/M. ihre brutale Stärke bei Standards voll ausspielte und somit die Weichen auf Sieg stellte. Aus zwei ruhenden Bällen besorgte der zentrale defensive Mittelfeldakteur Froschauer mit zwei Treffern die so komfortable 4:1-Führung (67., 71.). In einer völlig verrückten Partie wurde die UVB Vöcklamarkt aber im vordersten Drittel noch zwei Mal richtig präsent und sorgte somit für maximale Spannung: Nach einem Fehler in St. Martins Defensivverbund verkürzte Stürmer Barta in der 73. Minute auf 4:2. Zwölf Minuten später markierte Florian Feichtlbauer mit einem platzierten Schuss von der Strafraumkante ins lange Eck das 4:3, nachdem die Heimischen einen hohen, langen Ball nicht geklärt hatten. Am Ende brachte der Gastgeber den knappen Vorsprung aber über die Zeit, realisierte somit den zweiten Saisonsieg und ist zum ersten Mal seit Runde 6 nicht mehr Tabellenletzter.
Christoph Rudlstorfer (sportlicher Leiter SU St. Martin/M.):
„Wir haben die ganze Woche Standards trainiert. Über 90 Minuten war es ein verdienter Sieg. Wir hatten noch zusätzliche Chancen. Das Ziel war, dass wir die rote Laterne weitergeben. Das ist uns gelungen.“
Jürgen Schatas (Trainer UVB Vöcklamarkt):
„Wir sind nicht ins Spiel gekommen. Der Gegner war bei Standards brandgefährlich. Über Umschaltspiel sind wir zum 2:1 gekommen. Nach dem 4:1 haben wir gekämpft bis zum Schluss. Es hat aber nicht gereicht. St. Martin hat sich den Sieg verdient.“
Der Beste: Valentin Froschauer (ZDMF, SU St. Martin/M.)
Foto: Michael Zehetner