Bei der ASKÖ Oedt wurde vor der Saison das Ziel Top drei ausgegeben. Nach der Hinrunde der Regionalliga Mitte liegen die ambitionierten Oberösterreicher allerdings nur auf Platz fünf. Dementsprechend handelten die Verantwortlichen in der Winterpause. Mit insgesamt sieben Neuzugängen sendeten sie an die Konkurrenz ein klares Zeichen. Angeführt werden soll der Angriff auf die besten drei Mannschaften der Liga von den Brüdern Okan und Anil Aydin.
Für den DSV Leoben traf Okan Aydin elfmal in der Regionalliga Mitte
Mit nur 27 Treffern stellt die ASKÖ Oedt die harmloseste Offensive der Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Demgegenüber steht die drittbeste Defensive der Liga. Den Angriff als Problemstelle erkannten auch die Verantwortlichen und legten den Fokus im Wintertransferfenster auf die Offensivreihe. Allen voran die deutschen Brüder Okan und Anil Aydin sollen im letzten Drittel für Qualität sorgen. Beide wurden bei deutschen Bundesliga-Klubs ausgebildet und kamen vor einigen Jahren nach Österreich. Vor allem der 31-jährige Okan Aydin kann beeindruckende Stationen aufweisen. In Deutschland spielte der offensive Mittelfeldspieler in der dritten Liga für den Chemnitzer FC und Rot-Weiß Erfurt. In Österreich überzeugte er in der zweiten Liga bei Austria Klagenfurt, SW Bregenz und Wacker Innsbruck. Für den TSV Hartberg kam der ehemalige Nachwuchsteamspieler sogar auf 26 Bundesliga-Einsätze. Zuletzt war er in der Regionalliga West beim FC Dornbirn engagiert.
Auch Anil Aydin kennt die Regionalliga Mitte vom DSV Leoben bereits
Etwas weniger Erfahrung, aber ähnlich viel Spielwitz bringt sein jüngerer Bruder Anil Aydin mit nach Oedt. Der 26-Jährige war in Deutschland vor allem in der Oberliga unterwegs. Für den 1. FC Kaiserslautern kam er immerhin zu zwei Einsätzen in der dritten Liga. Vor der Saison 2024/25 wechselte er dann erstmals nach Österreich zum DSV Leoben. Bei den Donawitzern spielte er schon zusammen mit Bruder Okan. Trainer war damals Carsten Jancker und mit dem gibt es nun in Oedt für die Brüder ein Wiedersehen. Doch neben den Aydin-Brüdern gelangen den Oedtern noch weitere namhafte Transfers.
Von den Amateuren des LASK kommt Alexander Michlmayr nach Oedt. Der flinke Offensivmann durchlief die gesamte Nachwuchsabteilung der Linzer und sammelte schon zahlreiche Erfahrungen im Erwachsenenbereich. Der 22-Jährige kommt insgesamt auf 47 Regionalliga-Spiele und 59 Zweitliga-Spiele für die Zweitvertretung der Linzer. 22 Treffer erzielte der Rechtsfuß dabei. Einen ähnlichen Karriereweg hat der zweite neue Stürmer der Jancker-Truppe hinter sich. Auch Alexander Mayr spielte zu Akademiezeiten für den LASK. Zur Saison 2022/23 schloss er sich allerdings dem FC Hertha Wels an und stieg mit den Oberösterreichern in die zweite Liga auf. Für die Welser lief der 23-jährige Angreifer sogar 74-mal in der dritthöchsten Spielklasse auf (12 Tore). In dieser Saison konnte er sich in der zweiten Liga allerdings nicht durchsetzen und kam nur auf vier Einsätze und erzielte dabei keinen Treffer. Zusammen mit seinem ehemaligen Kollegen Michlmayr soll der schnelle Mayr für mehr Durchschlagskraft sorgen.
Bringt Zweitliga-Erfahrung mit: Alexander Michlmayr
Neben den zwei Oberösterreichern setzen die Oedter auf zwei weitere junge, entwicklungsfähige Offensivkräfte. Der gebürtige Salzburger Milos Savic kehrt aus Zypern in die Heimat zurück. Seine Ausbildung genoss der 23-Jährige bei Red Bull Salzburg. Danach spielte der Rechtsfuß unter anderem für Kuchl und Austria Salzburg. Zuletzt stand er beim FC Achyronas in der zweiten Liga Zyperns unter Vertrag. Diese Auslandserfahrung will er nun erstmals in der Regionalliga Mitte einbringen und in der dritthöchsten Spielklasse überzeugen. Ebenfalls Neuland ist die Regionalliga für Alex Ristic. Das 19-jährige Angriffstalent kommt vom ASKÖ Köttmannsdorf aus der Kärntner Liga nach Oberösterreich. Der Slowene wurde beim NK Maribor und Ilirija ausgebildet. Vor der Saison kam er erstmals nach Österreich und überzeugte in der Kärntner Liga mit sechs Treffern aus zehn Spielen. Diese sechs Neuzugänge sollen für mehr Torgefahr sorgen. Zusammen mit der ohnehin stabilen Defensive wollen die Oedter damit den Angriff auf die Top drei starten. Um die ohnehin schon kompakte Defensive aufzuwerten, wurde auch noch ein neuer Verteidiger im Winter unter Vertrag genommen.
Alexander Mayr spielt ab sofort für Oedt - hier traf er mit Ex-Klub Wels noch auf die ASKÖ Oedt
Der 24-jährige Jakub Pavlovic wechselt vom ASV Schrems nach Oberösterreich. Seine Jugendzeit verbrachte der Innenverteidiger beim MSK Puchov in seiner slowakischen Heimat. Nach 74 Einsätzen in der zweiten slowakischen Liga wechselte Pavlovic zur Saison 2024/25 zum ASV Schrems in die 1. Landesliga Niederösterreich. Dort gehörte er über eineinhalb Jahre zum Stammpersonal. Nun folgt erstmals der Schritt in die Regionalliga Mitte. Bei der ASKÖ Oedt soll der Slowake der Defensive zusätzliche Variabilität verleihen.
Zwar hat sich auch auf der Abgangsseite bei den Oedtern etwas getan. Mit Samuel Svetlik, Valdir, Marko Kracun und Antonio Pavlic verließen aber hauptsächlich Ergänzungsspieler den Verein, die vorrangig in der zweiten Mannschaft in der OÖ-Liga zum Einsatz kamen. Alles in allem wurde der Kader nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ deutlich aufgewertet. Dementsprechend ist von den Oberösterreichern im Frühjahr einiges zu erwarten. Mit der deutlich verstärkten Offensive gehören die Oedter im Frühjahr jedenfalls zu den heißen Kandidaten im Kampf um die Top drei.
Fotos: RIPU und Dostal