Vor einer Kulisse die in Österreichs dritter Spielklasse seinesgleichen sucht, fand gestern das langersehnte Derby zwischen dem SK Vorwärts Steyr und der Union Dietach statt. Knapp 2200 Zuschauerinnen und Zuschauer sorgten für ordentlich Stimmung, traf man am gestrigen Abend erstmals seit 14 Jahren im Meisterschaftsbetrieb aufeinander. Die zentralen Protagonisten auf dem Feld wussten letztlich nicht zu enttäuschen, setzte sich am Ende Vorwärts trotz 40-minütiger Unterzahl knapp durch und krallte sich die Vorherrschaft im prestigeträchtigen Stadtderby.

Von Beginn weg war klar: Auf eine Niederlage hatte keine Mannschaft so richtig Lust und so nahm die Partie direkt Fahrt auf. Den besseren Start erwischten die Gastgeber. Alexander Weinstabl wurde im Strafraum zu Fall gebracht, Markus Wallner trat so vom Kreidepunkt an und versenkte das Leder staubtrocken in den Maschen (8.). Wenige Minuten nach dem Dosenöffner hatte der Torschütze nach Vorarbeit von Milan Jurdik direkt die Chance auf den Doppelpack, Dietach-Keeper Thomas Genshofer hatte aber diesmal etwas dagegen. Dies rächte sich nur wenig später: Nach einer schönen Kombination über die Seite wussten die Steyrer die Kugel nicht gut zu klären, sodass Leon Grafinger mit etwas Glück ans Spielgerät kam und zum Ausgleich einnetzen konnte (15.). Nach dieser munteren Anfangsphase flachte die Partie dann vorerst ein wenig ab, bis sich eine optisch überlegene Vorwärts-Truppe in Minute 34 mit der erneuten Führung, die zugleich den Pausenstand bedeutete, belohnen durfte. Weinstabl konnte sich auf dem linken Flügel durchsetzen und hatte das Auge für den einlaufenden Milan Jurdik, der aus kurzer Distanz auf 2:1 stellte.
Nach dem Seitenwechsel waren dann die Hausherren erneut die etwas gefährlichere Mannschaft. Nur wenige Minuten gespielt, war Weinstabl wieder auf und davon, scheiterte aber erneut an Genshofer. Kurz darauf dann der schwere Nackenschlag für Vorwärts Steyr, flog Pepe Brekner nach einem Handspiel vom Platz – die bis dahin spielbestimmenden Heimischen so nur noch zu zehnt. Dies machte sich auf dem Platz dann aber nur wenig bis kaum bemerkbar, wussten die Dietacher ihre numerische Überlegenheit nicht zu nutzen. So sahen die Zuseher eine vorwiegend zerfahrene zweite Halbzeit, in der Vorwärts die besseren Chancen vorfand. Bilal Cavusoglu hatte in der Woche zuvor gegen Bad Leonfelden gleich zweimal herrlich aus der Distanz getroffen und stellte sich erneut als von der Bank kommender Unruheherd heraus – diesmal trotz guter Chancen aber ohne Torerfolg. So musste man bis zum Ende zittern und in der letzten Aktion des Spiels ganz besonders: Elias Gmainer machte sich mit einem starken Abschluss in Minute 97 bei Vorwärts-Schlussmann Bernhard Staudinger vorstellig, der parierte aber mit einem starken Reflex und sicherte die drei Punkte samt Sieg im Lokalderby.
Gerald Perzy (Sportlicher Leiter SK Vorwärts Steyr):
„Ein Spiel, auf das sich alle gefreut haben, ist den Erwartungen gerecht geworden. Es herrschte eine tolle Stimmung, ein super Kampf und Spannung pur. Da war alles dabei was man sich wünscht für so ein Derby mit einem guten Ausgang für uns. Der verdiente Sieg für Vorwärts Steyr rundet das ganze ab. Das war ein wunderschöner Fußballabend für jeden der im Stadion war.“
Fotocredit: Niklas Hörtenhuber / @bluewhiteshots