Nach dem Abstieg aus der zweiten Liga verließ nahezu der gesamte Kader den SV Lafnitz. Dementsprechend waren die Verantwortlichen im Sommer dazu gezwungen, eine völlig neue Mannschaft für die Regionalliga Mitte zusammenzustellen. Zur Halbzeit der Saison liegt diese neu formierte Mannschaft auf einem soliden sechsten Rang und holte 24 Punkte. Deshalb verzichteten die Oststeirer im Winter auf einen weiteren großen Umbruch und nahmen nur punktuelle Anpassungen vor.
Philipp Angeler läuft ab sofort für den SV Lafnitz auf
Trotz einer ordentlichen Comeback-Saison in der Regionalliga Mitte kristallisierte sich die Defensive als Problemstelle des SV Lafnitz heraus. Die Lafnitzer stellen mit 34 Gegentoren die fünftschwächste Hintermannschaft der Liga. Deshalb reagierten die Oststeirer auch und nahmen drei defensive Verstärkungen vor. Im Gegensatz dazu mussten auch zwei Abwehrspieler den Verein verlassen, beide bleiben der Regionalliga Mitte allerdings erhalten. Linksverteidiger David Zulj schloss sich dem SC Kalsdorf an und Innenverteidiger Aljaz Dzankic wird im Frühjahr für den USV St. Anna/A. auflaufen.
Ersetzt werden diese beiden Abgänge positionsgetreu von Ziga Dajcman und Giannis Karakoutis. Der 23-jährige Slowene Dajcman wurde beim NK Domzale ausgebildet und spielte zuletzt für den NK Rudar Velenje. Für Rudar Velenje und NK Roltek Dob sammelte der Innenverteidiger knapp 100 Spiele in Sloweniens zweithöchster Spielklasse. Dazu bringt er die Erfahrung aus vier Youth-League-Einsätzen und zwölf Einsätzen für slowenische Nachwuchsnationalteams mit nach Lafnitz. Die Oststeirer sind für den Rechtsfuß die erste Station in Österreich. Erste Erfahrungen in Österreich sammelte hingegen schon der 23-jährige Grieche Karakoutis. Der Linksverteidiger lief in der Saison 2024/25 siebenmal für den SV Horn in der zweiten Liga auf. Ansonsten spielte er vor allem in seiner Heimat in der zweithöchsten Spielklasse. Seine Jugend verbrachte er bei den griechischen Top-Klubs Olympiakos Piräus und PAOK Thessaloniki. Zudem absolvierte er 13 Spiele für griechische Juniorennationalteams. Zusammen sollen diese beiden Neuzugänge die Lafnitzer Defensive stabilisieren und für weniger Gegentore sorgen. Unterstützt werden sie bei diesem Vorhaben von der dritten Neuverpflichtung Philipp Angeler.
Für den zuletzt vereinslosen Tormann ist der SV Lafnitz die zweite Station in der Regionalliga Mitte. Der 29-Jährige wurde im Nachwuchs bei mehreren Grazer Vereinen ausgebildet. Danach verbrachte der 1,95 Meter große Schlussmann einige Jahre in der Türkei. Dort spielte er sowohl in der zweiten als auch in der dritten und vierten Liga. Zur Saison 2024/25 kehrte er nach Österreich zurück und schloss sich dem DSV Leoben an. Bei den Donawitzern stand er 16-mal in der Regionalliga Mitte zwischen den Pfosten. Nach dem Chaos rund um den steirischen Traditionsklub verließ Angeler die Leobener, fand aber zunächst keinen neuen Verein. Nach einem halben Jahr ohne Verein läuft er in Zukunft für die Oststeirer auf und soll mit seiner Erfahrung der jungen Mannschaft weiterhelfen. Zu diesen drei Neuerwerbungen für die Defensive tätigten die Oststeirer auch noch in der Offensive einen Transfer.
Nico Forobosko kehrt in die Steiermark zurück
Mit Valentin Akrap, Hamza Samardzic und Dominik Velecky standen schon drei Offensivspieler in Lafnitz unter Vertrag, die in der Vergangenheit bei der SV Ried aufliefen. Mit Nico Forobosko kommt nun ein vierter ehemaliger Rieder in die Oststeiermark. Der 19-jährige Offensivmann wurde beim GAK und beim SK Sturm ausgebildet und wechselte zur Saison 2024/25 ins Innviertel. Für die Rieder Zweitvertretung kam Forobosko insgesamt 15-mal in der dritthöchsten Spielklasse zum Einsatz. Treffer gelang ihm dabei keiner. Dem stehen allerdings zwei Abgänge in der Lafnitzer Offensive gegenüber. Marco Reiterer, ein 18-jähriges Angriffstalent, wechselte zum DSC und Maro Vrdoljak schloss sich dem NK Bistrica in der zweiten slowenischen Liga an. Abgesehen von diesen punktuellen Veränderungen setzen die Oststeirer weiterhin auf ihre sehr junge Mannschaft. Zusammen mit Trainer Marco Wimmer sollen sich die zahlreichen Talente weiterentwickeln und im Frühjahr den nächsten Schritt machen. Zusätzlich sollen die vier Winterneuzugänge Stabilität und Erfahrung einbringen.
Fotos: RIPU und Schröckelsberger