Spielberichte

Müller wird zum Elfmeter-Schreck: WAC Amateure trotzen Lafnitz einen Punkt ab

WAC Amateure
SV Lafnitz

In der 26. Runde der Regionalliga Mitte sahen die Zuschauer in der Lavanttal-Arena ein defensiv geprägtes, aber bis zur letzten Sekunde hochspannendes Duell. Die WAC Amateure ertrotzten dem favorisierten SV Licht-Loidl Lafnitz ein hart erkämpftes 0:0-Unentschieden. Zum großen Helden des Nachmittags avancierte WAC-Schlussmann Elias Müller, der mit einem gehaltenen Strafstoß kurz vor der Pause den Punktgewinn für die jungen Kärntner festhielt. Während die Wolfsberger mit diesem Remis einen wichtigen Zähler für den Klassenerhalt verbuchen, herrscht bei den Oststeirern spürbare Unzufriedenheit über die fahrlässige Chancenverwertung.

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Coach Marco Wimmer hadert mit der Lafnitzer Chancenverwertung

Taktische Disziplin auf beiden Seiten – Müller pariert Lafnitzer Strafstoß

Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Partie, in der beide Abwehrreihen zunächst extrem sicher standen. Die Gäste aus Lafnitz bemühten sich um Spielkontrolle, leisteten sich im Spielaufbau jedoch zu viele Fehler und fanden gegen das kompakte Abwehrbollwerk der von Nemanja Rnic trainierten Wolfsberger kaum Lücken. Die WAC Amateure setzten auf schnelle Nadelstiche, hielten defensiv robust dagegen und holten sich durch Yasser Kambakte Dermane (43., Foul) und Bohdan Romaniuk (45., Foul) erste Verwarnungen ab. Auf Seiten der Lafnitzer sah zuvor Angelo Nenadic Gelb wegen einer Unsportlichkeit (34.).

Kurz vor dem Pausenpfiff bot sich den Gästen die Riesenchance zur Führung: Nach einem Foulspiel im Strafraum entschied Schiedsrichter Florian Eidenberger auf Elfmeter für Lafnitz. Doch WAC-Keeper Elias Müller bewies seine ganze Klasse, ahnte die Ecke und parierte den scharf geschossenen Strafstoß glänzend. Mit einem für die Hausherren psychologisch wertvollen 0:0 ging es in die Kabinen.

Alu-Pech in der Schlussphase: Lafnitz rennt vergeblich an

Nach dem Seitenwechsel versuchte Lafnitz-Coach Marco Wimmer mit einem frühen Doppelwechsel – Dominik Velecky und Ziga Dajcman kamen in der 53. Minute für Nenadic und Martin Lang – den Druck zu erhöhen. Die Oststeirer kontrollierten nun zwar weite Strecken der Partie, scheiterten im letzten Drittel aber immer wieder an der mangelnden Präzision beim finalen Pass und am starken Wolfsberger Gegenpressing.

Beide Trainer schöpften ihr Wechselkontingent in der Folge voll aus. Auf Seiten des WAC kamen unter anderem Routinier Stefan Maierhofer und Thomas Schandl (73.) ins Spiel. Die Intensität blieb hoch, was die Gelben Karten für die Wolfsberger Lorent Ademi (78., Unsportlichkeit) und Thomas Schandl (82., Unsportlichkeit) unterstrichen.

In der absoluten Schlussphase warf Lafnitz noch einmal alles nach vorne und hatte Pech: Nach einer perfekt getretenen Ecke in der 84. Minute stieg ein Lafnitzer Angreifer am höchsten, doch das Leder klatschte nur an den Pfosten. Nur fünf Minuten später brannte es erneut im WAC-Strafraum lichterloh, doch die aufmerksame Kärntner Defensive blockte einen gefährlichen Schuss in der 89. Minute in höchster Not ab. In der zweiminütigen Nachspielzeit ließen die Hausherren nichts mehr anbrennen, während sich Lafnitzer Dominik Velecky (90., Unsportlichkeit) noch den gelben Karton abholte.

Die Tabellensituation vor der nächsten Runde

Mit diesem torlosen Unentschieden belegen die WAC Amateure mit nun 27 Punkten weiterhin den 11. Tabellenplatz und halten die Abstiegszone auf Distanz. Der SV Licht-Loidl Lafnitz verbleibt mit 39 Zählern auf dem 7. Rang, verpasst jedoch den Anschluss an die Top 5 der Regionalliga Mitte.

Am kommenden Freitag, dem 15. Mai, um 19:00 Uhr empfängt der SV Lafnitz den souveränen Tabellenführer ASK Voitsberg zum schweren Heimspiel. Die WAC Amateure müssen am Sonntag, dem 17. Mai, um 14:00 Uhr auswärts bei der SPG LASK Amateure OÖ antreten.

 

Marco Wimmer (Trainer SV Lafnitz):

"Wir hatten heute im Ballbesitz große Probleme – das betrifft vor allem das Thema Entscheidungsfindung, aber auch die richtige Positionierung, um nach einem Ballverlust sofort wieder effektiv ins Gegenpressing zu kommen. Das war heute einfach nicht unser Anspruch. Wir können und müssen das definitiv besser lösen. Dadurch hatten wir über weite Strecken nicht die Spielkontrolle, die wir uns eigentlich gewünscht hätten.

 

Nichtsdestotrotz war das ein Spiel, das wir absolut gewinnen müssen. Selbst mit einer Leistung, die nicht unseren Vorstellungen entsprochen hat, war es immer noch gut genug, um hier als Sieger vom Platz zu gehen. Wir haben heute einfach einige hochkarätige Top-Chancen liegen gelassen – inklusive des verschossenen Elfmeters. Das kommt dann an so einem Tag leider auch noch dazu. Am Ende steht eben nur ein Punkt auf der Habenseite, mit dem wir ergebnistechnisch natürlich überhaupt nicht zufrieden sind. Aber wie gesagt: Auch fußballerisch und inhaltlich müssen wir das in den nächsten vier Wochen wieder deutlich besser hinkriegen. Das ist ganz klar unser Anspruch und unser Ziel."

Die Aufstellungen 

WAC Amateure Elias Müller – Marcel Fritzer, Florent Hajdini, Lorent Ademi (73. Stefan Maierhofer), Michael Leon Schweiger, Danny Krause (73. Van-Alessandro Nguyen Skyriotis) – Kyrylo Romaniuk, Bohdan Romaniuk, Aboubacar Drabo (73. Thomas Schandl) – Niklas Ramsbacher (85. Austin Uzondu Harrison), Yasser Kambakte Dermane (67. Marcel Pejic) Trainer: Nemanja Rnic

SV Licht-Loidl Lafnitz Gabriel Georg Suprun – Jakob Geister, Angelo Nenadic (53. Dominik Velecky), Giannis Karakoutis – Martin Lang (53. Ziga Dajcman), Bajram Syla, Nico Forobosko (67. Daniel Markl), Huba Homann, Lorenz Maurer – Michael John Lema, Valentin Akrap Ersatzspieler: Philipp Alexander Angeler, Justin Hofmann, Mario Gintsberger Trainer: Marco Wimmer

Schiedsrichter: Florian Eidenberger, Kevin Dorfmayr, Felix Rauter

geschrieben von René Dretnik

Foto: RIPU-Sportfotos